Newsblog zur aktuellen Entwicklung

Coronavirus in NRW: Tönnies-Mitarbeiterin nach Kantinen-Video gekündigt - Arbeitslosigkeit steigt

Der Coronavirus-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies hat zum Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf geführt. Die Menschen in einem der Kreise dürfen aufatmen. Wir berichten im Newsblog.

  • 43.063 Infektionen mit dem Coronavirus wurden bisher in NRW nachgewiesen.
  • Wegen der Corona-Pandemie gelten nach wie vor besondere Regeln.
  • Ministerpräsident Armin Laschet hat verkündet, dass die durch Corona gebeutelte Kulturszene in NRW ein 185-Millionen-Euro-Paket zur Unterstützung bekommt (siehe Update, 1. Juli, 15.49 Uhr)

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Update, 2. Juli, 7.54 Uhr: Maskenpficht im Riesenrad: In vorübergehenden Freizeitparks, die derzeit wegen Corona vermehrt als Kirmes-Ersatz aufgebaut werden, gelten besondere Hygienestandards, wie aus der aktualisierten Corona-Schutzverordnung des Landes NRW hervorgeht.

Coronavirus in NRW: Ärger für Tönnies-Mitarbeiterin

Update, 1. Juli, 22 Uhr: Kaum Abstand, hunderte im Raum: Nachdem ein Video aus der Kantine von Tönnies viral gegangen ist, wurde der Tönnies-Mitarbeiter in NRW länger in Quarantäne. Jetzt klagt die Mitarbeiterin dagegen.

Update, 1. Juli, 20.20 Uhr: Die Schlachthof-Mitarbeiter bei Tönnies müssen  zwei Wochen länger in Quarantäne. Das hat das Gesundheitsministerium in NRW am Mittwochabend bekannt gegeben. Allerdings gibt es Ausnahmen für einige Schlachthof-Mitarbeiter.

Update, 1. Juli, 18.54 Uhr: Nach dichtem Gedränge in der Düsseldorfer Altstadt hat eine Expertenrunde vorerst noch keine Maßnahmen beschlossen. Teile der Düsseldorfer Altstadt hatten in den vergangenen Wochen wegen dichten Gedränges mehrfach von der Polizei geräumt werden müssen. Die "Koordinationsgruppe Altstadt" hatte am Mittwoch mehrere Stunden lang Gegenmaßnahmen diskutiert. Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus waren in der Landeshauptstadt von NRW zuletzt deutlich gestiegen."Die Menschen müssen wissen: Die Pandemie ist noch nicht vorbei", hatte Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) gewarnt. In Köln wollen Polizei und Ordnungsamt am kommenden Wochenende an neuralgischen Punkten verstärkt kontrollieren.

Coronavirus in NRW: Hilfe für Solo-Selbstständige und Künstler

Update, 1. Juli, 15.44 Uhr: Die NRW-Landesregierung stellt 185 Millionen Euro zusätzlich für die von der Corona-Pandemie gebeutelte Kulturszene bereit. Das hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf bekanntgegeben. 

Mit der bereits seit März gewährten Hilfe für solo-selbstständige Künstler steigen damit die Hilfen auf 200 Millionen Euro, sagte Laschet. "Viele Künstler waren und sind verzweifelt, weil ihre Lebensgrundlage weggebrochen ist", berichtete der Ministerpräsident. 

Mit 105 Millionen Euro werde nun ein Stipendienprogramm für freischaffende Künstler geschaffen. Mit 80 Millionen Euro sollen von der Corona-Pandemie gebeutelte Institutionen über einen Kultur-Stärkungsfonds unterstützt werden. 

Zusätzlich habe die Bundesregierung eine Milliarde Euro ausgelobt, wovon die NRW-Kulturlandschaft anteilig profitiere. "Wir hoffen und erwarten auch, dass die Kommunen jetzt nicht bei der Kultur sparen", sagte Laschet. In den städtischen Haushalten sei Geld für die Kultur vorhanden. 

Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) nannte das Hilfspaket "eine ganz großartige Möglichkeit". In Relation zum regulären Kulturetat des Landes von 274 Millionen Euro in diesem Jahr sei dies eine bedeutsame Erhöhung der Kulturausgaben. 15 000 Stipendien sollen nun projektbezogen gefördert werden. Pro Stipendium stünden 7000 Euro zur Verfügung. "Das Publikum muss ermutigt werden zurückzukommen", sagte Pfeiffer-Poensgen. Die Gespräche mit Kulturschaffenden beim NRW-Kulturgipfel am Dienstag seien konstruktiv gewesen. Die Zusammenkunft habe als Videokonferenz stattgefunden.

Coronavirus in NRW: Schweinemäster stehen wegen Tönnies-Schließung vor massiven Problemen

Update, 1. Juli, 15.31 Uhr: Jeder weitere Tag, an dem der Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (NRW) geschlossen bleibt, stellt Schweinemäster vor große Probleme. Unterdessen sind inzwischen wegen des massiven Corona-Ausbruchs noch weitere Strafanzeigen gegen Tönnies eingegangen.

Update, 1. Juli, 12.24 Uhr: Verkaufsoffene Sonntage kehren zurück - und zwar im großen Ausmaß. Die Landregierung von NRW hat zusätzliche Termine erlaubt. In der Coronavirus-Pandemie sind derzeit Großveranstaltungen noch verboten - aber diese sind die Voraussetzung für verkaufsoffene Sonntage.

Coronavirus in NRW: Arbeitslosigkeit steigt weiter

Update, 1. Juli, 10.25 Uhr: Die Arbeitslosigkeit steigt in NRW. Das Coronavirus hat weiterhin Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. So zeigt ein Blick in die westfälische Großstadt Hamm, wie die Auswirkungen der Pandemie im Juni sind.

Nach aktuellen Angaben der Arbeitsagentur stieg die Zahl der Arbeitslosen in Hamm nochmals um 116 oder 1,3 Prozent auf 8940. Diese Zunahme fiel aber deutlich geringer aus als noch in den Vormonaten.

Update, 30. Juni, 19.08 Uhr: Ab Mittwoch müssen die Betriebe in der nordrhein-westfälischen Fleischindustrie ihre Mitarbeiter zweimal in der Woche auf das Corona-Virus testen lassen. 

Das schreibt eine Allgemeinverfügung des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Von der Vorgabe des Landesgesundheits- und -Arbeitsministeriums, die ab dem 1. Juli gilt, sind Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten betroffen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Unternehmen nur eigene Arbeiter unter Vertrag hat oder Werksarbeiter. 

Grund für die Anordnung sind die erhöhten Corona-Infektionszahlen bei Beschäftigen in einem Schlachtbetrieb der Firma Westfleisch in Coesfeld und zuletzt bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Die Infektionsherde hatten zu Einschränkungen des öffentlichen Lebens in den Kreisen Coesfeld, Gütersloh und Warendorf geführt.

Coronavirus in NRW: Umarmungen in Altenheimen wieder erlaubt

Update, 30. Juni, 18.28 Uhr: Angehörige dürfen ihre Liebsten in den Altenheime n trotz Corona von morgen an wieder in die Arme schließen: Mit einer Lockerung der Corona-Regeln für Besuche in Altenheimen sind körperliche Berührungen bei bestimmten Vorsichtsmaßnahmen wieder möglich. 

Heimbewohner und Verwandte freuen sich, in den Häusern sieht man die Lockerung mit gemischten Gefühlen. Damit steige das Infektionsrisiko für die Bewohner und Beschäftigte, sagte Pflegedienstleiterin Astrid Frese im Carolus Seniorenzentrum in Übach-Palenberg (Kreis Heinsberg). 

Zwingend notwendig sind laut Corona-Regeln für Besucher und Bewohner ein Mund-Nasenschutz und eine gründliche Handdesinfektion. Die Sehnsucht nach Berührung sei aber sehr groß, sagte Frese: In der Vergangenheit hätten sich demente Bewohner in ihrer Not schon gegenseitig umarmt. 

Coronavirus in NRW: Einreise in die EU - Touristen aus vielen Ländern müssen sich noch gedulden

Update, 30. Juni, 16.42 Uhr: Touristen aus anderen Ländern müssen sich noch gedulden: Die EU hat jetzt zwar Menschen aus 14 Ländern erlaubt, wieder in die EU einzureisen, aber Menschen aus vielen weiteren Ländern dürfen sich nicht nach Europa bewegen. Lockerungen gibt es bald für China - wenn die Chinesen auch eine Bedingung der EU erfüllen.

Update, 30. Juni, 16.11 Uhr: Die aktuellen Fallzahlen für das Land NRW sind da. Insgesamt sind 43.063 Fälle von Coronavirus registriert.

Auch die Zahl der Todesfälle steigt: In Nordrhein-Westfalen sind 1680 Menschen an Covid-19 gestorben. Als genesen gelten insgesamt 37.497 Personen. 

Coronavirus in NRW: Clemens Tönnies tritt nach Corona-Skandal bei Schalke zurück

Update, 30. Juni, 15.16 Uhr: Clemens Tönnies tritt als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 zurück. 

Clemens Tönnies steht seit mehreren Wochen in der Kritik, seitdem imSchlachthof Tönnies das Coronavirus massiv ausgebrochen ist. Die Fans von Schalke demonstrierten am Samstag gegen ihn.

Update, 30. Juni, 12.23 Uhr: Ministerpräsident Armin Laschet hat sich gegen Straßenveranstaltungen zur traditionellen Sessionseröffnung am 11.11. ausgesprochen: "Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge - das passt nicht in diese Zeit", sagte Laschet heute in Düsseldorf. 

Was dann im Frühjahr mit dem eigentlichen Karneval sei, könne man jetzt noch nicht sagen. Dafür sei es zu früh. Man müsse das Infektionsgeschehen im Herbst noch abwarten. Das sei für die Aktiven, die langfristig planen wollen, "nicht schön", so Laschet: "Aber es müssen sich zurzeit Andere mit größeren Problemen umstellen in ihren Lebensplanungen."

Update, 30. Juni, 12.14 Uhr: Das Land NRW hat heute ein Dashboard zur Corona-Pandemie freigeschaltet. Dort werden alle Zahlen, Daten und Fakten aus NRW rund um die Entwicklungen des Coronavirus aufbereitet. 

Neben den Zahlen für ganz NRW sind auf dem Dashboard auch die Infektionszahlen der einzelnen Kommunen einsehbar.

Coronavirus in NRW: Vorerst keine Massentests

Update, 30. Juni, 11.40 Uhr: Das Land NRW verhängt vorerst keine Massentest auf das Coronavirus - und zieht somit nicht mit dem Bundesland Bayern mit. Ministerpräsident Armin Laschet äußert sich dazu am Dienstag: "Ich will das nicht bewerten, was die bayerischen Kollegen machen. Wir machen, was wir für Nordrhein-Westfalen richtig halten. Mir ist vor allem wichtig, dass wir es da, wo es brennt, verpflichtend machen."

Update, 30. Juni, 10.20 Uhr: Im Kreis Gütersloh (NRW) ist die wichtige Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage erneut deutlich zurückgegangen. So beträgt laut Robert-Koch-Institut (RKI) die sogenannte Sieben Tage-Inzidenz am Dienstag nunmehr 86 - noch vor einer Woche lag sie noch bei 270 im Kreis Gütersloh. Außerdem ist der Wert erstmals seit den hohen Zahlen durch den massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück nicht mehr dreistellig - dennoch liegt er noch weit über dem kritischen Wert 50, der bundesweit in der Diskussion um zusätzliche Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eine Rolle spielt.

Update, 30. Juni, 6.45 Uhr: Guten Morgen und willkommen zu unserem NRW-Ticker über die Entwicklung des Coronavirus. Nachdem Warendorf zwar aufatmen kann, bleibt der Kreis Gütersloh im Lockdown - das hat gestern Ministerpräsident Armin Laschet verkündet. Laschet hatte aber angekündigt, mit seinen Landes-Kollegen noch einmal darüber zu sprechen, bei einem Lockdown nicht ganze Kreise "heraus zu nehmen", sondern "die Orte, wo wirklich Gefahr besteht". Das müsse man - wenn die aktuelle Krise in der Region vorüber ist - thematisieren.

Coronavirus in NRW: Neue Regeln für Lockdown - Politik berät

Sogar bei der Opposition findet dieses Vorhaben Anklang. Der aktuelle Fall werfe die Frage auf, "ob es wirklich sinnvoll ist, solche Maßnahmen gleich in einem ganzen Kreisgebiet in Kraft zu setzen, wenn man weiß, dass Teile der beiden ausgedehnten Kreise überhaupt nicht betroffen sind", sagte SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty der "Neuen Westfälischen" am Dienstag. Kutschaty forderte, in Zukunft bei einem Ausbruch des Coronavirus "deutlich flexibler" zu reagieren. 

Update, 29. Juni, 18.35 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, die von Bund und Ländern abgesprochene Regelung für einen sogenannten Lockdown zu verändern: Man müsse noch einmal darüber sprechen, nicht ganze Kreise "heraus zu nehmen", sondern "die Orte, wo wirklich Gefahr besteht", sagte Laschet heute. 

"Das werden wir einmal mit den anderen Ländern, wenn die Krise vorbei ist, erörtern", sagte er mit Blick auf die Lage in Gütersloh. Laschet bezog sich konkret auf Städte und Gemeinden im Kreis Warendorf, die aktuell keine Infektionen haben - und dennoch vom Lockdown betroffen waren.

Coronavirus in NRW: Corona-Regeln werden verlängert

Update, 29. Juni, 16,21 Uhr: Die aktuellen Regelungen der Coronaschutzverordnung in NRW werden um weitere zwei Wochen bis mindestens zum 15. Juli verlängert. Das teilte die Landesregierung heute mit. 

Dazu gehört unter anderem die Maskenpflicht für bestimmte Bereiche. Zudem dürfen sich im öffentlichen Raum nur zehn Menschen treffen, wenn das Abstandsgebot nicht eingehalten wird. 

