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Coronavirus in NRW: Private Feier geplant? Das müssen Sie jetzt wissen

Hochzeit geplant? Was passiert, wenn die wegen des Coronavirus abgesagt werden muss? 
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Hochzeit geplant? Was passiert, wenn die wegen des Coronavirus abgesagt werden muss? (Symbolbild)

Die Ausbreitung des Coronavirus greift derzeit in alle Bereiche des Lebens ein - auch in die privaten. Viele Menschen hatten für die kommenden Wochen oder Monate eine private Feier geplant, wollten womöglich Hochzeit, Kommunion oder Taufe feiern. Was passiert, wenn die Feier wegen des Coronavirus nicht stattfinden kann? Wer trägt die Kosten?

  • Wegen des Coronavirus stehen auch private Feiern auf der Kippe
  • Gastgeber fragen sich: Wer trägt die Kosten, wenn das Fest storniert wird? 
  • Die Rechtslage ist unübersichtlich

Die Verunsicherung ist groß: Angesichts der Corona-Krise scheint die Durchführung vieler geplanter privater Feiern in der näheren Zukunft unwahrscheinlich bis unmöglich. Betroffen von der Absage teils großer und aufwändiger Partys wie Hochzeiten, Taufen, Kommunionfeiern und Geburtstagen sind Privatleute genauso wie Restaurants, Vernstalter, Caterer,  Fotografen, Stylisten, Floristen, Hotels und viele weitere. 

Was passiert, wenn die Feier wegen des Coronavirus abgesagt werden muss? Wer trägt die Kosten für eine Stornierung? 

Coronavirus in NRW: Kann die private Party steigen?

Die Rechtslage und die Vertragsgrundlagen sind unübersichtlich. "Meist geht es um verschiedene Vertragstypen gleichzeitig", weiß der Gelsenkirchener Rechtsanwalt Arnd Kempgens. Wer ein Fest plant, hat zum Beispiel mit dem Caterer einen Werkvertrag geschlossen, mit dem DJ einen Dienstvertrag und mit der Location einen Mietvertrag. Dazu kommt, dass in NRW zumindest bis zum 19. April auch private Feiern nicht erlaubt sind. Bundesweit sind Restaurants und Gaststätten geschlossen.

In diesem Fall ist nach Auffassung der Verbraucherzentrale NRW dem Anbieter nicht möglich, die Leistung zu erbringen - sie könne deshalb auch nicht in Rechnung gestellt werden. Der Veranstalter schulde dann keine Miete mehr für Räumlichkeiten oder weitere Dienstleistungen wie Catering, Bedienung, Musik oder Fotos. 

Coronavirus in NRW: Veranstalter können sich nicht auf "höhere Gewalt" berufen

Kempgens: "Beide Vertragsparteien können an der derzeitigen Lage nichts ändern, sie trifft kein Verschulden." Veranstalter könnten daher auch die Rückzahlung von Anzahlungen nicht durch Berufung auf "höhere Gewalt" verweigern. Ausgenommen seien bereits erbrachte Leistungen wie Planung, Gestaltung, Versand von Einladungen. Ein Gastgeber kann keine über die Rückzahlung hinausgehenden Ansprüche stellen - so kann etwa eine Braut nicht die Kosten des Hochzeitskleides einfordern, weil das ja nun nicht mehr gebraucht werden, fasst das Portal WA.de* zusammen. 

Komplizierter wird die Rechtslage, wenn die Veranstaltung weiter in der Zukunft liegt, die - noch - nicht von den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen ist. Mit Absagen von Gästen ist zu rechnen, viele Gastgeber wollen selbst lieber absagen oder verschieben. 

"Auch in diesen Fällen kann der Gastgeber natürlich vom Vertrag zurücktreten", erläutert Kempgens, "muss dann aber angefallene Kosten, nicht mehr zu verhindernde weitere Kosten und den erwarteten Gewinn des Unternehmers zahle." Sparen könne der Gastgeber dann nur ersparte Kosten wie nicht mehr benötigtes Material oder Personal. 

Party absagen wegen Coronavirus: Wie sind die Stornierungskosten?

Wichtig: Einen Blick in den Vertrag werfen. Wie sind die Stornierungskosten? Fast immer steige der Kostenanteil, je kürzer der Zeitraum zwischen der Absage und dem geplanten Termin ist. 

Gastgeber sollten deshalb abwägen: Früh absagen - mit niedrigerem Stornierungsanteil - oder auf ein späteres behördliches Veranstaltungsverbot spekulieren? 

In jedem Fall rät der Experte - genauso wie die Verbraucherzentralen - zu einem frühzeitigen Kontakt zwischen Gastgeber und Vertragspartnern. "Gerade Gastronomiebetriebe und Kleinunternehmen können durch die Corona-Krise existenzbedrohend gefährdet sein", appelliert die Verbraucherzentrale dafür, mit Restaurants und weiteren Dienstleistern nach einem Ersatztermin zu suchen. 

Coronavirus in NRW: Das ist verboten, das noch erlaubt

Zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen hat das Land NRW unter anderem ein Kontaktverbot erlassen. Wir haben hier einen Überblick zusammengefasst, was erlaubt, verboten oder beschränkt* ist. Wer sich nicht an die Regeln hält, der kann mit einem Bußgeld belegt werden*. Einige Verstöße gelten sogar als Straftat. Die Entwicklungen rund um das Coronavirus in NRW behalten wir in unserem News-Ticker* im Auge. 

*WA.de ist Teil der bundesweiten Ippen-Digital-Zentralredaktion.

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