3G-Pflicht

Immer mehr Corona-Testzentren in NRW schließen - auch Drogeriekette zieht sich zurück

In NRW gibt es immer weniger Angebote, sich auf Corona testen zu lassen. Die Testzentren schließen nach und nach. Eine Erklärung des Gesundheitsministeriums.

Hamm - In NRW gilt nun die 3G-Regel. Wer an vielen Bereichen des öffentlichen Lebens teilhaben möchte, muss vollständig geimpft, genesen oder getestet sein. So sieht es die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Bedeutet: Für Ungeimpfte werden die Corona-Tests wieder von Bedeutung. (News zum Coronavirus)

Immer mehr Corona-Testzentren in NRW schließen - auch Drogeriekette zieht sich zurück

Doch die Angebote der Testzentren wird immer geringer - weil die Nachfrage immer weniger wird. Das hängt nicht allein mit der Tatsache zusammen, dass das Angebot der kostenlosen Corona-Tests bald endet.

Denn wer geimpft oder genesen ist, hat ja seinen Nachweis schon. Dieser gelte für den Besuch in der Disco - dort benötigen Ungeimpfte und Ungenesene sogar einen PCR-Test -, bei Hochzeiten wie auch beim Besuch im Krankenhaus oder Altenheim. Das bestätigte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums unter der Leitung von Karl-Josef Laumann (CDU) der Rheinischen Post.

Weiter sagte er mit Blick auf den Wegfall der kostenlosen Corona-Schnelltests ab dem 11. Oktober: „Die weitgehende Kostenpflicht wird zusammen mit der steigenden Impfquote sicher zu einem erheblichen Nachfragerückgang und nach den Gesetzen des Marktes zu einer gewissen Angebotsbereinigung führen.“

Rückgang der Corona-Testzentren in NRW bereits seit Mai

Der Rückgang der Testzentren sei jetzt schon zu spüren. Aktuell seien in NRW 8127 Teststellen registriert, schreibt die Rheinische Post und beruft sich auf Zahlen des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums. Im Mai seien es noch 9064 gewesen. Es hätten viele aufgegeben, weil die Vergütung durch den Staat gesunken sei. Tendenz steigend. „Gerade bei den Arztpraxen können wir auch nicht ausschließen, dass einige ihr Testangebot einstellen, ohne sich abzumelden“, zitiert die Rheinische Post das Ministerium.

Doch auch andere Anbieter ziehen sich aus dem Testzentrum-Sektor immer weiter zurück. So stellt die Drogeriekette dm einem Bericht zufolge den Betrieb ihrer bundesweit mehr als 200 eigenen Corona-Schnelltestzentren ein. Die Wirtschaftswoche berichtete unter Berufung auf Unternehmensangaben, dass die Kette dieses Angebot Ende September beendet. Diese Entscheidung sei „im Zuge sinkender Nachfrage und auf Basis der Entscheidungen von Bund und Ländern“ getroffen worden. So sei der Bedarf wegen der steigenden Impfquote zuletzt zurückgegangen, zudem sollen die Tests ab Oktober kostenpflichtig sein. In NRW sind laut Impfdashboard mittlerweile 61,2 Prozent der Bürger vollständig geimpft (Stand: 20. August, 10.05 Uhr).

Dagegen soll es im Umfeld vieler Filialen von Lidl und Kaufland vorerst weiter Corona-Testangebote geben, heißt es in der Wirtschaftswoche. Der Anbieter Ecolab erklärte dazu, mit der Auslastung der Zentren „sehr zufrieden“ zu sein - über eine Reduzierung werde derzeit nicht nachgedacht.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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