Online-Petition für kostenlose Tests

Nach Corona-Ausbruch mit mehr als 20 Toten in Altenheim: Hilferuf an NRW-Minister

In der (Alten-)Pflege wird derzeit nur anlassbezogen auf das Coronavirus getestet. Deshalb fordert die Branche vom Land NRW regelmäßige und kostenlose Tests für Pfleger.
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In der (Alten-)Pflege wird derzeit nur anlassbezogen auf das Coronavirus getestet. Deshalb fordert die Branche vom Land NRW regelmäßige und kostenlose Tests für Pfleger.

Die Pflegebranche in NRW fordert vom Land regelmäßige und kostenlose Corona-Tests für ihre Mitarbeiter. Der Geschäftsführer einer Pflegeeinrichtung in Fröndenberg hat die Initiative ergriffen und eine Online-Petition gestartet.

  • Die Pflegebranche fordert für ihre Mitarbeiter regelmäßige und kostenlose Tests auf das Coronavirus*.
  • Heinz Fleck, Geschäftsführer einer Pflegeeinrichtung, hat eine Online-Petition gestartet.
  • Fleck berichtet, wie ein massiver Corona-Ausbruch seine Einrichtung heimsuchte.

Fröndenberg – Die Pflegebranche in NRW fordert vom Landregelmäßige und kostenlose Corona-Tests für ihre Mitarbeiter. „Die Pflegekräfte, die bei uns arbeiten, brauchen einfach Sicherheit“, sagt Heinz Fleck (53), Geschäftsführer des Schmallenbach-Hauses in Fröndenberg gegenüber WA.de*.

Aus diesem Grund hat Fleck mit der AG Stationäre Pflege im Kreis Unna eine Online-Petition gestartet, die es sich zum Ziel gesetzt hat, 50.000 Unterschriften zu sammeln, die NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann am 20. August übergeben werden sollen. 

Heinz Fleck, Geschäftsführer des Schmallenbach-Hauses in Fröndenberg, hat eine Online-Petition ins Leben gerufen, mit der kostenlose und regelmäßige Corona-Tests für Pflegepersonal in NRW gefordert werden.

Fröndenberg/NRW: Corona-Tests in der Pflege bislang nur anlassbezogen

Obwohl bislang 60 Prozent aller Corona-Toten in Deutschland Pflegefälle waren, werde in diesem Bereich laut Fleck weiter nur anlassbezogen – wenn bei Patienten Symptome auftreten – getestet. Da diese Symptome aber in aller Regel erst nach drei, vier Tagen auftreten würden, „kann eine anlassbezogene Testung zu spät sein“, wie Fleck sagt. 

Der Geschäftsführer des Schmallenbach-Hauses in Fröndenberg weiß, wovon er redet. In einer der drei Einrichtungen war es dort Ende März trotz aller ergriffenen Schutzmaßnahmen zu einem massiven Corona-Ausbruch gekommen, in dessen Verlauf 19 Patienten sowie zwei Beschäftigte im Alter von 55 und 58 Jahren an den Folgen von Covid-19 starben. 

Fröndenberg/NRW: Corona-Ausbruch im Schmallenbach-Haus

Insgesamt waren über 60 Patienten und 54 Mitarbeiter am Coronavirus erkrankt. „In diesem Moment hat das Virus für uns ein Gesicht bekommen“, sagt Fleck. Aber auch danach sei weiter nur anlassbezogen getestet worden.

Fleck hatte Ende Mai Briefe an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) geschickt, in denen er die Vorkommnisse in Fröndenberg schilderte. 

Fröndenberg/NRW: NRW-Gesundheitsminister Laumann zu Besuch

Resultierend daraus wird Laumann die Einrichtung am 20. August besuchen, vier Tage später kommt der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, nach Fröndenberg. Laumann sollen bei dieser Gelegenheit möglichst viele Unterschriften übergeben werden, mit denen eine regelmäßige, kostenlose Corona-Testung des Personals im Pflegebereich gefordert wird.

„Es gibt keinen Beruf, der so nahe dran ist am Menschen wie die Pflege, insbesondere die Altenpflege“, sagt Fleck und verweist auf Schulen und Kitas*, wo sich die Beschäftigten in NRW bis zum 9. Oktober alle 14 Tage freiwillig auf Kosten des Landes testen lassen können. 

„Es ist richtig, dass im pädagogischen Bereich so gehandelt wird. Ich finde es aber nicht adäquat, dass die Bereiche so unterschiedlich behandelt werden“, sagt Fleck. Dass die Pflegeträger die Kosten für die Tests selbst zahlen, sei laut Fleck nicht möglich: „Das können wir uns nicht leisten.“

Die aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus in NRW begleiten wir in unseren Newsticker*. - *WA.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks. 

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