Neue Coronaschutzverordnung

NRW ändert die Regeln: Verordnung nennt neue Maßstäbe für Corona-Maßnahmen

NRW hat seine Corona-Schutzverordnung aktualisiert und verlängert. Die Inzidenz als alleiniger Maßstab hat ausgedient. Jetzt gelten drei Leitindikatoren.

Hamm/Düsseldorf - Die Inzidenz als alleiniger Maßstab in der Corona-Krise hat in Nordrhein-Westfalen ausgedient. Ab Montag gelten in NRW neue Leitindikatoren. Das teilte das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) von Karl-Josef-Laumann (CDU) am Freitagnachmittag mit. Zugleich wurde die aktualisierte Corona-Schutzverordnung bis zum 8. Oktober verlängert. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohner17,93 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

NRW ändert Regeln: Corona-Schutzverordnung nennt neue Maßstäbe

Zur Bewertung des Infektionsgeschehens wird in NRW ab sofort auf eine Berücksichtigung der im Bundesgesetz vorgesehenen drei Leitindikatoren abgestellt: der 7-Tage-Inzidenz, der 7-Tage-Hospitalisierungsinzidenz (Fälle der Corona-Patienten im Krankenhaus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) und der Auslastung der Intensivbetten.

Daher wurde in der neuen Fassung der Corona-Schutzverordnung des Landes NRW der bisher als Grenzwert bestimmter Maßnahmen festgeschriebene Wert von 35 bei der 7-Tage-Inzidenz gestrichen. Die inzwischen bekannte 3G-Regelung, die aufgrund dieses Grenzwertes seit Anfang August NRW-weit für den Zugang zu bestimmten Veranstaltungen und Einrichtungen gilt, bleibt unverändert bestehen.

Mit der Aktualisierung der Corona-Schutzverordnung in NRW wird deren Geltung zugleich bis zum 8. Oktober 2021 verlängert. Vor der Herbstferien will das Gesundheitsministerium das Infektionsgeschehen neu bewerten, heißt es in der Mitteilung des MAGS.

Neue Corona-Schutzverordnung in NRW: Laumann froh über Wegfall der Fixierung auf Inzidenz

Minister Karl-Josef Laumann wird in der Mitteilung so zitiert: „Ich bin froh, dass jetzt auch im Bundesgesetz die reine Fixierung auf die 7-Tage-Inzidenz weggefallen ist. So sehr ich nun ein Freund einfacher und leicht verständlicher Regelungen bin: In der aktuellen Situation mit einer völlig unterschiedlichen Entwicklung bei Geimpften und nicht Geimpften oder auch in den verschiedenen Altersgruppen ist die Betrachtung vielfältiger Faktoren der richtige Weg.“

Man wisse schlicht noch zu wenig darüber, wie sich das Impfgeschehen auf die Dynamik einer möglichen Corona-Welle im Herbst auswirkt, als dass „wir uns auf starre Werte festlegen können“, so Laumann weiter. „Auf pauschale Grenzwerte haben wir daher zum jetzigen Zeitpunkt verzichtet.“

Corona-Lage in NRW: Drei neue Leitindikatoren

Das sind die drei (neuen) Leitindikatoren zur Bewertung der Corona-Lage in Nordrhein-Westfalen:

  • 7-Tage-Hospitalisierung: Die Zahl misst, wie viele infizierte Personen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Sie ist damit ein Indikator für die Zahl der schweren Krankheitsverläufe und kann einen frühen Hinweis auf eine drohende Überlastung des Gesundheits- und Krankenhaussystems geben.
  • Covid-Anteil an der Intensivkapazität: Dieser Indikator bildet die Belastung der Intensivstationen ab und steht damit unmittelbar für das Risiko einer Überlastung dieser medizinischen Versorgungsstrukturen. Der Anteil, mit dem Covid-19-Patientinnen und -Patienten die intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten auslasten, wird durch die Zahl der neu aufgenommenen Patienten bestimmt, sie ist aber auch abhängig von der Dauer der notwendigen Hospitalisierung (Liegezeit) und der (personellen) Aufwände bei der Behandlung.
  • 7-Tage-Inzidenz: Die bereits bekannte 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen bleibt ein wichtiger Indikator. Steigt dieser Wert, bedeutet das, dass sich die Infektion schneller und breiter in der Bevölkerung ausbreitet. Insbesondere die altersbezogenen Inzidenzen sind nach wie vor ein guter Maßstab dafür, in welchem Ausmaß vulnerable Bevölkerungsgruppen betroffen sind. Anhand der Inzidenz kann die Wirksamkeit von Corona-Schutzmaßnahmen relativ zeitnah abgelesen werden.

Auch an anderer Stelle gibt es Regeländerungen in NRW: Ungeimpfte haben bald im Falle einer Corona-Quarantäne keinen Anspruch mehr auf Lohnfortzahlung. Für einige Gruppen gibt es eine Ausnahme. Eine große Partynacht in Münster zeigt, wie schnell ich das Coronavirus trotz 2G-Regel ausbreiten kann. 39 Personen (Stand: 10 September) haben mit Corona infiziert. Weitere Ansteckungen sind wahrscheinlich.

Rubriklistenbild: © Waltraud Grubitzsch/dpa

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