Coronavirus in Heinsberg

Coronavirus führt zur Existenzangst: Ein Betrieb aus Heinsberg

Der Coronavirus bringt Betriebe in Heinsberg zum Verzweifeln.
+
Der Coronavirus bringt Betriebe in Heinsberg zum Verzweifeln.

Zwei Menschen aus dem Kreis Heinsberg sind nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Stadt und Umgebung werden von der Außenwelt gemieden. Hotelbuchungen storniert – keiner will mehr dorthin. Die Wirtschaft leidet.

Heinsberg – Doch nicht nur die Hotel- und die Gastronomiebranche habe mit dem Coronavirus zu kämpfen: Seit der Coronavirus Heinsberg befallen hat, rechnet Florian Maruhn fast täglich mit weiterem Kundenrückgang. Er betreibt eine Wäscherei vor Ort. Viele seiner Stammkunden sind Hotelbetriebe. Weniger Gäste bedeuten weniger Wäsche, die zu reinigen ist. „Es ist nicht einfach“, sagt Maruhn.

Der Unternehmer erzählt, er habe auch Annahmestellen in Mönchengladbach und Neuss. Vor etwa zwei Wochen ist ein Fahrer von einer Annahmestelle ohne Wäsche zurückgekommen. „Kunden sagen, sie möchten nicht, dass ihre Wäsche nach Heinsberg geht“, berichtet er.

Coronavirus in NRW: Wirtschaft leidet 

Maruhn beklagt einen Umsatzverlust von 30 Prozent im Februar. Im März rechnet er mit bis zu 50 Prozent weniger Umsatz. Sein „großes Glück“ im Vergleich zur Hotellerie: Er hat auch andere Kunden wie Pflegeheime oder die Polizei. Dennoch fürchtet er, dass bei sinkenden Hotelbuchungen einige Kunden dauerhaft wegbrechen, ganze Betriebe möglicherweise schließen müssen.

Wascherei-Betreiber Florian Maruhn ist besorgt über die wirtschaftliche Entwicklung.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, die für Heinsberg zuständig ist, berichtet, dass im Kammerbezirk jedes zweite Unternehmen Umsatzeinbußen erwarte. Dennoch: „Trotz aller Besorgnis reagieren die Unternehmer besonnen“, heißt es in einer Mitteilung.

Coronavirus in NRW: Die IHK wollen beruhigen

Die IHK Arnsberg, die auch für Soest zuständig ist, bestätigt Maruhns Eindruck, dass besonders die Hotel- und Gastronomiebranche unter dem Coronavirus leide. Bisher habe aber noch kein Betrieb gesagt, dass es eng wird, so Sprecher André Berude. Auch Gero Brandenburg von der IHK Dortmund, die für Hamm zuständig ist, kann Maruhns Sorge für seine Kammer nicht bestätigen. Er rät Betrieben, sich zu melden. „Wir verstehen uns als Infogeber.“

Maruhn fehlt die Unterstützung von oben: „Ich vermisse klare Ansagen an die Betriebe, wie man kurzfristig damit umgehen kann“, sagt er.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare