Das Geschäft mit der Rolle

Klopapier-Hysterie: Illegale Machenschaften in Essen? Anwohner fürchten Hinterhof-Deals

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Die Lagerung von tausenden Packungen Klopapier sorgte in Essen für Aufregung. Anwohner vermuteten ein illegales Geschäft.

Coronavirus-Hysterie durch Klopapier-Deals: In Essen-Werden haben Anwohner die Polizei gerufen. Der Grund waren tausende Klopapierrollen in einem Hinterhof.

  • In Essen-Werden sorgte eine große Menge Klopapier für Coronavirus-Hysterie.
  • Anwohner vermuteten einen illegalen Toilettenpapier-Deal in ihrem Hinterhof.
  • Die Polizei nahm die Ermittlungen - und konnte den Fall schnell lösen

Essen - Nimmt das Geschäft mit dem Klopapier nun schon Formen ähnlich dem illegalen Drogenhandel an? Das hatten zumindest Anwohner in Essen-Werden im Verdacht, als sie beobachteten, wie ein Lkw tausende Packungen Toilettenpapier in Zeiten des Coronavirus* in einem Hinterhof ablud. 

Essen Coronavirus-Hysterie: Tausende Packungen Klopapier stimmt Anwohner misstrauisch

Dass der Anblick von Klopapier momentan für Aufregung sorgt, ist per se nichts Ungewöhnliches, wie RUHR24.de* berichtet. Es werden neidische Blicke geworfen, wenn ein anderer Kunde und nicht man selbst im Supermarkt noch die letzte Packung Toilettenpapier ergattert hat. Denn seit einigen Wochen sind in Zeiten des Coronavirus-Krise (Live-Ticker NRW) die Bestände rar und die Regale, die sonst immer bis oben hin mit Klopapier gefüllt waren, leer.

Nun auf einmal tausende Packungen auf einem Fleck zu sehen, kam einigen Bewohnern aus Essen-Werden deshalb äußerst suspekt vor. Vor allem da es sich um den Lagerplatz in dem Hinterhof weder um einen Supermarkt noch um eine Drogerie handelte. 

Seltsame Klopapier-Ladung in Coronavirus-Zeiten: Was geschah in Essen-Werden?

Aber von vorne: Am Donnerstagvormittag (26. März) hatten Anwohner aus der Innenstadt von Essen-Werden beobachtet, wie ein Lkw mit einem polnischen Kennzeichen auf einen nahegelegenen Hinterhof gefahren war. Als er dann noch tausende Packungen Toilettenpapier ablud, staunten sie nicht schlecht, wie die WAZ zuerst berichtete.

Und zugleich kam es ihnen auch äußerst mysteriös vor. Der ungewöhnliche Lagerplatz, das ausländische Kennzeichen aber auch die kostbare Ladung stimmte sie misstrauisch. Was spielte sich in Coronavirus-Zeiten da in dem Hinterhof in Essen-Werden ab?

Klopapier-Deal in Essen-Werden sorgt für Coronavirus-Hysterie

Der außergewöhnliche Logistik-Vorgang in ihrem Hinterhof wäre alleine vielleicht schnell wieder in Vergessenheit geraten. Nicht aber, wie die Geschichte weitergeht. 

Denn die misstrauisch gewordenen Bewohner sahen, wie im Laufe des Tages immer wieder Autos vorfuhren und kleinere Mengen Klopapier in ihren Kofferraum luden, um dann wieder zu fahren

Nach wenigen Stunden, sei der Hinterhof wieder leer gewesen, berichteten die Zeugen gegenüber der WAZ.

Video: Warum wir Toilettenpapier hamstern

Anwohner rufen Polizei Essen wegen Klopapier-Handel

Während einige Anwohner aus Essen-Werden das seltsame Geschehen mit ihrem Smartphone dokumentierten, vermuteten andere, dass es sich hier tatsächlich um illegale Geschäfte während der Coronavirus-Krise handelte - und sie riefen vorsichtshalber die Essener Polizei.*

Diese rückte auch sofort an, um in dem Sachverhalt zu ermitteln und der mysteriösen Ladung auf den Grund zu gehen.

Denn das es sich bei der großen Ladung Klopapier um ein kriminelles Geschäft handeln könnte, wäre in diesen Tagen nichts Ungewöhnliches. Erst kürzlich wurden aus einem Baden-Württembergischen Schloss rund 40 Rollen Klopapier gestohlen.

Essen: Polizei gibt Entwarnung im Fall des Toilettenpapier-Deals

In dem Fall in Essen-Werden konnte die Polizei jedoch schnell Entwarnung geben: Der Mann hamsterte wegen des Coronavirus nicht etwa Klopapier im großen Stil* oder versuchte sich im illegalen Toilettenpapier-Handel - er hatte schlichtweg eine neue Geschäftsidee gerochen.

Normalerweise betreibt der Mann in dem Stadtteil Werden in Essen eine Gastronomie und einen Einzelhandel. Da beides jedoch derzeit wegen des Coronavirus geschlossen ist, hatte er sich nach einer neuen Möglichkeit umgesehen, Geld zu verdienen.

Mann aus Essen-Werden wollte ins Klopapier-Geschäft einsteigen

Er gab gegenüber der Polizei Essen zu Protokoll, dass er versuchen wolle, ins Klopapier-Business einzusteigen. Die Lkw-Ladung hatte er irgendwo im Ausland aufgetrieben und legal erworben.

In seinem Hinterhof hatte er dann das Klopapier in kleinen Mengen an den Mann gebracht - von schmutzigen Klopapier-Geschäften in Coronavirus-Zeiten also keine Spur. Ob der Mann auch weiterhin gedenkt, in der Branche tätig zu sein, ist noch unklar.

libe

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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