Update, 29. Juni, 16.14 Uhr: Das NRW-Gesundheitsamt hat am Nachmittag die neuen Corona-Zahlen veröffentlicht. Demnach sind am heutigen Montag 146 Neuinfektionen registriert worden. Landesweit sind somit 3881 Menschen akut mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der registrierten Infizierten seit Beginn der Pandemie ist auf 42.866 gestiegen.

Vier weitere Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus in NRW verstorben. Die Zahl steigt auf 1678 Tote an. Im Vergleich zum Vortag meldete das Gesundheitsamt heute eine Gesamtzahl von 37.307 Genesenen, fünf mehr als gestern.

Coronavirus in NRW: So geht es in Gütersloh und Warendorf weiter

Update, 29. Juni, 15.27 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat soeben die Entscheidung über den Lockdown in den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf verkündet. Für den Kreis Warendorf hatte er gute Nachrichten. Im Corona-Hotspot Gütersloh muss man sich in Sachen Lockdown weiter gedulden.

Update, 29. Juni, 13.45 Uhr: Der derzeit eingeschränkt geltende Lockdown im Kreis Gütersloh ist rechtmäßig. Das hat das Oberverwaltungsgericht von NRW in Münster entschieden. Ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stukenbrock hatte die Überprüfung einer entsprechenden Landesverordnung verlangt. Er kritisiert, dass auch Städte wie sein Wohnort und Versmold, Borgholz oder Halle in Westfalen betroffen sind, obwohl es dort keine oder kaum Infizierte gibt.

Coronavirus in NRW: Entscheidung über Lockdown in Gütersloh und Warendorf

Update, 29. Juni, 12.12 Uhr: Gibt es neue Corona-Lockerungen nach dem Lockdown in Gütersloh und Warendorf? Kurz vor der Entscheidung über das Auslaufen oder Verlängern des regionalen Lockdowns gibt es Lichtblicke in der Region. Allerdings liegt der besonders stark vom Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies betroffene Kreis Gütersloh bei einer wichtigen Kennziffer in der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie noch zu hoch - trotz einer weiter sinkenden Tendenz. Wir berichten live im Ticker um 15 Uhr hier über die Pressekonferenz der Landesregierung NRW.

Update, 29. Juni, 9.18 Uhr:  Neues zum Lockdown: Die Landesregierung NRW informiert heute um 15 Uhr zur Lage der Region nach dem Massenausbruch bei Tönnies

In einer Pressekonferenz sollen Ministerpräsident Armin Laschet, Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sowie den Landräten Sven-Georg Adenauer und Olaf Gericke (alle CDU) Informationen über die aktuelle Situation geben.

Der Lockdown der beiden Kreise Gütersloh und Warendorf gilt noch bis morgen, Dienstag. Jetzt wird entschieden, ob er verlängert wird.

Coronavirus in NRW: Noch mehr Fälle im Kreis Gütersloh

Update, 29. Juni, 8.19 Uhr: Österreich hat die generelle Reisewarnung für NRW zurückgenommen. Das Land hatte nach dem Corona-Massenausbruch bei Tönnies davor gewarnt nach Nordrhein-Westfalen zu fahren. Seit heute 0 Uhr ist die Reisewarnung von Österreich aufgehoben worden.

Update, 29. Juni, 7.59 Uhr: Guten Morgen und willkommen zurück bei unserem Newsblog zur Entwicklung der Coronavirus-Pandemie in NRW. Im Kreis Gütersloh sind die Fälle von Infektionen weiter gestiegen. Betroffen sind viele Menschen ohne direkten Bezug zum Schlachthof Tönnies

Binnen sieben Tagen einschließlich Samstag (21. bis 27. Juni) habe sich die Zahl dieser Fälle auf 107 erhöht, teilte der Kreis am Sonntagabend mit - so berichtet dpa. Das sind 32 mehr als für den Vergleichszeitraum am Vortag (20. bis 26. Juni). Weiterhin zeige aber die Mehrzahl der Betroffenen keine Krankheitssymptome und es sei auch nach wie vor kein Anstieg der Zahl von Erkrankungen zu verzeichnen, erklärte der Kreis in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut (RKI).

Der Lockdown in den beiden Kreisen Gütersloh und Warendorf gilt bis morgen. Spätestens also am morgigen Dienstag muss die Landesregierung entscheiden, wie es weitergeht.

Coronavirus in NRW: Neue Tests bei Schlachthöfen

Update, 28. Juni, 16.40 Uhr: Nach der Krise in der Fleischindustrie bei Tönnies und Westfleisch hat das Land NRW eine neue Regelung erlassen: Mitarbeiter auf Schlachthöfen müssen mindestens zweimal auf das Coronavirus getestet werden. Westfleisch geht allerdings noch einen Schritt weiter.  

Update, 15.40 Uhr: Viele täten inzwischen so, als wäre Corona vorbei, dies war das Resümee eines Sprechers der Polizei, nachdem Beamte am Wochenende in den Großstädten Köln, Bonn und Düsseldorf in NRW gleich mehrere Corona-Partys auflösen mussten. In Düsseldorf die große Freitreppe am Rheinufer wie auch eine Straße in der Altstadt geräumt, weil sich dort zu viele Menschen auf engem Raum aufgehalten und die Bestimmungen  wegen des Coronavirus missachtet hätten. In Köln kam es sogar zu Ausschreitungen: Seit Freitagabend hatte es in der Großstadt in NRW mehrfach Schlägereien und Auseinandersetzungen zwischen Gruppen gegeben. In einem Fall gingen Männer mit zerbrochenen Glasflaschen aufeinander los, ein 26-Jähriger wurde schwer verletzt.

Coronavirus in NRW: Keine Beruhigung in Gütersloh - Entspannung in Warendorf

Update, 28. Juni, 14.11 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischbetrieb Tönnies im Kreis Gütersloh sieht der Kreis Warendorf bisher keine Anzeichen für eine Ausbreitung des Virus unter der übrigen Bevölkerung. 

"Der bisherige Trend zeigt, dass das Virus nicht auf die allgemeine Bevölkerung übergesprungen ist", erklärte Landrat Olaf Gericke (CDU) am späten Samstagabend. Nach Angaben des Kreises waren nur zwei der insgesamt 4491 Corona-Tests positiv, die bis Samstagnachmittag in den Testzentren Oelde und Ahlen sowie bei Ärzten ausgewertet worden.

Der Kreis Warendorf hatte nach eigenen Angaben - unabhängig von den freiwilligen Reihentests der Bevölkerung - Tests in Pflegeheimen, bei Erntehelfern sowie in Schlacht- und Fleischbetrieben (noch nicht beendet) durchführen lassen. "Über 7000 Ergebnisse davon liegen vor - alle waren negativ", hieß es dazu am Samstagabend, so meldet es dpa.

Coronavirus in NRW: Masken als Bastelset - Entschuldigung von Minister

Update, 28. Juni, 13.04 Uhr: Nach harscher Kritik an "Bastel-Sets" für Mund-Nase-Masken hat sich Familienminister Joachim Stamp (FDP) beim Kinderbetreuungspersonal in NRW entschuldigt. In einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, drückte Stamp sein Bedauern aus: "Ich kann Ihnen versichern, dass dies kein Ausdruck von Geringschätzung war", so Stamp: "Um eines klarzustellen: Sie sind keine Basteltanten und Bastelonkel, sondern hochqualifiziertes pädagogisches Personal bzw. Kindertagespflegeperson. Ich kann nicht oft genug betonen, dass Sie herausragende Arbeit leisten!" 

Das Ministerium hatte neben normalen Masken auch etliche an Kitas verschickt, die noch zusammen gebastelt werden müssen. In der "Kommunikation" sei es dem Familienministerium leider nicht gelungen, "zu vermitteln, dass die übrigen Lieferungen für etwaig fehlende Masken bei Besuchern oder Eltern gedacht waren", schrieb Stamp. Für die Erzieher seien nur die fertigen Masken gedacht gewesen.

Coronavirus in NRW: Die neuen Fallzahlen sind da

Update, 28. Juni, 12.28 Uhr: Die aktuellen Fallzahlen für das Land NRW sind da. Nachdem am Samstag noch 42.568 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt waren, ist die Zahl am heutigen Sonntag auf 42.720 gestiegen. 

In Nordrhein-Westfalen sind 1674 Menschen an Covid-19 gestorben. Genesen sind insgesamt 37.312 Personen. 

Update, 28. Juni, 10.44 Uhr: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) gab es im Kreis Gütersloh 132,9 solche Fälle nach zuvor 164,2 am Samstag und 177,7 am Freitag. Das berichtet dpa. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2.

Der Kreis Gütersloh ist nach den RKI-Zahlen der einzige Kreis in Deutschland oberhalb der wichtigen Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage. Hintergrund ist der massive Ausbruch des Coronavirus beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück. Bis Dienstag muss eine Entscheidung fallen, ob der regionale Lockdown in den NRW-Kreisen Gütersloh und Warendorf - der bundesweit erste - ausläuft oder verlängert wird. Der seit Mittwoch geltende Lockdown ist bis zum 30. Juni befristet. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz spielt bei der Beurteilung des Infektionsgeschehens eine Rolle.

Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die wichtige Marke von 50 gefallen. Nach Daten von Samstag sackte sie auf nur noch 19,8 Fälle ab. Laut RKI lag sie am Sonntag bei 21,2 Fällen.

Coronavirus in NRW: Mehr Fälle nach Tönnies im Kreis Gütersloh

Update, 28. Juni, 9 Uhr: Willkommen zurück zu unserem Corona-Newsblog. Der Sonntag startet mit schlechten Neuigkeiten: Nachdem die Testergebnisse gestern noch Hoffnung für den Kreis Gütersloh gaben, wird heute klar, dass die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen nach dem Tönnies-Massenausbruch deutlich angestiegen ist.

Grund dafür seien wohl vor allem die deutlich umfangreicheren Tests, meldet dpa. Viele der Infizierten zeigten aber keine Symptome. Vom 20. bis zum 26. Juni seien insgesamt 75 Fälle in der übrigen Bevölkerung bekannt geworden - also bei Personen, die keinen direkten Bezug zu der Firma Tönnies haben, erklärte der Kreis Gütersloh in einer Mitteilung am Samstagabend. Das waren den Angaben zufolge 28 mehr als am Vortag berichtet.

Wenige Stunden zuvor hatte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nach dem Besuch eines Testzentrums in Gütersloh davon berichtet, dass bei rund 4100 Tests in der Allgemeinbevölkerung nur 9 Infektionen nachgewiesen worden seien. Dabei nannte er allerdings keinen Zeitraum für diese Daten. Ein Ministeriumssprecher verwies darauf, dass den Kreisen häufig früher Daten vorliegen als auf Landesebene.

Nach Angaben des Kreises, ist die Zunahme vermutlich durch die starke Ausweitung der Tests unter anderen in den sechs Diagnosezentren bedingt. Ein Sprecher des Kreises verwies auf Nachfrage auf die Dunkelziffer bei den Infektionen, die auch bei Corona vermutet wird. Ein gutes Zeichen sei, dass es keinen Anstieg der an Covid-19 Erkrankten gebe. Der Kreis Gütersloh wird unter anderem auch von Experten des RKI unterstützt.

Der Kreis Gütersloh veröffentlicht als weiteren Indikator für die Corona-Verbreitung in der Bevölkerung Testergebnisse eines großen Diagnosezentrums der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Dort gab es nach Angaben des Kreises bei 3588 Befunden 12 positive Fälle.

Update, 27. Juni, 19.50 Uhr: Mindestens zweimal pro Woche muss die Fleischindustrie in NRW künftig ihre Beschäftigten auf das Coronavirus testen lassen. Die neue Vorgabe des Arbeits- und Gesundheitsministeriums gilt ab 1. Juli für Betriebe mit mehr als 100 Beschäftigten. Damit will Minister  Karl-Josef Laumann Infektionen in der Branche künftig frühzeitig erkennen.

Coronavirus in NRW: 1.000 Schalke-Anhänger demonstrieren gegen Tönnies

Update, 27. Juni, 17.25 Uhr: Mit einer Menschenkette und Bannern demonstrieren die Schalker Fans aktuell noch rund um das Stadion gegen Tönnies. Etwa 1000 Anhänger sind parallel zum Bundesligaspiel in Freiburg bei den Protesten dabei. Unsere Reporter berichten von vor Ort im Live-Ticker.

Update, 27. Juni, 17.15 Uhr: Neun Infektionen in der Allgemeinbevölkerung im Kreis Gütersloh sind bislang festgestellt worden. Das sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Nach dem Massen-Ausbruch bei Tönnies wurden mittlerweile rund 4.100 Personen getestet, die nichts mit dem Fleischbetrieb zu tun haben.

"Das ist eine sehr niedrige Infektionsrate", sagte Laumann. In den kommenden Tagen erwartet er Tausende weitere Testergebnisse. Auf Grundlage dieser soll dann eine Entscheidungen zu den Einschränkungen in der Region getroffen werden.

Coronavirus in NRW: 42.568 Fälle bestätigt

Update, 27. Juni, 14.26 Uhr: Das NRW-Gesundheitsministerium hat die Corona-Infektionszahlen für Samstag mitgeteilt. Demnach sind seit Beginn der Pandemie 42.568 Corona-Fälle bestätigt worden. 1674 Menschen sind im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. 37.305 Menschen gelten als genesen. 

Update, 27. Juni, 12.36 Uhr: Schalke-Fans rufen heute zu einer Demo auf - parallel zum Schalker Auswärtsspiel beim SC Freiburg. Sie protestieren rund um das Vereinsgelände am Berger Feld und die Veltins-Arena gegen die Klub-Führung um Clemens Tönnies. Das Motto der Demo lautet „Schalke ist kein Schlachthof – gegen die Zerlegung unseres Vereins". WA.de ist vor Ort berichtet im Live-Ticker. Die Firma Tönnies steht derzeit wegen des Corona-Massenausbruchs in ihrem Werk in Rheda-Wiedenbrück (NRW) massiv in der Kritik.

