Fallzahlen steigen weiter

Coronavirus: Was steckt hinter der Lungenerkrankung? Das sollten Sie zur Pandemie wissen

Das Coronavirus breitet sich rasant auf der ganzen Welt aus. Immer mehr Infizierte sterben an den Folgen von Covid-19.

  • Das Coronavirus verbreitet sich seit Ende 2019 auf der ganzen Welt.
  • China informierte Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 31. Dezember über eine neue Lungenerkrankung.
  • Im Herbst 2020 hat speziell Europa eine zweite Infektionswelle erfasst

Coronavirus: Was ist Covid-19, was ist Sars-CoV-2?

Den Anfang hat die Coronavirus-Pandemie in Asien genommen. Zum Jahreswechsel 2019/2020 gab es erstmals Berichte über eine mysteriöse Lungenerkrankung, die in der chinesischen Stadt Wuhan  in der Provinz Hubei  aufgetreten ist. Heute weiß man, dass der Ursprung des Virus Sars-CoV-2 auf einem dortigen Tiermarkt war. Unklar ist noch, wie es konkret von einem Tier auf den Mensch übertragen worden ist. Möglicherweise war es eine Fledermaus, die das Virus an ein Schuppentier übertragen hat. Innerhalb weniger Wochen breitete sich das Coronavirus weltweit aus. Mitte Januar wurde das Virus erstmals außerhalb Chinas entdeckt. Nachdem am 13. Januar ein Fall in Thailand gemeldet worden war, gab es am 23. Januar einen Fall in den USA.

In der chinesischen Provinz Hubei kam es zu den ersten Fällen des Coronavirus weltweit. Die Region wurde komplett abgeriegelt.

Wichtig ist der Unterschied der verschiedenen Begriffe:

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Der Name Coronavirus bezieht sich auf das Aussehen der Viren: Sie haben einen "Kranz". Dafür steht das lateinische Wort "Corona". So verursachen Coronaviren auch das "Schwere Akute Atemwegssyndroms" (SARS).

Coronavirus/Covid-19: Diese Symptome sind typisch für die Lungenkrankheit

Die Symptome bei einer Erkrankung mit dem Coronavirus ähneln einer Grippe. Wer sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, leidet unter Halsschmerzen, Husten, Fieber  und Atembeschwerden. Die Krankheit, die vom Coronavirus ausgelöst wird, nennt sich Covid-19. Besonders gefährdet sind ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen wie Asthma, COPD, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden. Bei diesen Risikogruppen kann es bei einem schweren Verlauf zu einer Lungenentzündung kommen.

Symptome bei Covid-19
Fiebersehr häufig
Trockener Hustensehr häufig
Schlappheitsehr häufig
Kurzatmigkeithäufig
Halsschmerzenhäufig
Kopfschmerzenhäufig
Schüttelfrost häufig
Übelkeit/Erbrechenmanchmal
Durchfallmanchmal

Das Coronavirus wird von Mensch zu Mensch übertragen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Tröpfcheninfektion: Hier werden von infizierten Menschen winzige Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen in die Luft abgegeben. Andere Menschen atmen diese Tröpfchen dann ein. Dieser Infektionsweg ist der wichtigste.
  • Schmierinfektion: Hier gelangen Erreger von den Händen an die Schleimhäute in Nase, Mund und Augen. Laut Forschen können die Viren Sars-CoV-2 mehreren Tagen auf verschiedenen Oberflächen überleben. 

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, liegt laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) bei etwa fünf bis sechs Tagen. Möglich ist allerdings auch ein Zeitraum bis 14 Tagen. In einer Studie wurde festgestellt, dass vermehrungsfähige Viren noch vier Tage nach Beginn der Symptome im Rachen enthalten sind. Statistisch gesehen verlaufen 80 Prozent der Erkrankungen mild bis moderat, etwa 15 Prozent verlaufen schwer und fünf Prozent kritisch.

