314 Personen aktuell infiziert

Coronavirus in Dortmund: Noch kein Hotspot, aber Verwirrung um Inzidenz

In NRW steigen die Corona-Zahlen drastisch an. Das liegt auch daran, dass es in NRW so viele Großstädte gibt, die bundesweit als Corona-Hotspots gelten. Die Stadt Dortmund hat nun reagiert.

Dortmund - Hagen, Hamm, Wuppertal - Die Liste der Großstädte in NRW, in denen die Infektionen mit dem Coronavirus einen kritischen Wert überschritten haben, werden mehr. Die Stadt Dortmund ist derzeit noch kein Hotspot, hat aber bereits Maßnahmen in die Wege geleitet. Es gibt zudem Verwirrung um die Inzidenz der vergangenen sieben Tage.

Die Stadt Dortmund* hat die aktuellen Fallzahlen zum Coronavirus (SARS-CoV-2) am Donnerstag veröffentlicht. 26 Personen hätten sich danach neu mit dem Coronavirus* infiziert. Unter den betroffenen Personen sei auch ein Reiserückkehrer oder eine Reiserückkehrerin.

StadtDortmund
RegierungsbezirkArnsberg
Fläche280,7 km²
Einwohner (laut Meldeliste)603.609

Coronavirus in Dortmund: Zahlen gehen sogar leicht zurück

Damit bleiben die Zahlen in Dortmund stabil, während in anderen NRW-Städten wie Wuppertal die Werte in die Höhe schießen*. In Dortmund sind die Zahlen im Vergleich zum Vortag sogar zurückgegangen. Am Mittwoch vermeldete die Stadtverwaltung noch 33 Neuinfektionen - also noch sieben mehr. Im benachbarten Kreis Unna ist die Lage unklar, weil sich die Zahlen der Kreisverwaltung von den Zahlen des RKI unterschieden - am Freitag will der Kreis Unna über Konsequenzen informieren*. Auch in vielen anderen Städte und Landkreisen in NRW ist die Lage angespannt*.

Seit dem ersten Auftreten einer Corona-Erkrankung in Dortmund, haben sich in der Ruhrgebietsstadt 2266 Personen infiziert. 1931 Personen haben die Krankheit bereits überwunden. Aktuell sind 314 Personen betroffen. Allerdings muss keiner der 16 Patienten, die stationär behandelt werden, intensivmedizinisch versorgt werden.

14 Todesfälle stehen in Dortmund im unmittelbaren Zusammenhang mit Covid-19. Sieben weitere Patienten seien zudem mit dem Coronavirus infiziert gewesen und gestorben, allerdings gab es in diesen Fällen andere Ursachen als Auslöser.

Coronavirus in Dortmund: Verwirrung um den RKI-Wert der 7-Tage-Inzidenz

Was die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz betrifft sorgen derzeit unterschiedliche Zahlen für Verwirrung, wie „Ruhr 24“ berichtete*. Laut Robert-Koch-Institut gibt es 26,3 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Geht es nach der Stadt Dortmund, die sich mit 603.609 Einwohnern an der aktuellen Meldeliste orientiert, müsste die Inzidenz sogar noch ein bisschen niedriger sein. Das RKI rechnet derweil mit 587.010 Einwohnern (Stand 2011).

Wichtig wird die Unterscheidung dann, wenn der RKI-Wert die kritische Marke von 50 übersteigt, der errechnete Wert der Stadt Dortmund diese Grenze allerdings noch nicht erreicht. Denn in diesem Fall gebe es vermutlich Streit darüber, wann welche Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus getroffen werden. Zuletzt wurde in Dortmund der Fall einer Hochzeit bekannt, bei der Ordnungsamt und Polizei die Feier auflösten.

Es gibt Verwirrung um die Inzidenzzahlen. RKI-Präsident Lothar Wieler arbeitet mit anderen Zahlen als die Stadt Dortmund.

Coronavirus in Dortmund: Neue Teststation an der Technischen Universität eingerichtet

Am Donnerstag gab die Stadt bekannt, ein neues Testzentrum eingerichtet zu haben. Standort ist die Technische Universität Dortmund. Das Angebot, sich kostenlos testen zu lassen, richtet sich an internationale Studierende. Alle Studierende, die zu Beginn des Wintersemesters aus Corona-Risikogebieten an die Hochschulen kommen, können sich unentgeltlich auf eine Infektion testen lassen.

Dadurch soll das Risiko einer Ansteckung minimiert werden, führte die Stadt weiter aus, und wies darauf hin, dass andere Hochschulangehörige, die sich in Risikogebieten befunden haben, regulär das Klinikum Nord nutzen könne.

In Hagen ist die Situation deutlich kritischer als in Dortmund*. Dort ist die Zahl der Corona-Neuinfizierten nur hauchdünn unter der Grenze von 50 Personen je 100.000 Einwohner. *wa.de und ruhr24.de sind Teile des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt

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