Update, 27. Juni, 11.19 Uhr: Im Kreis Gütersloh liegt die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage trotz einer Abwärtstendenz weiter deutlich über der entscheidenden Marke von 50. Das geht aus den am Samstag veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Der Kreis Gütersloh ist der einzige Kreis in Deutschland oberhalb dieser Marke.

Nach den jüngsten RKI-Daten gab es im Kreis Gütersloh 164,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - nach zuvor 177,7 Fällen am Freitag. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2. Hintergrund ist der massive Corona-Ausbruch beim Fleischwerk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück.

Coronavirus in NRW: So ist die Lage im Kreis Warendorf

Im benachbarten Kreis Warendorf war die wichtige Kennziffer für die Pandemie-Bekämpfung schon am Freitag mit 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unter die Marke von 50 gefallen. Nach den Daten von Samstag sackte sie nun sogar auf nur noch 19,8 Fälle ab. In beiden Kreisen gilt ein Lockdown.

Coronavirus in NRW: Bund-Länder-Einigung zu Reise-Einschränkungen für Menschen aus Kreise Gütersloh und Warendorf

Nachdem bereits mehrere Bundesländer Einschränkungen für Reisende aus einem Corona-Hotspot wie dem Kreis Gütersloh auf den Weg gebracht hatten, gab es am Freitagabend eine Bund-Länder-Einigung dazu (siehe Update, 26. Juni, 22 Uhr). 

Update, 26. Juni, 22 Uhr: Ein ärztliches Zeugnis muss Reisenden aus einem Landkreis mit hohem Corona-Infektionsgeschehen bescheinigen, dass siekeine Infektion haben. Diese Regel für die Unterbringung in einem Hotel haben der Chef des Bundeskanzleramtes und der Leiter der Staats- und Senatskanzleien. Das Attest "muss sich auf eine molekularbiologische Testung stützen, die höchstens 48 Stunden vor der Anreise vorgenommen worden ist." Ministerpräsident Laschet bezeichnete die Einigung auf einheitliche Regeln aller Länder als "gut". 

Update, 26. Juni, 18.03 Uhr: Gute Nachrichten aus dem Kreis Gütersloh (NRW): Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies und nach der Ausweitung von kostenlosen Tests weiter kaum Anzeichen für eine Übertragung  des Virus auf die Bevölkerung

Update, 26. Juni, 17.20 Uhr: Armin Laschet hat denLockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf verteidigt: Man habe "intensiv abgewogen, ob man einzelne Städte aus dem Kreis aus den Regelungen herausnehmen kann, wofür es viele gute Gründe gibt", sagte er den Westfälischen Nachrichten. Der Ministerpräsident von NRW räumt ein: "Für die Zukunft wird man da vielleicht über neue Mechanismen nachdenken müssen." Nach dem Ausbruch des Coronavirus bei Tönnies wurde für beide Kreise ein Lockdown verhängt.

Coronavirus in NRW: Aktuelle Fallzahlen in Nordrhein-Westfalen

Update, 25. Juni, 16.55 Uhr: In NRW sind 3.262 Menschen mit dem Coronavirus akut infiziert. Vier Menschen sind im Zusammenhang mit Covid-19 von Donnerstag auf Freitag gestorben - somit steigt die Gesamtzahl der Todesfälle auf 1.673. Schon 37.212 Menschen in Nordrhein-Westfalen haben sich vom Coronavirus erholt.

Update, 25. Juni, 16.33 Uhr: Nachdem vermehrt Fälle von Coronavirus in Schlachtbetrieben festgestellt wurden, fordert Julia Klöckner (CDU), Bundesagrarministerin, grundlegende Veränderungen in der Fleischindustrie. Nicht zuletzt muss auch nach Ansicht den Ministerin am Preis angesetzt werden.

Update, 25. Juni, 16.11 Uhr: Ab sofort hebt Münster die Maßnahmen für den Kreis Warendorf auf, da "die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen unter die einschlägige Grenze von 50 gefallen ist", gibt die Stadt Münster in einer Pressemitteilung bekannt. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer: "Damit entfällt die Begründung für unsere Schutzmaßnahmen. Wir freuen uns mit den Menschen im Nachbarkreis über die gute Entwicklung und hoffen, dass sich diese weiter stabilisiert." Dahingegen bleiben die Maßnahmen für Gütersloh erhalten.

Update. 25. Juni, 15.59 Uhr: Bisherige Testergebnisse bestätigten, dass der Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück (NRW) sich im benachbarten Kreis Warendorf laut Bezirksregierung bislang auf dort wohnende Mitarbeiter beschränkt, wie ein Sprecher der Stadt Münster mitteilt. Die Anzahl der mit dem Coronavirus Infizierten auf 100.000 Einwohner ist laut RKI wieder unter den kritischen Wert von 50 auf 47,9 gefallen. Am Donnerstag lag dieser Wert noch bei 50,4.

Coronavirus in NRW: Westfleisch lässt Mitarbeiter nach Tönnies-Skandal testen

Update, 25. Juni, 15.37 Uhr: Nach dem Tönnies-Skandal will das Schlachtunternehmen Westfleisch die Mitarbeiter täglich auf das Coronavirus testen. Es geht um tausende Beschäftigte in NRW.

Update, 26. Juni, 15.07 Uhr: Fans von Schalke rufen morgen zu einer Demo an der Arena auf. Die protestieren gegen die Klub-Führung um Clemens Tönnies

Um ihrem Ärger nach dem Corona-Massenausbruch bei Tönnies Luft zu verschaffen, haben Fans parallel zum Schalker Auswärtsspiel beim SC Freiburg ab 15.30 Uhr zu einer Demo rund um das Vereinsgelände am Berger Feld und die Veltins-Arena aufgerufen, um auf die Missstände und Fehlentwicklungen des Vereins aufmerksam zu machen. Das Motto: „Schalke ist kein Schlachthof – gegen die Zerlegung unseres Vereins".

Coronavirus in NRW: Karneval auf der Kippe

Update, 26. Juni, 14.32 Uhr: Schützen, Karnevalisten und andere Brauchtumsvereine in NRW erhalten eine finanzielle Unterstützung. Das gab die Landesregierung nun bekannt.

Update, 26. Juni, 13.21 Uhr: Nach dem Corona-Skandal beim Schlachtkonzern Tönnies hat ein Fußball-Bundesligist die Partnerschaft mit dem Unternehmen beendet.

Update, 26. Juni, 13.06 Uhr: Gute Nachrichten für den Kreis Warendorf: Die wichtigste Kennziffer der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage unter die entscheidende Marke von 50 gefallen. Das geht aus den heute veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts hervor. Demnach sind es im Kreis Warendorf nun 47,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Zuvor hatte der Wert bei 50,4 gelegen.

Auch im Kreis Gütersloh, in dem ebenfalls nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies ein regionaler Lockdown gilt, sinkt die Kennziffer nach extrem hohen Werten weiter. Mit 177,7 Fällen in je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (zuvor 192,8) liegt der Wert aber weiter deutlich über der Marke von 50. Am Dienstag betrug der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2.

Coronavirus in NRW: Frust über Lockdown

Update, 26. Juni, 11.02:  Münster greift besonders hart durch und erlaubt es nicht einmal Kindern aus den beiden Lockdown-Kreisen Gütersloh und Warendorf in Münster zur Schule oder Kita zu gehen. Nun gibt es Kritik von den Landräten: "Aber die zunehmende Stigmatisierung unserer Bürgerinnen und Bürger ist in unseren Augen eine Unverschämtheit." Auch die Menschen in Drensteinfurt leiden unter dem Lockdown. Hier gibt es keine Fälle. 

Update, 26. Juni, 9.17 Uhr:  NRW-Ministerpräsident Armin Laschet lässt die Haftbarkeit des Fleischproduzenten Tönnies für den Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh prüfen. 

Zur Frage, ob das Unternehmen haftbar zu machen ist, sagte Laschet dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (Freitag): "Es wird derzeit sehr genau geprüft, ob und gegen welche Regeln das Unternehmen verstoßen hat und wo es in Haftung genommen werden kann." Laschet betonte, er sehe Tönnies in der Verantwortung. Der Ministerpräsident verteidigte seine Regierung gegen die Kritik, zu spät gegen die Arbeitsweise der Fleischfirma vorgegangen zu sein.

Coronavirus in NRW: Laschet zu Arbeitsbedingungen auf Schlachthöfen

 "Die Arbeitsbedingungen in den Schlachthöfen waren bekannt", sagte Laschet dem RND. "Rot-Grün hat die Werkverträge eingeführt, die zum Problem geworden sind. Unser Gesundheitsminster Karl-Josef Laumann hat sich hier als einziger mit wirklichem Nachdruck für eine Änderung eingesetzt." Für eine gesetzliche Änderung habe es jedoch keine Mehrheit gegeben, so Laschet.

 "Das muss man nüchtern einräumen." In einem Schlachtbetrieb der Firma Tönnies in Nordrhein-Westfalen wurden in den vergangenen Tagen über 1500 Menschen positiv auf das Virus getestet.

Coronavirus in NRW: Sommerferien starten heute nach Chaos-Halbjahr

Update, 26. Juni, 7.44 Uhr: Guten Morgen und willkommen zurück bei unserem Corona-Ticker. Heute ist Start der Sommerferien in NRW - auch wenn das nach viel Unterrichtsausfall von einem chaotischen Halbjahr in der Pandemie irreal erscheint.

Heute gehen die rund 2,5 Millionen nordrhein-westfälischen Schüler in die Sommerferien. Wegen der Corona-Pandemie hatte es an den Schulen wochenlang keinen oder nur eingeschränkten Präsenzunterricht gegeben - Lernen auf Distanz war angesagt. 

Viele Schüler haben ihre Zeugnisse bereits im Laufe dieser Woche erhalten: Wegen der besonderen Situation hatten die Schulen die Möglichkeit, die Zeugnisse zeitlich gestaffelt auszugeben. Für Fragen rund um das Thema Noten bieten die Bezirksregierungen wieder Zeugnistelefon e an. 

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) bekräftigte, nach den Ferien sollten alle Schulen "zu einem verantwortungsvollen Regelbetrieb zurückkehren, sofern die weitere Entwicklung des Infektionsgeschehens dies zulässt". Sie hoffe, dass Schüler, Eltern und Lehrer aus dieser Aussicht Motivation schöpfen könnten. 

Zum Ferienstart rechnet der ADAC mit Staus auf den Autobahnen. Vor allem auf den Strecken in Richtung Nord- und Ostsee sowie Richtung Süden könne es ab Freitagmittag voll werden. "Wir erwarten wegen der Corona-Krise weniger Auslandsreisen per Flugzeug und dafür mehr Urlaub mit dem Auto in Deutschland und den Nachbarländern", sagte ADAC-Reiseexperte Roman Suthold.

An den Flughäfen ziehen die Passagierzahlen nach Aufhebung der Reisewarnungen zwar langsam wieder an. Jedoch werden am ersten Ferienwochenende an den Airports in Düsseldorf und Köln/Bonn weitaus weniger Flieger starten und landen als in vorherigen Jahren. - dpa

Update, 25. Juni, 22.30 Uhr: An 23 Schulen und zwei Kindergärten in Hamm gab es konkrete Verdachtsfälle, dass Kinder von Tönnies-Mitarbeitern eine zweiten Welle auslösen könnten. Die Gefahr scheint erheblich größer gewesen zu sein, als bislang anzunehmen war. Die Großstadt grenzt an den Kreis Warendorf, der nach dem Skandal beim Fleischbetrieb stark von Coronavirus getroffen ist.

Update, 25. Juni, 21.50 Uhr: Der Kreis Gütersloh hat doch höhere Fallzahlen, als zunächst angenommen. Demnach gebe es inzwischen drei Fälle: Bis Donnerstag 15 Uhr seien 2521 Abstriche genommen worden. 1655 Befunde lägen vor. Davon sei einer klar positiv, zwei seien schwach positiv. Der Gesundheitsminister von NRW, Karl-Josef Laumann, hatte zuvor von 2000 getesteten Fällen und nur einer positiven Infektion mit dem Coronavirus gesprochen. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte auf Nachfrage, dass es sich bei den 2000 von Laumann genannten Getesteten um Menschen aus der Allgemeinbevölkerung handelt.

Coronavirus in Hamm: Weihnachtsmarkt 2020 in einem Ort im Kreis Warendorf abgesagt

Update, 25. Juni, 20.07 Uhr: Der Sommer hat gerade erst begonnen, Weihnachten liegt noch in der Ferne. Doch bereits jetzt hat eines der ersten Dörfer in NRW wegen des Coronavirus den Weihnachtsmarkt abgesagt. Das Dorf gehört zum Kreis Warendorf und befindet sich nach dem Skandal bei Tönnies im Lockdown.

Update, 25. Juni, 19.54 Uhr: Flugzeuge aus NRW dürfen trotz Reisewarnung in Österreich landen, das teilte das Gesundheitsamt in Österreich am Donnerstag mit. Generell sehen die Flughäfen in NRW die Reisesaison kritisch: Wegen des Coronavirus sind die Passagierzahlen stark geschrumpft.