Coronavirus/Covid-19: Prävention - so schützt man sich

Prävention ist in diesen Tagen das A&O, um nicht an Covid-19 zu erkranken. Die Pandemie und die Verbreitung von Sars-Cov-2 muss gebremst werden. Dafür sind einige Verhaltensweisen elementar, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammengestellt hat.

Gegen die Tröpfcheninfektion: Halten Sie Abstand!

  • Bleiben Sie, so weit es geht zu Hause. Vermeiden Sie soziale Kontakte!
  • Halten Sie 1,50 Meter, idealerweise 2 Meter, Abstand zu anderen Menschen. So wird die Gefahr eine Tröpfcheninfektion auf ein Minimum reduziert.
  • Verzichten Sie auf das Schütteln von Händen und Umarmungen
  • Niesen oder Husten Sie unbedingt in Ihre Armbeuge - niemals in Richtung anderer Menschen
Absolute Grundregel bei der Prävention: Husten Sie immer in die Armbeuge, um keine Viren zu verbreiten. Die Tröpfcheninfektion ist der am weitesten verbreitete Infektionsweg nicht nur beim Coronavirus.

Gegen die Schmierinfektion: Waschen Sie Ihre Hände!

  • Waschen Sie in diesen Tagen noch häufiger Ihre Hände! Damit reduziert sich das Risiko, dass Viren in die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen gelangen.
  • Waschen Sie Ihre Hände, wenn Sie nach Hause kommen, nach dem Besuch der Toilette, nach dem Naseputzen oder Husten, nach dem Kontakt mit Abfall, nach dem Kontakt mit Tieren
  • Waschen Sie Ihre Hände vor den Mahlzeiten, vor dem Gebrauch von Medikamenten und Kosmetik
  • Nehmen Sie sich Zeit und ausreichend Seife zum Händewaschen: 30 Sekunden lang ist Pflicht!

Coronavirus/Covid-19: Hilft Maskenpflicht vor einer Ansteckung?

Umstritten war lange, ob eine Maske einen Schutz vor einer Ansteckung mit dem Virus Sars-CoV-2  bietet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) war hier zuerst recht eindeutig. Dort hieß es, dass gesunde Menschen keine Maske tragen müssen. Es hilft eher, dass eine an Covid-19  erkrankte Person, den Virus nicht weitergibt.

Mittlerweile sind sich Experten auf der ganzen Welt einig: Eine Maske bietet in jedem Fall einen Schutz vor einer Ansteckung. Das gilt bereits für Masken aus Stoff. Sehr sicheren Schutz bieten FFP2-Masken. So gilt in Deutschland im vielen Bereichen des öffentlichen Lebens eine Maskenpflicht.

Coronavirus/Covid-19: Behandlung für leichte und schwere Fälle

Noch gibt es kein wirksames Medikament für die Behandlung von Covid-19. Nur das Arzneimittel Remdesivir hat eine bedingte Zulassung für die Behandlung von Erwachsenen bekommen. Remdesivir kann die Genesungszeit bei Erkrankten verkürzen. Ursprünglich war das Arzneimittel für die Behandlung von Ebola entwickelt worden.

So werden zurzeit die gleichen Methoden angewendet, die auch bei einer Grippe helfen. In jedem Fall sollte Kontakt zu einem Arzt aufgenommen werden.

Milder Verlauf

Ausruhen und schlafen
Sich warm halten
Viel trinken
Luftbefeuchter benutzen
14 Tage zuhause bleiben, um niemanden anzustecken

Bei einem schweren Verlauf droht speziell Risikogruppe die Einweisung ins Krankenhaus. Im schlimmsten Fall müssten Patienten intubiert und künstlich beatmet werden.

