Lockdown in Deutschland

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet setzt für Öffnungen auf diese drei Schritte

Sind Öffnungen im langen Lockdown in NRW bald wieder möglich? Ministerpräsident Armin Laschet und Familienminister Joachim Stamp äußern sich zur Corona-Lage.

Düsseldorf - Wird es bald weitere kleine Öffnungen geben? NRW-Ministerpräsident Armin Laschet stellt klar: 16 Bundesländer warten am Mittwoch zum Corona-Gipfel auf einen Plan für Lockerungen. Der Druck ist hoch vor der Bund-Länder-Konferenz. Dabei setzt der CDU-Chef aber nicht mehr auf reine Inzidenz-Werte, sondern auf drei andere Faktoren. (Coronavirus in NRW)

LandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17.947.221 (31. Dezember 2019)

Sind bald Öffnungen möglich? Ministerpräsident Armin Laschet zu Corona in NRW

Die ersten Corona-Fälle in Heinsberg jähren sich in diesen Tagen. CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und sein Stellvertreter Joachim Stamp (FPD) informierten in einer Pressekonferenz, wie es weiter geht in NRW. Demnach setzt die Regierung auf neue wissenschaftliche und technologische Erkenntnisse.

NRW-Länderchef Armin Laschet und der stellvertretende Ministerpräsident und Familienminister Joachim Stamp (FDP) stellten sich am Dienstag sich in einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. Zunächst äußerte sich Ministerpräsident Laschet zur aktuellen Corona-Lage in NRW.

In den letzten Wochen habe man die Hoffnung gehabt, dass die Inzidenzen sinken. Aber: „Es gibt das mutierte Virus, dessen Auswirkungen wir nicht kennen“, sagte Laschet. In Düsseldorf sei die britische Corona-Mutation bei 40 Prozent der Neuinfektionen nachgewiesen. „Wir können davon ausgehen, dass wir Stück für Stück nur noch die britische Variante haben“, sagte Armin Laschet. Dazu könne es zu weiteren Mutanten kommen.

Sowohl Stamp als auch Laschet richteten sich gegen Öffnungsstrategien, die nur an die Inzidenz-Werte gekoppelt sind. Dabei setzen sie auf eine verbesserte Corona-App, Tests und Impfungen. Wie schnell die Öffnungsschritte jedoch gehen, könnten sie noch nicht sagen. Es solle eine Perspektive für Kultur, Sport und Außengastronomie geben. Der Handel müsse bald wieder öffnen, sagte Joachim Stamp. Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte einen Plan für Lockerungen angekündigt.

Öffnungen in NRW: Auf diese drei Schritte setzt die Landesregierung

Die Landesregierung setzt dabei auf drei Schritte: Impfungen, die Corona-App und Tests, darüber berichtet auch 24rhein.de.*

„Ein Grundschüler kann auf Dauer vor dem Bildschirm keine Bildung erfahren“, sagte Armin Laschet. Am Nachmittag werde er sich mit Vertretern des Handels treffen. „Wir brauchen neue Wege im Umgang mit der Pandemie“, sagte Laschet und gibt damit Ausblick auf die Bund-Länder-Konferenz am 3. März. „Wie kann man öffnen und was braucht man an Schutzmechanismen?“

Die aktuellen Impfstoffe würden gegen die aktuellen Mutationen helfen, doch die Situation bleibe eine Entwicklung, sagte Armin Laschet. Der NRW-Ministerpräsident möchte Perspektiven für Handel, Kultur und Selbständige eröffnen. Ein erster Schritt sei die Öffnung von Schulen und Kitas gewesen.

Impfungen sollten nicht nur von Hausärzten durchgeführt werden können, sondern auch von Zahnärzten, sagte Laschet. Im aktuellen Impfstoff-Mangel bleibe das Impfen aber in den Impfzentren.

Laschet setzt bei den weiteren Öffnungsschritten auf Corona-Schnelltests. Diese sollen schneller, öfter und leichter erfolgen. Noch im Monat März werde es voraussichtlich Selbsttests geben, die jeder zuhause anwenden kann. „Wenn man mehr testet, kann man in anderen Feldern mehr öffnen“, sagte Armin Laschet. Inzidenzen seien ein wichtiges Kriterium, aber nicht das einzige.

Armin Laschet hofft mit neuer Corona-App auf schnellere Kontaktnachverfolgung

Armin Laschet verwies außerdem auf eine neue Corona-App: die Luca-App. Damit könnten Kontakte schneller nachverfolgt werden. Die App soll Gesundheitsämter entlasten, sie wurde von den Rappern der Fantastischen Vier, einem Start-up in Berlin und Kulturschaffenden entwickelt.

Mit dem Fortgang der Corona-Impfungen zeigte sich der Ministerpräsident weitgehend zufrieden. Knapp 90 Prozent der Über-80-Jährigen hätten einen Impftermin. Als eins der wenigen Bundesländer habe man zunächst ausschließlich in Alten- und Pflegeheimen geimpft, sodass die Impfungen zunächst langsam erschienen. Im März würden die Impfungen deutlich an Tempo aufnehmen.

Die Kritik und Bedenken gegen den Impfstoff von Astrazeneca lasse sich so in NRW nicht bestätigen. Ein Arzt habe statt zehn sogar 12 Dosen aus dem Impfstoff geholt.

Änderungen im Impfplan: Lehrer früher geimpft - Polizei sauer

Lehrkräfte in Grundschulen und Kita-Personal werden im Impfplan hochgestuft, bestätigte Armin Laschet. Joachim Stamp hoffte, dass das Angebot auch für Lehrer und Lehrerinnen der weiterbildenden Schulen erweitert werde. Tagesmütter und -väter gehören zur aktuellen Gruppe hinzu. Wann es aber mit den Impfungen losgeht, ist noch unklar. Vorher müsse der Beschluss vom Bund kommen, sagte Laschet.

Die Gewerkschaft der Polizei sei erbost über die Bevorzugung der Lehrkräfte, da dementsprechend die Polizisten nach hinten rücken würden. Man wolle aber keine Gruppen gegeneinander ausspielen, sagte der Ministerpräsident.

Öffnungen beim Bund-Länder-Konferenzen? NRW hofft auf mehr gesellschaftliches Leben

Die nächsten Entscheidungen sind zum Bund-Länder-Konferenzen am Mittwoch, 3. März, zu erwarten.

Für NRW hofft man, bald mehr gesellschaftliches Leben zu ermöglichen. „Dass die derzeitigen Lockdown-Maßnahmen Schäden verursachen, ist unumstritten“, sagte der Familienminister. Er verweist dabei vor allem auf die Situation von Kindern und Jugendlichen. Die erste Öffnung gab es ja bereits: „Der Start ist gut gelaufen“, sagte Stamp zum Start von Schulen und Kitas am Montag. - *24rhein.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Odd Andersen

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