Coronavirus in NRW: Lockdown für eine Woche - bekommen Gütersloh und Warendorf den Virus in den Griff

Update, 25. Juni, 17.38 Uhr: Reicht eine Woche Lockdown um die Situation in den Kreisen Gütersloh und Warendorf in den Griff zu kriegen? Nach dem Massenausbruch bei Tönnies planen die Behörden im Kreis Gütersloh jeden Tag 10.000 Tests

So wollen sie herausfinden, ob der Coronavirus von den Tönnies-Mitarbeitern auf andere Bürger übergesprungen ist. Laut dpa-Informationen bildeten sich bereits lange Schlangen vor den Testzentren - denn die Bürger möchten Sicherheit für ihren Sommerurlaub. Am Freitag starten die Sommerferien in NRW

Coronavirus in NRW: Nach Ausbruch bei Tönnies gibt es Hoffnungsschimmer

Offenbar gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer für die Menschen in den beiden Kreisen: Von 2000 aktuellen Corona-Tests sei nur einer positiv ausgefallen, sagte NRW- Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses. 

Bei den 2000 Getesteten handelt es sich nach Ministeriumsangaben um Menschen aus der Allgemeinbevölkerung. Das Ergebnis der Massentests ist wichtig für die Entscheidung darüber, ob der neue, zunächst zum 30. Juni verhängte eingeschränkte Lockdown für die Kreise Gütersloh und Warendorf fortgesetzt wird, schreibt dpa.

Coronavirus in NRW: Zahl der Neuninfektionen sinkt laut RKI

Laut Robert Koch-Institut sank die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage heute im Kreis Gütersloh auf 192,8 gesunken. Am Dienstag hatte der Wert laut NRW-Gesundheitsministerium noch 270,2 betragen. Im benachbarten Kreis Warendorf fiel der Wert auf 50,4, zuvor lag er noch bei 66,2. Damit liegt der Kreis Warendorf nur noch knapp über der Marke 50, die von Bund und Ländern als Grenzwert für wieder stärkere Einschränkungen vereinbart worden war.

Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bayern haben ein Beherbergungsverbot oder andere Beschränkungen für Menschen aus Corona-Risikogebieten festgelegt, die keinen negativen Corona-Test vorweisen können. Im Fall Niedersachsens gilt dies speziell für Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Als Risikogebiete gelten Regionen mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

Update, 25. Juni, 16.23 Uhr: Corona-Ausbruchbei Dönerproduzent: Mittlerweile sind 79 der Mitarbeiter einer Dönerfleischproduktionin Moers bei Duisburgpositiv auf Corona getestet worden. Zunächst waren 17 Beschäftigte als positiv registriert worden.

Insgesamt wurde von rund 200 Mitarbeitern Abstriche genommen. Davon stehen den Angaben zufolge noch 120 Ergebnisse aus. Die Kontaktnachverfolgung laufe auf Hochtouren. "Keine der positiv getesteten Personen weist bisher die Corona-typischen Symptome auf", erklärte der Kreis gegenüber dpa. 

Coronavirus in NRW: Infizierte bei Dönerfleisch-Hersteller

Der Dönerfleischproduzent hat nach Angaben des Kreises 275 Mitarbeiter. Die ersten positiven Testergebnisse waren bei einer Nachtestung herausgekommen: Die 17 infizierten Mitarbeiter waren nachträglich untersucht worden. Sie hatten unter anderem wegen Urlaubs und Kurzarbeit nicht an einer ersten Testung im Mai teilgenommen. Das NRW-Gesundheitsministerium hatte damals eine Reihentestung bei allen Schlachtbetrieben im Bundesland angeordnet.

Update, 25. Juni, 14.58 Uhr: Das NRW-Gesundheitsministerium hat die neuen Corona-Fallzahlen bekannt gegeben. Die Zahlen schnellen wieder in die Höhe. Mit Stand 25. Juni sind seit Beginn der Pandemie 41.989 bestätigte Corona-Infektionen registriert worden. Gestern waren es noch 41.675. 

1669 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektionen. Inzwischen gelten 37.097 Menschen als genesen.

Update, 25. Juni, 13.40 Uhr: Bordelle bleiben geschlossen. Das hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) des Landes Nordrhein-Westfalen in Münster bestätigt. Ein Betreiber aus dem Kreis Gütersloh hatte gegen die Verordnung des Landes geklagt. Die Begründung für die Schließung klingt logisch.

Coronavirus in NRW: Auswirkungen auf den Start in die Sommerferien

Update, 25. Juni, 13.15 Uhr: Der Ferienstart wird in der Pandemie in NRW anders werden. Ab Freitag beginnen nach der Z eugnisvergabe die Sommerferien, obwohl in diesem Jahr bereits viel Unterricht ausfiel. Durch das Coronavirus, seine Auswirkungen und Lockdowns wird der Ferienbeginn alles, aber nicht normal.

Update, 25. Juni, 12.05 Uhr: Bestätigung aus der NRW-Landesregierung: Die erste Welle von Infizierten im Zusammenhang mit der Fleischindustrie im Kreis Gütersloh hat es nach Angaben des Gesundheitsministeriums Ende Mai nach einer "kirchlichen Veranstaltung" gegeben. Das sage Staatssekretär Edmund Heller am Donnerstagmorgen in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im Landtag in Düsseldorf.

Update, 25. Juni, 11.28 Uhr: Die Sterberate in NRW ist trotz Corona-Pandemie etwas niedriger als 2019. Im Mai 2020 starben in Nordrhein-Westfalen insgesamt 16.100 Menschen, im Vorfahresmonat waren es 16.500. 

Im Mai starben in NRW etwa neun Prozent weniger Menschen als im April 2020 mit 17.700 Todesfällen, das berichtet dpa. "Im langjährigen Vergleich sind für das Sterbegeschehen im Mai 2020 keine Auffälligkeiten zu beobachten", betonte das Statistische Landesamt in Düsseldorf. Die Zahl der Sterbefälle liege auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren.

Coronavirus in NRW: Ausbruch in Dönerfleisch-Produktion

Update, 25. Juni, 10.29 Uhr: Neue Infektionen in der Fleischindustrie in NRW: In Moers gibt es einen Corona-Ausbruch bei einem Dönerfleisch-Produzenten

In dem Betrieb mit insgesamt 275 Mitarbeitern sind 17 Mitarbeiter infiziert. Weitere 43 Mitarbeiter sind zusätzlich unter Quarantäne. Der Betrieb wurde laut Kreis Wesel vorläufig geschlossen.

Update, 25. Juni, 9.52 Uhr: Nach Recherche von t-online.de hängt der Massen-Ausbruch vom Fleisch-Riesen Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit dem Ausbruch bei Westfleisch, beziehungsweise der Tochtergesellschaft von Westfleisch und Danish Crown, Westcrown, zusammen. 

Laut den t-online-Informationen trafen Tönnies-Mitarbeiter bei einem Gottesdienst auf infizierte Westcrown-Mitarbeiter aus Dissen (Niedersachsen). Andere Mitarbeiter beide Unternehmen trafen wohl zeitgleich laut Auskunft des Landkreises Osnabrück in einem Restaurant aufeinander. 

Die Mitarbeiter wussten laut Medienberichten nichts von der Infektionskette. Zunächst seien bei Tönnies nach den Treffen nur wenige Infektionen bekannt geworden. Zeitgleich habe es in Niedersachsen bei Westcrown zahlreiche Infektionen: Mehr als die Hälfte der 280 Westcrown-Mitarbeiter hatte sich infiziert.

Die Infektionskette bei Westcrown führen die t-online-Recherchen auf den Ausbruch bei Westfleisch zurück. Ein Subunternehmen habe Werkvertragsarbeiter zwischen den Standorten hin- und hergeschoben. 

Coronavirus in NRW: Reisebeschränkungen für Menschen aus Nordrhein-Westfalen

Update, 25. Juni, 7.11 Uhr: Nach dem Ausbruch des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück haben mehrere Regionen Deutschlands Reise-Beschränkungen für Menschen aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf erlassen - und das ausgerechnet vor dem Start der Sommerferien in NRW. Doch auch ein Blick ins Ausland lohnt sich. Spanien, die Niederlande und Österreich - die allesamt zu den liebsten Reiseländern der Deutschen gehören, haben sich auch zu möglichen Bestimmungen geäußert. Eine Umfrage unter Deutschen zeigt außerdem die aktuelle Stimmungslage in Sachen Urlaub - wegen des Coronavirus herrschen sehr gemischte Gefühle.

Update, 25. Juni, 6.30 Uhr: Guten Morgen und willkommen zurück zu unserem Newsticker rund um das Coronavirus in NRW

Das Landeskriminalamt (LKA) prüft einem Bericht zufolge, ob kriminelle Familienclans in der Corona-Pandemie Soforthilfen bekommen haben. "Wir haben in vereinzelten Fällen Hinweise darauf bekommen, dass Clanmitglieder finanzielle Corona-Soforthilfen der Bundesregierung erhalten haben", sagte der leitende LKA-Kriminaldirektor Thomas Jungbluth der Rheinischen Post

Man müsse aber beachten, dass auch ein Clanmitglied Anspruch auf solche Soforthilfen haben könnte - etwa wenn sein Betrieb wegen der Corona-Krise schließen musste. "Ein Clanangehöriger bleibt grundsätzlich anspruchsberechtigt. Seine Zugehörigkeit zu einem Familienclan lässt diese Anspruchsberechtigung nicht erlöschen. Wir sind mit Steuerfahndungsbehörden im Gespräch", sagte Jungbluth der Zeitung. 

Coronavirus in NRW: Dürfen Flugzeuge aus NRW bald nicht mehr in Wien landen?

Update, 24. Juni, 21.51 Uhr: Österreich hat eine Reisewarnung für NRW ausgesprochen. "In Zusammenhang mit der neuerlichen Ausbreitung des Coronavirus gilt für Nordrhein-Westfalen eine

partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5) - vor Reisen nach

Nordrhein-Westfalen wird gewarnt", hieß es am Mittwoch auf der Internetseite des österreichischen Außenministeriums.

Obendrein gibt es Überlegungen im Gesundheitsministerium in Wien für ein Landeverbo t für Flugzeuge aus Nordrhein-Westfalen in Österreich. Das berichteten der Sender RTL sowie weitere Medien. Nach dpa-Informationen ist eine Entscheidung aber noch nicht gefallen.

Update, 24. Juni, 20.40 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat Österreich wegen der ausgesprochenen Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen indirekt kritisiert: "Als in Ischgl mal etwas passiert ist, haben wir nicht eine Reisewarnung für ganz Österreich ausgesprochen", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch bei "Bild live". "Ich glaube nicht, dass Gütersloh schlimmer ist als Ischgl."

Laut dpa kündigte Amin Laschet an, alles Notwendige zu tun, um eine Rückkehr zur Normalität zu ermöglichen: "Wir tun jetzt erst mal alles dafür, dass wir die Zahlen so kriegen, dass diese Reisewarnung bald wieder aufgehoben werden kann." Ein Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies hatte in den Kreisen Gütersloh und Warendorf zu einer deutlichen Verschärfung der Schutzmaßnahmen geführt.

Zu Reisebeschränkungen für Bürger aus dem Kreis Gütersloh an der Ostsee sagte Laschet, er verstehe Urlaubsregionen, dass sie "Klarheit haben wollen". "Aber ich werbe auch dafür, dass die Menschen, die sich haben testen lassen, die auch nachweisen können, dass sie das Virus nicht tragen, auch die Möglichkeit haben, in Urlaub zu gehen."

Derweilen wurde uns bekannt, dass auch Menschen aus Hamm Probleme haben, in den Urlaub zu fahren. Hamm ist durch die Nähe zu den Kreisen Warendorf und Gütersloh als Corona-Hotspot verschrien worden - dabei ist laut Oberbürgermeister der Lockdown in weiter Ferne.

Coronavirus in NRW: Bund schickt Schutzausrüstung in den Kreis Gütersloh

Update, 24. Juni, 18.57 Uhr: Im Kampf gegen den großen Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hilft der Bund mit Nachschub an

Schutzausrüstung. Nach einer entsprechenden Bitte des dortigen Lagezentrums sollen 20.000 Masken, 10.000 Kittel, 10.000 Handschuhe, 1000 Schutzbrillen und 200 Liter

Desinfektionsmittel geliefert werden, wie dpa berichtet. Damit sollen 90 Einsatzkräfte für drei Wochen ausgestattet werden können. Das Material sollte noch am Mittwoch versandt werden.

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Tönnies-Schlachtbetrieb hatten sich mehr als 1550 Beschäftigte infiziert. Die Behörden hatten daraufhin im Kreis Gütersloh und im Kreis Warendorf das öffentliche Leben massiv eingeschränkt. Betroffen sind rund 640 000 Menschen. Mit Corona-Massentests in beiden Kreisen will die Landesregierung NRW nun bis Ende der Woche Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus erhalten. 

Update, 24. Juni, 18.45 Uhr: Kita-Kinder und Schüler aus dem Kreis Warendorf und dem Kreis Gütersloh dürfen in Münster weder am Unterricht teilnehmen, noch die Kitas oder Schulen betreten, das teilte die Stadt Münster mit. 

Update, 24. Juni, 18.08 Uhr: Es gibt eine erste Klage gegen den Lockdown im Kreis Gütersloh. Am Dienstag war nach dem Massen-Ausbruch des Coronavirus' bei Tönnies sowohl im Kreis Gütersloh als auch im Kreis Warendorf der Lockdown ausgerufen wurden.

Nun verlangt nach Angaben einer Gerichtssprecherin des Oberverwaltungsgericht NRW ein Bewohner der Stadt Schloß Holte-Stuckenbrock die rechtliche Überprüfung der Landesverordnung. 

Coronavirus in NRW: Autos von Tönnies-Mitarbeitern angezündet

Update, 24. Juni, 17.12 Uhr: Die Polizei meldet eine aggressive Tat nach dem Corona-Skandal beim Fleisch-Riesen Tönnies. Im Kreis Warendorf - seit Dienstag unter dem Lockdown - haben bislang unbekannte Täter versucht die Autos von Tönnies-Mitarbeitern anzuzünden.