Coronavirus/Covid-19: Impfstoff im Jahr 2021

Zudem gibt es auch noch keinen Impfstoff, der das Virus Sars-CoV-2 bekämpfen kann. Die forschenden Pharmaunternehmen machen Ende 2020 aber große Fortschritte. Allen voran das deutsche Unternehmen Biontech, das mit dem US-Pharmariesen Pfizer zusammenarbeitet. Noch Ende 2020 will man eine Zulassung in der EU beantragen. Ebenfalls kurz vor der Markteinführung ist die Firma Moderna. Auch dieser Impfstoff soll Anfang 2021 verfügbar sein.

Fest steht: Auch mit Verfügbarkeit eines Impfstoffs wird die Pandemie nicht beendet sein. Experten rechnen, es brauche eine Impfquote von rund 70 Prozent. Damit müssten allein in Deutschland über 50 Millionen Menschen geimpft werden. Dies wird eine Aufgabe für das ganze Jahr 2021 - und wahrscheinlich sogar noch mehr.

Coronavirus/Covid-19: Erster Fall deutschlandweit in NRW

Der 25. Februar war das einschneidende Datum in NRW. An diesem Tag wurde bekannt, dass erstmals eine Person am Coronavirus erkrankt war. Bei einem 47 Jahre alten Mann aus Heinsberg war Covid-19 diagnostiziert worden. Der Familienvater leidet an einer Vorerkrankung und musste auf der Intensivstation beatmet werden. Auch seine Partnerin infizierte sich mit dem Virus Sars-CoV-2. Im Kreis Heinsberg stand seitdem das öffentliche Leben still. Schulen, Kindergärten und zahlreiche öffentliche Einrichtungen wurden geschlossen. Rasch bereitete sich das Virus im ganzen Bundesland aus. 

Im Kreis Heinsberg gab es in NRW den ersten Fall, bei dem sich ein Bürger mit dem Coronavirus  infiziert hat.

Zur Verbreitung trug entscheidend bei, dass der 47-Jährige, der bereits unter Grippesymptomen litt, an einer Karnevalsveranstaltung in Gangelt im Kreis Heinsberg teilgenommen hatte. Dort hatte der Mann Kontakt mit zahlreichen Menschen. Das Virus Sarc-CoV-2 verbreitete sich damit und immer mehr Menschen erkrankten an Covid-19.

Coronavirus/Covid-19: Große Einschränkungen im Alltagsleben

Im Kampf gegen das Coronavirus haben viele Bundesländer harte Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschlossen. Die wohl radikalste Maßnahme ist das Kontaktverbot, das in Deutschland im Frühjahr galt und auch wieder im Herbst von der Politik beschlossen wurde. Bundesländer wie Bayern gingen noch drastischer gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 vor und hatten quasi eine Ausgangssperre beschlossen - auch wenn es offiziell Ausgangsbeschränkung heißt.

Der Schlüssel ist die Reduzierung von Kontakten. Je weniger Kontakt Infizierte zu anderen Menschen haben, umso weniger häufig verbreitet sich das Virus. Experten sprechen vom Reproduktionswert. Dieser muss idealerweise unter 1 liegen. In diesem Fall sinkt die Zahl der Neuinfektionen gen null..

Coronavirus/Covid-19: Bußgeldkatalog greift in NRW bei Verstößen

Ein Bußgeldkatalog in NRW regelt in Zeiten des Coronavirus Verstöße gegen die geltenden Verbot. Der Katalog enthält eine Übersicht, was als Straftat und was eine Ordnungswidrigkeit ist.

Strafbar machen sich:

  • Rückkehrer aus Risikogebieten, die gegen Betretungsverbote verstoßen
  • Personen, die an Versammlungen in der Öffentlichkeit mit mehr als zehn Personen aus maximal zwei Haushalten teilnehmen
  • Organisatoren von (öffentlichen) Versammlungen oder Veranstaltungen

Ordnungswidrigkeiten sind unter anderem

  • Verstoß gegen das Besuchsverbot: 200 Euro
  • Betrieb von Bars und Clubs: 2000 bis 5000 Euro

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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