Update, 24. Juni, 16.37 Uhr: Eine Reisegruppe aus Gütersloh ist von einem Hotel im Ostseebad Kühlungsborn (Mecklenburg-Vorpommern) nach Hause geschickt worden, da die Touristen keinen negativen Corona-Test vorlegen konnten, den das Land von Menschen aus einem Risikogebiet fordert. Dieser Fall ist beispielhaft für Probleme, mit denen zahlreiche Reisende aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf ausgerechnet zum Ferienbeginn konfrontiert werden.

Update, 24. Juni, 16.27 Uhr: Bei der freiwilligen Massentestung der Bewohner des Kreises Gütersloh ist bei den ersten 230 Befunden noch kein sicherer Corona-Nachweis dabei gewesen. Ein Ergebnis sei noch fraglich, alle anderen seien negativ, sagte Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) in einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag im Kreishaus in Gütersloh. 

Insgesamt seien bislang 600 Abstriche genommen worden. Der Kreis Gütersloh hatte am Dienstagnachmittag das erste Diagnosezentrum an einem Berufskolleg in Gütersloh in Betrieb genommen.

Zwei Mitarbeiterinnen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein im Schutzanzug nehmen bei einem Mann beim gratis Coronavirus-Test am Carl-Miele-Berufskolleg die Daten auf. Im Zusammenhang mit dem derzeit bundesweit größten lokalen Coronavirus-Ausbruch in der Fleischfabrik von Tönnies im ostwestfälischen Kreis Gütersloh wurde bei mehr als 2000 Beschäftigten das Coronavirus nachgewiesen.

Dort können unter der Leitung der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ohne Anmeldung Abstriche gemacht werden. Laut Adenauer sollen in den kommenden Tagen zwei weitere Diagnosezentren im Kreis eingerichtet werden.

Coronavirus in NRW: Großer Andrang auf Corona-Tests - Kapazitäten ausgeschöpft

Update, 24. Juni, 16.07 Uhr: Im Kreis Gütersloh ist der Andrang auf Corona-Testungen so groß, dass schon am Morgen die Kapazitäten für den heutigen Mittwoch ausgelastet waren. Gerade mit Hinblick auf die anstehenden Sommerferien sind Test-Ergebnisse für viele Bürger relevant: Im Zuge des Ausbruchs bei Tönnies verfügten mehrere Bundesländer Übernachtungsverbote für Reisende aus den Corona-Hotspots. Ausnahmen gelten für Menschen mit einem negativen Test.

Update, 24. Juni, 16.02 Uhr: Das NRW-Gesundheitsministerium hat die neuen Corona-Fallzahlen bekannt gegeben. Mit Stand 24. Juni sind seit Beginn der Pandemie 41.675 bestätigte Corona-Infektionen bekannt geworden. 1668 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektionen. Inzwischen gelten 36.942 Menschen als genesen.

Das Tönnies-Werk Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh gilt derzeit als Ausgangspunkt eines massiven Ausbruchs - auch im Raum Warendorf wohnen viele Tönnies-Mitarbeiter. Im Kreis Gütersloh hat es bis Mittwoch mehr als 2000 positive Befunde gegeben.

Update, 24. Juni, 15.55 Uhr: Ein Gymnasium in Münster hat besondere Regelungen für Schüler erlassen, die in den Kreisen Gütersloh und Warendorf wohnen: Sie sind ab morgen vom Unterricht ausgeschlossen und dürfen das Schulgebäude nicht mehr betreten.

Coronavirus in NRW: Experte befürwortet Lockdown in Kreisen Gütersloh und Warendorf

Update, 24. Juni, 15.47 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück begrüßt ein Experte den Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf. "Man muss kein großer Prophet sein, um zu sehen, dass es diese Maßnahmen braucht, um dem Virus wieder Einhalt zu gebieten", sagte Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie der dpa.

Eine Parallele zum Corona-Ausbruch im Tiroler Wintersportort Ischgl Anfang März sieht der Epidemiologe jedoch nicht. "Im Unterschied dazu handelt es sich in Gütersloh um ein Geschehen in einem Großbetrieb", erklärte Zeeb. Eine Häufung von Infektionen war demnach absehbar, wenn Leute am Arbeitsplatz wieder zusammenkommen.  

Coronavirus in NRW: Hygiene-Experte über den Corona-Ausbruch bei Tönnies

Update, 24. Juni, 15.33 Uhr: Der Hygiene-Experte Martin Exner, der gerade seine wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Corona-Ausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies beim Kreis Gütersloh vorgestellt hat, hat erklärt, warum sich das Coronavirus nach ersten Erkenntnissen im Zerlegebetrieb von Tönnies derart rasant verbreiten konnte.

Neben dem Aspekt, dass die Mitarbeiter im Zerlegebereich besonders hart körperlich arbeiten müssten, sei ein weiterer Faktor, dass die Raumluft dort gekühlt werden müsse. Die Temperaturen würden auf 6 bis 10 Grad heruntergkühlt. Zudem werde die Luft getrocknet, um das Wachstum von Bakterien (etwa Legionellen) zu verhindern. Aus dem Raum werde Luft in Kühlsysteme geführt - und wieder zurück. Es handle ich um eine Zirkulation ohne Frischluftzufuhr. Der Kern des Problems sei demnach, dass Umluft "ein Aerolsol in Bewegung halten" könne. 

Martin Exner hat in einer Pressekonferenz beim Kreis Gütersloh erklärt, warum sich nach ersten Erkenntnissen das Coronavirus im Zerlegebetrieb von Tönnies so rasant ausbreiten konnte. Exner ist Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit sowie Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Infektiologie und Infektionsschutz der Universität Bonn.

Um die Verbreitung des Coronavirus in Fleisch-Zerlegebetrieben zu verhindern, sei laut dem Hygiene-Experte neben dem Wahren der Abstände auch das Tragen von Masken unerlässlich, was bei derart körperlich harter Arbeit aber zur Luftnot führen könne. Deshalb brauche es Masken, die zwar das Ausatmen von Erregern verhindern, die Mitarbeiter aber trotzdem atmen lassen. 

Auch bauliche Lösungsansätze hat Exner parat - etwa den Einbau von Hochleistungsfiltern oder den Einsatz von UV-Licht. Es werde jetzt darum gehen, Lösungen nach vorne zu bringen. 

Der Direktor des Instituts für Hygiene hatte sich am Samstag und Sonntag die Lage bei Tönnies im Werk in Rheda-Wiedenbrück angeschaut.

Coronavirus in NRW: Hygiene-Experte spricht im Kreis Gütersloh über Massenausbruch bei Tönnies

Update, 24. Juni, 15.08 Uhr: Der Kreis Gütersloh informiert zur Stunde in einer Pressekonferenz über erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung des Corona-Ausbruchs bei Tönnies. Der Bonner Hygiene-Experte Martin Exner hat diese Untersuchung durchgeführt. Wir werden an dieser Stelle von den Ausführungen des Experten berichten.

Update, 24. Juni, 13.59 Uhr: Die Auswirkungen der Lockdowns nach einem massiven Anstieg der mit dem Coronavirus Infizierten in den Kreisen Gütersloh und Warendorf ziehen die Kreise in der Region. Auch der Oberbürgermeister Hamms, Thomas Hunsteger-Petermann, äußert sich jetzt, wie Hamm mit Bewohnern des Nachbarkreises Warendorf umgeht.  

Update, 24. Juni, 13.35 Uhr: Der Ausbruch des Coronavirus im Kreis Gütersloh bringt auch die 3. Fußballbundesliga durcheinander: Das Relegationsrückspiel zwischen dem SC Verl und Lok Leipzig muss verschoben oder verlegt werden. Das Spiel sollte am 30. Juni beim aktuellen Viertligisten in NRW ausgetragen werden. Lok-Trainer Wolfgang Wolf zuvor bereits einen Fan-Ansturm aus Sachsen nach Verl angekündigt. Wolfgang Wolf kündigte bereits im Vorfeld in einem Interview im "Sport im Osten" an, "dass ein paar Hundert Fans von uns mitkommen. Die lassen sich nicht aufhalten". Der mögliche Aufstieg des Lok Leipzig in die 3. Liga sei ein Spektakel und eine einmalige Geschichte. "Da wollen viele dabei sein." Verls Club-Präsident Raimund Bertels bezeichnete diese Aussage als "No Go", hatte aber auch Verständnis für Wolf. "Das gehört zum Fußball dazu. Unter normalen Umständen hätte man das zusammen mit der Polizei einfach abfangen müssen."

Coronavirus in NRW: Kreis Gütersloh ist Thema einer Sondersitzung

Update, 24. Juni, 12.56 Uhr: Der Gesundheitsausschuss im NRW-Landtag wird am Donnerstag zu einer Sondersitzung zur Lage im Kreis Gütersloh zusammenkommen. SPD und Grüne haben die Sitzung gemeinsam beantragt. 

Update, 24. Juni, 12.20 Uhr: Auch Niedersachsen hat ein Beherbergungsverbot für Touristen "aus dem Bereich Gütersloh" erlassen. Das Land werde die bereits in Meckelenburg-Vorpommern und Bayern geltende Regelung anwenden, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen in Hannover.

Coronavirus in NRW: Milliarden für die Konjunktur, Millionen für Schulen

Update, 24.  Juni, 12.10 Uhr: 380 Millionen Euro, davon gut 280 Millionen aus dem Landeshaushalt, will NRW für dieAusstattung von Schülern und Lehrern mit mobilen Endgeräten zur Verfügung stellen. Trotz der anstehenden Rückkehr zum Normalbetrieb in Nordrhein-Westfalens Schulen nach den Sommerferien sollen die Schulen flächendeckend ausgestattet werden. Außerdem soll mehr Geld in die Anbindung von Schulen an schnelle Glasfasernetze fließen. NRW will sich für den Fall rüsten, dass wegen der Corona-Pandemie erneut Unterricht auf Distanz notwendig wird. 

Update, 24. Juni, 11.15 Uhr: 3,6 Milliarden Euro schwer ist das Konjunkturpaket, dass die Landesregierung zur Abmilderung der coronabedingten Wirtschaftsschäden aufbringen will. Zusätzlich stelle NRW 1,7 Milliarden Euro an Landesmitteln zur Co-Finanzierung wichtiger Maßnahmen des Bundes bereit, sagte Ministerpräsident Armin Laschet am Mittwoch in Düsseldorf. 

https://www.soester-anzeiger.de/lokales/wickede/pappe-lenkt-rentner-wickede-mann-wird-opfer-dreister-masche-dieb-stiehlt-geld-13809367.html

Update, 24. Juni, 10.50 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat sein Krisenmanagement im Zusammenhang mit dem Massenausbruch bei Tönnies im Kreis Gütersloh verteidigt. Man mute den Menschen in den beiden betroffenen Landkreise viel zu, durch die breite Streuung der Wohnorte berge der Ausbruch aber ein "enormes Pandemie-Risiko". Angesichts der Kritik, die Landesregierung habe das Leben in den betroffenen Kreisen zu spät heruntergefahren, sagte Laschet: "Es ist eine Abwägung erforderlich." Ihn wundere es immer wieder, wie schnell manche bereit seien, Einschränkungen der Grundrechte vorzunehmen.

Update, 24. Juni, 10.45 Uhr: Österreich hat eine Reisewarnung für NRW ausgesprochen. "In Zusammenhang mit der neuerlichen Ausbreitung des Coronavirus gilt für Nordrhein-Westfalen eine partielle Reisewarnung (Sicherheitsstufe 5) - vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen wird gewarnt", hieß es am Mittwoch auf der Internetseite des österreichischen Außenministeriums.

Update, 24. Juni, 7.20 Uhr: Auch Hausärzte im Kreis Gütersloh können Patienten auf das Coronavirus testen, sofern diese keine Symptome haben. Eine entsprechende Vereinbarung hat die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf den Weg gebracht. 

Update, 24. Juni, 7 Uhr: Guten Morgen und willkommen zurück zum Newsblog. Ministerpräsident Armin Laschet hat wenige Tage vor Beginn der Sommerferien davor gewarnt, Reisende aus den vom Corona-Ausbruch im Tönnies-Konzern betroffenen Landkreisesn zu benachteiligen"Die Botschaft an alle, die jetzt auf Gütersloh schauen: Es sind außerhalb der Beschäftigten in der Fleischindustrie so gut wie keine Fälle bisher bekannt", sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in den ARD-Tagesthemen mit Blick auf andere Bundesländer. "Ich warne nur davor, jetzt die Bewohner dieses Kreises zu stigmatisieren." Derweil hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Beschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten in seinem Bundesland als unbedingt notwendige Sicherheitsmaßnahme verteidigt. Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen keine Reisenden aufnehmen, die aus einem Landkreis kommen, in dem die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen den Wert von 50 überstieg. 

Update, 23. Juni, 21.58 Uhr: Es war ein ereignisreicher Tag rund um das Coronavirus in NRW: Für die Kreise Gütersloh und Warendorf wurden nach dem Massenausbruch beim Schlachtkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ein Lockdown zumindest bis Dienstag (30. Juni) verhängt – mit gravierenden Folgen für die Bevölkerung.

Tönnies und die Folgen wird am Mittwochmorgen (24. Juni) bei der Telefonkonferenz der deutschen Gesundheitsminister Thema sein.

Update, 23. Juni, 20.40 Uhr: Die Stadt Münster reagiert nach dem massiven Corona-Ausbruch bei Tönnies und dem Lockdown in zwei nahegelegenen Landkreisen mit neuen Regeln zur Maskenpflicht. "Wer aus dem Großraum Gütersloh und Warendorf kommend Münster besucht, ist ab morgen (Mittwoch, 24. Juni) im öffentlichen Raum und am Arbeitsplatz im gesamten Stadtgebiet zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet", teilte die Stadt am Dienstagabend mit.

Coronavirus in NRW: Münster verschärft Mundschutz-Regeln

Betroffen von der per Allgemeinverfügung angeordneten Maskenpflicht seien Personen mit Wohnsitz im gesamten Kreis Gütersloh und im gesamten Kreis Warendorf. Ebenso seien Personen im Stadtgebiet Münster zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes beziehungsweise Einhalten des Mindestabstandes verpflichtet, die in Münster wohnen und sich regelmäßig im Raum Gütersloh und Warendorf als Berufspendler aufhalten, hieß es. Die Maßnahmen sollen bis 1. Juli gelten.

Update, 23. Juni, 18.54 Uhr: Der Corona-Skandal bei Tönnies und die Folgen: Die deutschen Gesundheitsminister wollen am Mittwochmorgen in einer Telefonkonferenz über ein gemeinsames Vorgehen nach den massenhaften Corona-Neuinfektionen im Kreis Gütersloh beraten. Das hat Schleswig-Holsteins Landesregierung angekündigt. Ziel sei ein bundeseinheitliches Vorgehen. 

Das nördlichste Bundesland will Reisende aus Corona-Hotspots künftig in eine zweiwöchige Quarantäne schicken.

Coronavirus in NRW: Lockdown in Kreisen Gütersloh und Warendorf

Update, 23. Juni, 18.34 Uhr: Nach dem Coronavirus-Ausbruch beim Schlachtbetrieb Tönnies zieht NRW die Notbremse. Für Urlauber aus der Region ist das kurz vor Ferienbeginn keine gute Nachricht. Von der Ostseeinsel Usedom musste bereits ein Ehepaar aus Gütersloh abreisen. Auch in Bayern gibt es Restriktionen für Urlauber aus Corona-Hotspots.

Update, 23. Juni, 17.34 Uhr: Der Ausbruch des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh verunsichert viele Verbraucher. Das Fleisch des Konzerns steckt in vielen Produkten bei Aldi, , Rewe und Co.

Menschen stehen Schlange beim gratis Coronavirus-Test für die Bevölkerung am Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh.

Update, 23. Juni, 17.29 Uhr:Nachdem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet die Menschen im Kreis Gütersloh dazu aufgefordert hat, sich auf das Coronavirus testen zu lassen, sind die Schlangen vor dem Carl-Miele-Berufskolleg in Gütersloh meterlang. Kinder, junge Frauen und ältere Männer stehen in der prallen Sonne - und warten auf den Abstrich.

"Der Lockdown ist der Super-Gau", sagt etwa Thorsten Reinert. Der 50-jährige steht mit seinem neunjährigen Sohn Ric in einer Schlange. "Wir fahren am Freitag an die Ostsee in den Urlaub und wollen da einen negativen Test in der Hand haben, falls wir sonst nicht hingelassen werden." Er habe den Urlaub vor zwei Wochen gebucht, als die Kinder wieder in die Schule gehen durften. Da sei er noch davon ausgegangen, dass der Urlaub kein Problem werden würde. 

Coronavirus in NRW: Deutlich mehr Menschen als erwartet lassen sich testen

Organisiert werden die Testungen von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL). "Wir hatten mit 400 bis 600 Leuten gerechnet, jetzt werden es wohl deutlich mehr", sagt Doktor Hendrik Oen von der KVWL. 

"An den langen Schlangen zeigt sich, dass der Bedarf und die Unsicherheit riesig sind." Vier Ärzte und elf weitere Mitarbeiter seien zurzeit im Einsatz. Rund 100 Leute könnten pro Stunde getestet werden. "In Absprache mit dem Labor sollen die Ergebnisse 24 Stunden später über eine App verfügbar sein", so der Mediziner.

Coronavirus in NRW: Virologe Drosten befürchtet unbemerkte Ausbreitung des Coronavirus

Update, 23. Juni, 17.10 Uhr: Der Virologe Christian Drosten befürchtet nach den Corona-Ausbrüchen unter anderem in Nordrhein-Westfalen eine unbemerkte Ausbreitung des Coronavirus in die Bevölkerung. Die Verbreitung über die Gegend hinaus zu verhindern, sei jetzt das Entscheidende, sagte der Charité-Wissenschaftler am Dienstag im NDR-Podcast.

Generell gebe es aktuell in mehreren Orten eindeutige Anzeichen, dass Sars-CoV-2 wieder komme. Schon jetzt ist aus Sicht des Virologen große Vorsicht geboten, dass sich keine zweite Welle entwickelt.

Update, 23. Juni, 16.58 Uhr: Eine Infektion mit dem Coronavirus über Fleisch oder andere Lebensmittel ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich. Aktuell seien keine Infektionen mit Sars-CoV-2 durch kontaminierte Fleischwaren bekannt, sagte ein Sprecher des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) am Dienstag der dpa.

Coronavirus in NRW: Schlachtbetrieb Tönnies laut Laumann systemrelevant

Update, 23. Juni, 16.55 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat klar gemacht, dass der Betrieb bei Tönnies schnellstmöglich umgebaut werden muss, damit der Schlachtbetrieb weiter gehen kann. Die Kapazitäten von Tönnies - nach Laumanns Worten wurden dort 25.000 Schweine am Tag geschlachtet - seien nicht einfach aufzufangen, sagte der Minister. Gleichzeitig müssten die Tiere verarbeitet werden. Zu einer starken Landwirtschaft gehörten auch Schlachthöfe, so Laumann. Sie seien systemrelevant.

Coronavirus in NRW: Infizierten-Zahlen im Kreis Gütersloh steigen weiter

Update, 23. Juni, 16.54 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch beim Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ist die Zahl der nachweislich Infizierten im Kreis Gütersloh weiter gestiegen. Es gebe insgesamt 1952 positive Befunde, am Vortag lag diese Zahl noch bei 1696, wie der Kreis am Dienstag mitteilte. Davon gelten 703 als genesen, 1228 seien noch infiziert. 1201 Menschen aus dieser Gruppe befinden sich in häuslicher Quarantäne, heißt es in der Mitteilung. 

Der Kreis weist daraufhin, dass in der veröffentlichten Statistik vorerst nicht mehr nach Tönnies-Mitarbeitern und Personen ohne Bezug zu dem Schlachtbetrieb unterschieden werde. Es sei zu Doppelzählungen in den Wohnungen und auf dem Werksgelände gekommen. Zahlen zu den Reihentests seien in den vergangenen Tagen fehlerhaft veröffentlicht worden.

Coronavirus in NRW: Laumann wirbt um Verständnis für Lockdown

Update, 23. Juni, 16.50 Uhr: Laumann bat die betroffenen Bewohner der vom Lockdown betroffenen Kreise Warendorf und Gütersloh um Verständnis. "Ohne die Maßnahmen wären die Belastungen am Ende womöglich um ein Vielfaches höher - in den Kreisen Gütersloh und Warendorf, in den benachbarten Kreisen und Städten sowie in den anderen Teilen unseres Landes", sagte er.

Karl-Josef Laumann, NRW-Gesundheitsminister, hat sich zur Corona-Lage im Land und zu Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden, geäußert. Auch im Kreis Warendorf gilt jetzt der Lockdown.

Update, 23. Juni, 16.31 Uhr: Lockdown-Schock im Kreis Warendorf: Jetzt ist der ganze Kreis betroffen - und nicht nur einzelne stark betroffene Orte, wie es am Morgen noch von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet geheißen hatte. 

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat den Lockdown des kompletten Kreises Warendorf unter anderem mit den Bewegungen der Bewohnerbegründet: "Man kann das nicht dorfscharf machen. Das gesellschaftliche Leben orientiert sich nicht an Dorfgrenzen", sagte er.

Auf die 7-Tages-Inzidenz, die im Kreis Warendorf den Wert von 50 überschritten hat, blicke jetzt auch Deutschland. "Darauf guckt auch das Ausland. Und ich finde, wenn man das abgemacht hat, muss man sich auch dran halten", so Laumann. 

Update, 23. Juni, 16.17 Uhr: Auch die Beschäftigten von Unternehmen und Subunternehmen, die zentrale Gemeinschaftsunterkünfte betreiben oder in einem nennenswerten Umfang Werkvertragsarbeitnehmer beschäftigen, sollen auf das Coronavirus getestet werden. Das sagte Karl-Josef Laumann, NRW-Gesundheitsminister, soeben im Rahmen seines Pressestatements am Dienstag.

Coronavirus in NRW: Landesregierung aktiviert zweie Stufe des Lockdowns

Update, 23. Juni, 15.57 Uhr: In Folge des Corona-Ausbruchs bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück aktiviert die Landesregierung die zweite Stufe des Lockdowns. Damit gelten im Kreis Gütersloh und im Kreis Warendorf wieder bestimmte Einschränkungen im öffentlichen Leben, wie es auch in einer entsprechenden Mitteilung heißt.

Demnach dürfen im öffentlichen Raum nur zwei Menschen oder Menschen aus einem Familien- oder Haushaltsverbund zusammentreffen. 

Zudem muss – über die landesweit gültigen Regelungen der Coronaschutzverordnung hinaus – eine Reihe von Freizeitaktivitäten unterbleiben. Wie Karl-Josef Laumann erklärte, müssen zum Beispiel Museen, Kinos, Fitnessstudios, Hallenschwimmbäder und Bars geschlossen werden.

Diese Vorschriften finden sich in der neuen Coronaregionalverordnung, die um Mitternacht (Mittwoch, 24. Juni 2020) für eine Woche (bis zum 30. Juni 2020) in Kraft tritt.

Coronavirus in NRW: Lockdown im Kreis Warendorf

Update, 23. Juni, 15.56 Uhr: Im Kreis Warendorf gelten genau die gleichen Maßnahmen wie im Kreis Gütersloh, bestätigte Laumann in seiner Pressekonferenz auf Nachfrage eines Journalisten. Es gibt demnach im Kreis Warendorf keine abgeschwächte Form des Lockdowns.

Update, 23. Juni, 15.53 Uhr: Auch im Kreis Warendorf ist die 7-Tages-Inzidenz von 50 Neuinfektionen überschritten worden. Deshalb wird laut Laumann auch dort der Lockdown verhängt. Genau wie im Kreis Gütersloh soll es Kontaktbeschränkungen geben. Sport in geschlossenen Räumen und zahlreiche Kulturveranstaltungen werden demnach verboten. Auch Kitas und Schulen werden geschlossen - ab Donnerstag. Am morgigen Mittwoch sollen Kinder laut Laumann noch einmal die Möglichkeit haben, miteinander zu sprechen - und vor den ohnehin anstehenden Sommerferien die Möglichkeit haben, Sachen aus den Schulen mit nach Hause zu nehmen.

Coronavirus in NRW: Abgesehen von Tönnies-Fall Krise "gut gemeistert"

Update, 23. Juni, 15.46 Uhr: Laut Laumann fahre die Landesregierung eine klare Linie in dem dynamischen Corona-Geschehen - in engem Austausch mit zahlreichen Institutionen. "Wenn Sie sich Gütersloh mal wegdenken, dann haben wir die Krise in NRW sehr gut gemeistert", so Laumann zur generellen Bewältigung der Corona-Krise. Der Erfolg sei auch der Bevölkerung zu verdanken, die die Maßnahmen umgesetzt habe. 

Coronavirus in NRW: Umfangreiche Test-Strategie 

Update, 23. Juni, 15.45 Uhr: Wie Karl-Josef Laumann, NRW-Gesundheitsminiter, betont, dienen die Testungen dazu, herauszufinden, ob das Coronavirus aus dem Tönnies-Umfeld auf die Bevölkerung übergesprungen ist.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat den Lockdown für den Kreis Warendorf verkündet.

Update, 23. Juni, 15.41 Uhr: In der Pause bis Dienstag, in der das öffentliche Leben zurückgefahren ist, soll großflächig getestet werden - in den Kreisen Gütersloh und Warendorf. Getestet werde laut Laumann demnach in Altenheimen, bei Krankenhaus-Personal sowie bei Supermarkt-Mitarbeitern und Kiosk-Personal. Die Bevölkerung dürfe sich kostenlos testen lassen - und solle darauf über Zeitungsannoncen sowie Lautsprecher-Durchsagen hingewiesen werden. "Wir werden auch öffentliche Teststationen über Bundeswehr und Rotes Kreuz errichten", sagte Laumann.

Coronavirus in NRW: Menschen sollen zuhause über Situation und Konsequenzen informiert werden

Update, 23. Juni, 15.39 Uhr: Teams im Kreis Gütersloh und im Kreis Warendorf werden betroffene Menschen zuhause besuchen. Dolmetscher sollen dabei sein, da viele Menschen kaum oder gar nicht Deutsch sprechen. Die Menschen sollen laut Laumann erklärt bekommen, wie sie versorgt werden - sowohl mit Essen als auch medizinisch. Laumann verbürge sich dafür, dass jeder, der Behandlung braucht, nach höchsten Standard medizinisch versorgt werde.

Update, 23. Juni, 15.38 Uhr: Laumann betont, dass jetzt die Einhaltung des Kontaktverbots außerordentlich wichtig sei. 

Update, 23. Juni, 15.37 Uhr: Der Landrat des Kreises Warendorf wird laut Laumann für Donnerstag die Schließungen der Schulen und Kitas im Kreis Warendorf verfügen, so Laumann.

Update, 23. Juni, 15.34 Uhr: Laumann fasst die Maßnahmen zusammen, die nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies bereits ergriffen wurden: Dazu zählen die Schließung des Betriebes, die Testung aller 7000 Tönnies-Mitarbeiter sowie die Quarantäne der Mitarbeiter. Auch die Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh wurden geschlossen, wie Laumann erinnerte.

Update, 23. Juni, 15.32 Uhr: Die Pressekonferenz von Karl-Josef Laufmann startet in dieser Minute.

Coronavirus in NRW: Aktuelle Corona-Fallzahlen

Update, 23. Juni, 15.21 Uhr: Für 15.30 Uhr ist ein Pressestatement von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laufmann angekündigt. Er will im Nachgang zur Kabinettssitzung zur aktuellen Lage in Sachen Coronavirus und weiteren Maßnahmen der Landesregierung informieren. Wir berichten hier im Ticker aktuell.

Update, 23. Juni, 15.13 Uhr: Das NRW-Gesundheitsministerium hat aktuelle Corona-Fallzahlen mitgeteilt. Demnach gibt es seit Beginn der Pandemie 41.415 bestätigte Infektionen. 1665 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Inzwischen gelten 36.860 Menschen als genesen. 

Coronavirus in NRW: Das sagt der Landrat des Kreises Gütersloh nach dem Lockdown

Update, 23. Juni, 14.13 Uhr: Nach dem Lockdown im Kreis Gütersloh meldet sich jetzt der Landrat Sven-Georg Adenauer  in einer Mitteilung zu Wort: "Unsere wichtigste Aufgabe ist der Schutz der Bevölkerung und tun wir alles dafür, was notwendig ist. Deswegen werden jetzt auch die Tests erheblich ausgeweitet.“ Er betont, dass die Einschränkungen weniger umfangreich seien als im März. So können beispielsweise Geschäfte geöffnet bleiben. Er appelliere an alle Bürgerinnen und Bürger im Kreis Gütersloh sich an die allgemeinen Hygieneregeln zu halten und an die neuerlichen Regeln wie etwa Abstandsbeschränkungen.

Update, 23. Juni, 13.42 Uhr: Bayern erlässt ein Beherbergungsverbot für Menschen aus dem Kreis Gütersloh (NRW). Beherbergungsbetriebe in Bayern dürfen künftig keine Gäste mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung mit. "Das ist eine Schutzmaßnahme, die wir für wirklich notwendig halten", sagte er. Eine Ausnahme gibt es nur für Menschen, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Update, 23. Juni, 13.03 Uhr: Zusammen mit dem Kreis Gütersloh hat die Landesregierung NRW ein Schutzpaket zur aktuellen Lage angesichts des Coronavirus abgestimmt. Teile des Konzepts sind, dass Bars wieder geschlossen werden und Quarantäne eingehalten werden muss.

Coronavirus in NRW: Menschen aus Gütersloh nicht in "Pauschalverdacht" stellen

Update, 23. Juni, 12.29 Uhr: Die Menschen im Kreis Gütersloh sind offenbar entsetzt und wütend über den regionalen Lockdown. Der Gütersloher Pfarrer Stefan Salzmann sprach von viel Unmut in der Bevölkerung: "Ich nehme viel Hilflosigkeit und Unzufriedenheit wahr". Es gebe auch "eine große Wut, dass dieses System Tönnies so lange hat weitergehen können", so der evangelische Geistliche. Seine Gemeinde sei besorgt, weil es in Teilen der Bevölkerung schon eine erhitzte Stimmung gegen die Werksarbeiter gebe.

Anwalt Kai Drees ais Steinhagen sorgt sich auch um seinen Sommerurlaub: "Wir haben schon im Frühjahr den Urlaub umbuchen müssen, weil wir eigentlich fliegen wollten", so der 52-Jährige. "Jetzt soll es mit dem Auto nach Norderney gehen, aber wir haben von Leuten gehört, die nicht mehr dorthin fahren durften, weil sie aus dem Kreis Gütersloh kommen." Das verunsichere seine Familie und ihn.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte davor gewarnt, die Menschen aus dem Kreis Gütersloh nun unter "Pauschalverdacht" zu stellen. Man dürfe die Bewohner des Kreises "nicht stigmatisieren". Nichtsdestotrotz wurden Urlauber aufgefordert, beispielsweise die Ferieninsel Usedom zu verlassen.

Update, 23. Juni, 12.15 Uhr: Unmittelbar nach dem Ende des Presse-Statements von Ministerpräsident Laschet wurde bekannt, dass der Tönnies-Konkurrent Westfleisch - Deutschlands Nummer zwei - schon bis Ende des Jahres alle Mitarbeiter selbst einstellen und auf Werkvertragsanbieter verzichten will. Das kündigte das Unternehmen in Münster an. 

Coronavirus in NRW: Zufalls-Testtreffer an Grundschule in Hamm

Update, 23. Juni, 12.08 Uhr: Durch einen zufälligen Test ist ein weiterer Corona-Fall an einer Grundschule in der NRW-Großstadt Hamm bekannt geworden. Die Schule wird deshalb ab Mittwoch geschlossen. Der Corona-Fall hat wohl keine Verbindung zu den Tönnies-Infektionen, sondern geht zurück auf den Gottesdienst in einer Baptisten-Gemeinde.

Update, 23. Juni, 12.03 Uhr: Im Regierungsbezirk Detmold werden aktuell 29 Personen mit Bezug zu Tönnies in Krankenhäusern behandelt - acht davon auf der Intensivstation, zwei davon mit Beatmung. Wie viele Tönnies-Beschäftigte im Landkreis Warendorf mit einer Covid-19-Erkrankung derzeit im Krankenhaus liegen, wurde zunächst nicht bekannt. Dieser Landkreis gehört zum Regierungsbezirk Münster.

Coronavirus in NRW: Laschet will "entschlossen handeln"

Update, 23. Juni, 11.55 Uhr: Laschet sagte zusammenfassend: "Mir ist bewusst, dass von diesen Maßnahmen eine große Belastung für die Menschen im Kreis Gütersloh ausgeht. Wir haben das bei den Eltern und Kindern schon erlebt, die sich gefreut hatten, wieder in der Schule und Kita zu sein, und denen man jetzt erklären musste, es ist alles wieder beendet. Wir wissen, dass die Infektionszahlen nicht gestiegen sind bei der Bevölkerung - und wir muten den Menschen diesen Lockdown trotzdem zu. 

Deshalb sage ich allen im Kreis Gütersloh: Das ist eine beschränkte Maßnahme zur Vorsicht. Ich werde persönlich sehr eng mit den Akteuren in Kontakt bleiben. Diesen Kurs müssen wir durchhalten. Da, wo das Infektionsgeschehen zurückgeht, nehmen wir Einschränkungen so schnell wie möglich zurück und öffnen das öffentliche Leben. Aber da, wo Zahlen steigen und Gefahr droht, muss man dann auch entschlossen handeln. Und das gilt in Nordrhein-Westfalen im Kreis Gütersloh und in Teilen des Kreises Warendorf."

Coronavirus in NRW: Laschets Statement in voller Länge

Update, 23. Juni, 11.45 Uhr: Schließlich wird das Sicherheits- und Schutzpaket dadurch abgerundet, dass die medizinische Versorgung für den Kreis Gütersloh gesichert werde für den Fall, dass es zu erhöhten Krankheitsfällen kommen sollte. Dafür gebe es aber aktuell keine Hinweise, so Laschet. Im Kreis Gütersloh leben 370.000 Menschen.

Coronavirus in NRW: Jeder kann sich kostenlos testen lassen

Update, 23. Juni, 11.40 Uhr: Vierter Teil des Paketes sei es, präventiv alle Mitarbeiter von Subunternehmern testen zu lassen, die zentrale Gemeinschaftsunterkünfte in NRW hätten. "Es ist besser, diesen Bereich frühzeitig einzubeziehen, als neue Infektionsketten zu haben", betonte der Ministerpräsident.

Update, 23. Juni, 11.37 Uhr: "Wir müssen die Tests ausdehnen", so Laschet zum dritten Aspekt. Zum Lockdown kommen weitere umfangreiche Testungen durch 100 mobile Test-Teams, um festzustellen, ob der Virus in der Bevölkerung über Tönnies hinaus verbreitet sei oder nicht. "Das kann zur Minute niemand sagen", so Laschet. 

Jetzt würden alle Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen getestet. Aber auch alle anderen Bewohner des Kreises Gütersloh könnten sich ab sofort freiwillig kostenlos testen lassen. Alle Mitarbeiter der Fleischindustrie in NRW werden ebenfalls getestet.

Coronavirus in NRW: Polizei begleitet mobile Teams

Update, 23. Juni, 11.30 Uhr: Zweiter Aspekt des Sicherheits- und Schutzpaketes sei es, die Quarantäne zu forcieren. Mobile Teams würden in schwierigen Situationen von der Polizei und Dolmetschern begleitet. 

Update, 23. Juni, 11.25 Uhr: Schritt eins sei es, die Lage im Kreis Gütersloh und überall dort, wo Tönnies-Beschäftigte lebten, zu beruhigen. "In sieben Tagen können wir klarer sehen, wie die Faktenlage ist", sagte Laschet. Deshalb also der Lockdown als gravierende, aber angemessene Maßnahme. 

Update, 23. Juni, 11.22 Uhr: Ministerpräsident Armin Laschet hat sein Statement zum beschlossenen fünfteiligen Sicherheits- und Schutzpaket für den Kreis Gütersloh inzwischen beendet. Wir fassen nachfolgend seine Aussagen weiter hier kompakt zusammen.

Coronavirus in NRW: Laumann stellt Details zum Lockdown vor

Update, 23. Juni, 11.11 Uhr: Um 15.30 Uhr soll NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann weitere Details zum Lockdown auch in einzelnen Kommunen des Kreises Warendorf bekanntgeben.

Update, 23. Juni, 11.08 Uhr: Umfangreiche Testungen im Kreis Gütersloh sollen zeigen, ob neben dem Ausbruch bei Tönnies signifikante Steigerungen der Fallzahlen eintreten. "Weil wir das nicht wissen, gilt Vorsicht", so Armin Laschet. Ob das Unternehmen Tönnies Schadenersatz leisten müsse, würde erst nach der Krise entschieden. Jetzt gehe es um den Schutz der Bevölkerung. Details dazu, warum es bei Tönnies wenige Wochen nach der flächendeckende Testung ohne nennenswerte Fallzahlen eine Eskalation gegeben habe, liefen Untersuchungen durch das Robert-Koch-Institut und Virologen der Universiät Bonn. 

Update, 23. Juni, 11.03 Uhr: Die Menschen aus dem Kreis Gütersloh dürfen ihren Urlaub antreten, betont Armin Laschet. Das Kontaktverbot gelte ja ausschließlich bezogen auf den Kreis. Wer also dort lebe, sich aber anderswo aufhalte, müsse sich nicht an die Regeln des Lockdowns halten. Wer indes in den Kreis Gütersloh fahre, unterliege den dort jetzt geltenden Regeln.

Coronavirus in NRW: Lockdown zunächst bis 30. Juni

Update, 23. Juni, 11.00 Uhr: Ministerpräsident Laschet verspricht den Menschen im Kreis Gütersloh, dass man die Maßnahmen des Lockdowns so schnell wie möglich zurücknehmen werde, sobald es das Infektionsgeschehen zulasse. Es sei eine prophylaktische Maßnahme zunächst bis zum 30. Juni.

Update, 23. Juni, 10.58 Uhr: Im benachbarten Kreis Warendorf soll es ebenfalls Maßnahmen geben. In den drei Kommune Oelde, Beckum und Wadersloh, die direkt an der Grenze zum Kreis Gütersloh liegen, wird es solche geben, die gleich in einer Kabinettsitzung erörtert und dann von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann verkündet werden sollen.   

Update, 23. Juni, 10.52 Uhr: "Wir führen wieder eine Kontaktbeschränkung ein wie im März - nur mit zwei Personen oder aus dem eigenen Haushalt darf man sich in der Öffentlichkeit bewegen", so Laschet.

Kinos, Museen, Ausstellungen, Galerien, Burgen, Schlösser etc. werden wieder geschlossen, Sport in geschlossenen Räumen untersagt, ebenfalls der Betrieb von Fitnessstudios, Indoor-Spielplätzen, Hallenbädern, Saunen oder Wellnesseinrichtungen. Picknick und Grillen im öffentlichen Raum ist untersagt.

Bars und gastwirtschaftlicher Thekenbetrieb sind wieder zu schließen. Restaurants und Speisegaststätten dürfen geöffnet bleiben, aber nur von Personen eines Haushaltes besucht werden. Das Infektionsrisiko im Freien sei deutlich geringer.

Es soll außerdem eine "repräsentative Testung der Bevölkerung im Kreis Gütersloh" geben - auch in Senioreneinrichtungen.

Coronavirus in NRW: 24 weitere Fälle im Kreis Gütersloh

Update, 23. Juni, 10.50 Uhr: Von 6140 Personen seien 1553 positiv auf Covid-19 getestet worden, dazu kämen einige Fälle im familiären Umfeld. Im gesamten Kreis Gütersloh gebe es nur 24 weitere Fälle. "Wir gehen trotzdem einen Schritt weiter, weil Vorsicht geboten ist. Wir werden für den gesamten Kreis Gütersloh einen Lockdown bis zum 30. Juni verfügen", so Laschet.

Update, 23. Juni, 10.47 Uhr: Drei Einsatzhunderschaften der Polizei setzen die angeordnete Quarantäne im Kreis Gütersloh zusätzlich durch und überprüften die Quarantäne-Pflicht. Zur Not würden die Behörden die Quarantäne-Maßnahmen auch mit Zwang durchsetzen. Dolmetscher für Polnisch, Rumänisch und Bulgarisch seien auch dabei. Es gebe aber auch umfassende humanitäre Hilfe durch die Hilfsdienste und Ehrenamtliche. Es reiche nicht, einmal ein Essenspaket zu bringen.

Die Schließung von Schulen und Kitas im Kreis Gütersloh zum 17. Juni sei die erste Maßnahme gewesen. Jetzt würden nach der vollständigen Schließung des Unternehmens und der Verhängung der zweiwöchigen "Pre-Test-Quarantäne" (Quarantäne ohne positiven Test) für alle 7000 Mitarbeiter von Tönnies weitere folgen.

Die drei Bezirksregierungen Arnsberg, Detmold und Münster arbeiteten jetzt ganz eng in einem Krisenausschuss zusammen, so Laschet. Bei der Polizei Bielefeld gibt es eine zentrale Ansprechstelle.

Coronavirus in NRW: Lockdown für Kreis Gütersoh kommt

Update, 23. Juni, 10.45 Uhr: Armin Laschet betont gleich zu Beginn: "Wir haben es im Kreis Gütersloh mit dem größten einzelnen Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland zu tun und haben eine besondere Lage durch die Streuung der Orte und auch die Internationalität der Tönnies-Belegschaft. Dieser Ausbruch birgt ein enormes Pandemie-Risiko." 

Im Kreis Coesfeld sei es im Zusammenhang mit Westfleisch gelungen, ein solches Geschehen durch konsequentes Handeln unter Kontrolle zu bringen. Dort seien die Zahlen heute wieder sehr gering. "Wir werden jetzt erstmals in Deutschland einen ganzen Kreis zurückführen auf die Maßnahmen, die vor wenigen Wochen gegolten haben", so Laschet im Bezug auf die Fallzahlen bei Tönnies. Es gibt also den Lockdown im Kreis Gütersloh.

Update, 23. Juni, 10.41 Uhr: Jetzt beginnt die Pressekonferenz.

Coronavirus in NRW: Wie reagiert das Land?

Update, 23. Juni, 10.33 Uhr: Noch ist der Ministerpräsident nicht da. Wir rechnen aber minütlich mit dem Beginn der Pressekonferenz.

Update, 23. Juni, 10.19 Uhr: In wenigen Minuten beginnt die Pressekonferenz von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in der Düsseldorfer Staatskanzlei. Mit Spannung wird erwartet, welche Konsequenzen die Landesregierung aus den steigenden Fallzahlen im Zusammenhang mit dem Corona-Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück zieht, der ja auch zahlreiche andere Kreise und kreisfreie Städte betrifft. Wir berichten aktuell.

Update, 23. Juni, 9.19 Uhr: Nicht nur Armin Laschet äußert sich heute über aktuelle Entwicklungen angesichts des Coronavirus. Auch die Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP), will heute um 13 Uhr darüber informieren, wie der Schulbetrieb in NRW nach den jetzt unmittelbar bevorstehenden Sommerferien ablaufen soll. Trotz des Coronavirus sind zahlreiche Lockerungen absehbar.

Coronavirus in NRW: Tönnies zahlt die Tests 

Update, 23. Juni, 8.57 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will angesichts der Pandemie heute ein aktuelles Statement in der Staatskanzlei abgeben. Er äußert sich üb die aktuelle Lage zum Coronavirus im Land Nordrhein-Westfalen.

Update, 23. Juni, 7.30 Uhr: Der Schlachtbetrieb Tönnies übernimmt die Kosten für Corona-Tests im Kreis Warendorf. Dazu habe sich das Unternehmen ausdrücklich verpflichtet, teilt der Warendorfer Landrat mit. Dieses Angebot gilt für Menschen die in besonders betroffenen Regionen im Kreis in NRW wohnen oder sich verständlicherweise Sorgen machten - etwa, weil sie Kontakt zu Tönnies-Mitarbeitern hatten. Der Warendorfer Landrat appellierte an die Bürger, "weiterhin vorsichtig zu sein und die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten", die bei der Eindämmung des Coronavirus helfen sollen.

Coronavirus in NRW: Tönnies-Skandal und steigende Infektionszahlen

Update, 22. Juni, 22.37 Uhr: Wir fassen an dieser Stelle die wichtigsten Nachrichten des Tages zusammen. +++ Inzwischen sind 1553 Corona-Infektionen in Zusammenhang mit dem Massenausbruch im Schlachtbetrieb Tönnies in Rheda-Wiedenbrück bekannt. +++ Der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU) hält einen Lockdown der Region inzwischen für möglich. +++ Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) deutete die Möglichkeit des Lockdowns an. 

+++ Zwar handelt es sich beim Massenausbruch bei Tönnies um einen lokalen Infektionsherd, dennoch wirkt sich dieser auf die benachbarten Regionen aus - etwa auf den Kreis Warendorf, Hamm, den Kreis Unna und den Kreis Soest. +++ Einige Verbraucher haben inzwischen Angst, Fleisch von Tönnies zu konsumieren. 

+++ Mehrere Dortmunder Schulen schließen, weil bei einem Kind, das eine Schule in Dortmund-Evingsen besucht, das Coronavirus nachgewiesen wurde.

Coronavirus in NRW: Nur noch Einreisende aus Risikogebieten müssen für zwei Wochen in Quarantäne

Update, 22. Juni, 22.25 Uhr: Seit heute müssen in NRW nur noch Einreisende aus Corona-Risikogebieten für zwei Wochen in Quarantäne. Das geht aus einer neuen Verordnung des Gesundheitsministeriums hervor. Zu den Risikogebieten zählen zurzeit noch viele Urlaubsregionen und auch das EU-Land Schweden

Die neue Corona-Einreiseverordnung bezieht sich auf die jeweils aktuellen Risikogebiete nach Definition des Robert Koch-Instituts (RKI). 

Coronavirus in NRW: Nach Massenausbruch bei Tönnies - Landrat hält Lockdown für möglich

Update, 22. Juni, 19.20 Uhr: 1553 positive Tests auf das Coronavirus - so ist der aktuelle Stand nach dem Massenausbruch bei Tönnies im Werk Rheda-Wiedenbrück.

Es handelt sich dabei um Personen, die unmittelbar am Werk tätig sind, sagte der Leiter des Krisenstabs im Kreis Gütersloh, Thomas Kuhlbusch.  Insgesamt seien 6650 Proben genommen worden. 

Update, 22. Juni, 19.01 Uhr: Auch der Landrat vom Kreis Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU), hält einen Lockdown der Region für möglich. 

"Ich würde sagen ja", sagte Adenauer am Montagabend auf die Frage, ob es nach einem Lockdown "rieche". Die mobilen Teams, die in den Wohnungen und den Unterkünften unterwegs seien und auch Familienangehörige ansprächen, stießen jetzt in ein gewisses Dunkelfeld

Coronavirus in NRW: Verbraucher verunsichert über Tönnies-Fleisch

Update, 22. Juni, 18.42 Uhr: Auch im Kreis Unna nimmt das Infektionsgeschehen weiter an Fahrt auf. Die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus steigt an. In Bergkamen sind eine Schule und eine Kita betroffen. Derzeit versucht der Kreis zu ermitteln, wie viele Mitarbeiter von Tönnies im Bereich leben. 

Update, 22. Juni, 17.33 Uhr: Nach dem Coronavirus-Ausbruch im Kreis Gütersloh haben Verbraucher Sorge vor Fleisch, dass von Tönnies verarbeitet wurde. Ob darin ein Risiko steckt, darin gehen die Expertenmeinungen weit auseinander. Eine Übersicht über Produkte bei Aldi, Lidl und Co. findet ihr hier, ebenso die aktuelle Einschätzung.

Update, 22. Juni, 16.54 Uhr: Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück zeichnen sich weitere Schritte zur Eindämmung des Infektionsherdes ab. Fachleute des Robert-Koch-Instituts und andere Wissenschaftler sind im Kreis Gütersloh nach Angaben der Behörden im Einsatz. "Deren Empfehlungen folgen weitere Maßnahmen", teilte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, ohne dabei Details zu nennen. Er nannte die bisherigen Maßnahmen "Erster Teil #Lockdown".

Zuvor hatte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach einen kurzen Lockdown im Kreis Gütersloh mit massiven Tests in der Region gefordert (siehe Update, 22. Juni, 14.30 Uhr). Er warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh. Im gesamten Kreis Gütersloh sind wegen der mehr als 1300 Coronavirus-Fälle bei Tönnies Schulen und Kindergärten vorsorglich geschlossen, in der größten deutschen Fleischfabrik ruht der Betrieb.

Coronavirus in NRW: Tönnies-Skandal beunruhigt Region

Update, 22. Juni, 15.55 Uhr: Der Corona-Massenausbruch bei Tönnies im Kreis Gütersloh beunruhigt die Region. Auch in der 45 Kilometer entfernten Großstadt Hamm leben Mitarbeiter des Schlacht-Konzerns. Jetzt gibt es eine Einschätzung, wie sehr Hamm betroffen sein wird.

Update, 22. Juni, 15.16 Uhr: Dem Coronavirus fällt ein weiteres  Massenevent in Nordrhein-Westfalen zum Opfer: Der für den 6. September geplante Halbmarathon auf der Königsallee in Düsseldorf wird abgesagt. Mindestens bis zum 31. August sind in NRW Großveranstaltungen untersagt, eine Verlängerung des Verbots steht im Raum.

Coronavirus in NRW: Corona-Zahlen steigen deutlich

Update, 22. Juni, 14.48 Uhr: Im Kreis Gütersloh ist nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Tönnies-Fleischwerk in Rheda-Wiedenbrück eine Kennziffer bei der Pandemie-Bekämpfung deutlich nach oben gegangen. Auch im benachbarten Kreis Warendorf geht der wichtige Wert nach oben.

Update, 22. Juni, 14.30 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor einem freien Reiseverkehr der Menschen aus der Region Gütersloh. Er plädiert für einen "lokalen Lockdown".

Update, 22. Juni, 14.09 Uhr: Die Zahl der akut mit dem Coronavirus Infizierten ist deutlich angestiegen. Bei mehr als 2900 Personen in NRW ist Corona nachgewiesen worden. Die Zahl Coronavirus-Fälle seit Beginn der Pandemie ist in Nordrhein-Westfalen auf 41.215 gewachsen.

Im Zusammenhang mit dem derzeit bundesweit größten lokalen Corona-Ausbruch in der Fleischfabrik von Tönnies im ostwestfälischen Kreis Gütersloh wurde bei mehr als 1300 Beschäftigten das Coronavirus nachgewiesen.

Coronavirus in NRW: Minister Laumann im Kreis Warendorf

Update, 22. Juni, 12.17 Uhr:  NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) heute den Kreis Warendorf, um sich ein Bild von den Auswirkungen des Corona-Geschehens im benachbarten Kreis Gütersloh zu machen. Der Kreis Warendorf im Münsterland grenzt direkt an den Kreis Gütersloh. Ein Teil der Tönnies-Mitarbeiter wohnt im Kreis Warendorf.

Update, 22. Juni, 11.14 Uhr: Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, ist nach Informationen des Robert-Koch-Instituts dramatisch angestiegen. Der R-Wert ist für Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus wichtig.

Update, 22. Juni, 10.02 Uhr:  Nach dem massiven Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh könnte das Unternehmen Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zufolge möglicherweise haftbar gemacht werden.

Coronavirus in NRW: Schulen in Dortmund schließen

Update, 22. Juni, 9 Uhr: Mehrere Dortmunder Schulen schließen, weil bei einem Kind, das eine Grundschule in Dortmund-Evingsen besucht, das Coronavirus nachgewiesen wurde. Kontaktnachverfolgungen ergaben weitere Fälle. Betroffen sind neben der Grundschule drei Berufskollegs und eine Hauptschule. 

Update, 22. Juni, 7.45 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht den Fleischkonzern Tönnies nach dem massenhaften Auftreten von Corona-Infektionenin der Haftung. "Es muss eine zivilrechtliche Haftung des Unternehmens geben". Heil sagte der Bild, der Konzern habe "die öffentliche Gesundheit gefährdet. Sein Vertrauen in Tönnies sei "gleich Null". Dass Tönnies mit Mitteln aus den staatlichen Rettungsschirmen unterstützt werden müsse, schließt Heil aus. Das Unternehmen habe in den vergangenen Jahren "wahnsinnig viel Geld verdient". Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter appellierte an Konzernchef Clemens Tönnies, die durch den Virus-Ausbruch entstandenen Kosten aus seinem Privatvermögen zu bestreiten.

Coronavirus in NRW: Tönnies-Auswirkungen auf Region

Update, 21. Juni, 20.18 Uhr: Wie sehr sich die Lage durch den massenhaften Corona-Ausbruch bei Tönnies im Kreis Gütersloh (NRW) verschärft verschärft, zeigt die Situation in Hamm. In der Großstadt in Westfalen leben zahlreiche Mitarbeiter von Tönnies. Außerdem ist hier Westfleisch angesiedelt. Fast 1000 Mitarbeiter des Fleischkonzerns wurden hier getestet, einige hundert Tests auf Corona stehen noch aus. Trotzdem spitzt sich die Corona-Lage in Hamm bereits jetzt zu. Seit Mittag gibt es 14 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Anzahl der Mitarbeiter von Tönnies, die in Hamm leben, ist weiterhin unklar. Schulen mussten geschlossen werden.

Update, 21. Juni, 18.35 Uhr: Lokale Ausbrüche wie im Kreis Gütersloh bestimmen das Infektionsgeschehen in Deutschland. Insgesamt haben die lokalen Behörden dem Robert Koch-Institut (RKI) 687 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages gemeldet, wie das RKI meldete (Datenstand 21. Juni, 0.00 Uhr). 

Die Zahl der Neuinfektionen liegt deutlich über den Werten, die bis etwa Mitte Juni täglich gemeldet wurden. Die Zahl der Infizierten in der Tönnies-Fabrik in Rheda-Wiedenbrück stieg bis Sonntag nach Angaben des Kreises auf 1331.

Coronavirus in NRW: Bisher kein regionaler Lockdown, aber...

Update, 21. Juni, 15.51 Uhr:  NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat nach einer Sitzung des Krisenstabs im Kreis Gütersloh keinen Lockdown über der Region verhängt. Zumindest noch nicht. Denn das Coronavirus ist hier massiv ausgebrochen. Laschet hält sich weiterhin den regionalen Lockdown als Option offen.

Nach dem Massenausbruch beim Schlachthof-Konzern Tönnies sind derzeit über 1300 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden. Fast 7000 Menschen wurden getestet, alle Ergebnisse sind noch nicht bekannt. 

Coronavirus in NRW: Die bisherigen Entwicklungen im Überblick

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in NRW bis einschließlich Sonntag, 21. Juni, sind in diesem Newsblog zusammengefasst nachzulesen.

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