1. wa.de
  2. NRW

Lockdown für Ungeimpfte in NRW? Das sagt der Gesundheitsminister

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Hannah Decke, Kristina Köller

Kommentare

Die Infektionszahlen in NRW steigen, die neue Corona-Schutzverordnung bringt aber keinerlei Verschärfungen mit sich. Kommt der bald Lockdown für Ungeimpfte?

Update vom 29. Oktober, 14.25 Uhr: Während die neue Corona-Schutzverordnung keinerlei Verschärfungen bei den Corona-Maßnahmen mitbringt (Update 13.32 Uhr), steigen die Infektionszahlen und Inzidenzen wieder an - eine neue Corona-Welle rollt auf die NRW-Bevölkerung zu. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) schließt einen Lockdown für Ungeimpfte nicht aus, sollte sich die Corona-Lage massiv zuspitzen.

Auf die Frage, ob die NRW-Landesregierung erwarte, dass die Kliniken in diesem Winter erneut planbare Operationen verschieben müssen, antwortete Laumann in seiner Pressekonferenz am Freitagmittag: „Wenn wir an dem Punkt sind, werden wir überlegen müssen, was wir tun.“

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Lockdown für Ungeimpfte? NRW-Gesundheitsminister Laumann gibt Prognose ab

Das sei eine politische Abwägung. Laut Laumann sei man davon derzeit sehr weit entfernt, wenn man sich die Hospitalisierungsrate ansehe. Die liege „irgendwo bei vier“. Er glaube, dass diese deutlich zweistellig sein müsse, bevor man in dieser Hinsicht Probleme bekomme. Davon sei man weit entfernt.

Wenn man aber irgendwann eine politische Entscheidung treffen müsse, werde diese sich hinter folgender Fragen bewegen: „Kann man es verantworten, dass medizinische Eingriffe für geimpfte Menschen, die wichtig sind, verschoben werden, weil Ungeimpfte auf den Intensivstationen liegen?“ Wenn man dann zu Kontaktbeschränkungen kommen wollte, dann werde das eine Kontaktbeschränkung für Ungeimpfte sein. Man könne laut Laumann unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten geimpfte Menschen in der Freiheitseinschränkung nicht genauso behandeln wie Ungeimpfte. Alles in allem betonte Laumann aber auch, sehr optimistisch zu sein, dass „uns dieses Problem erspart bleibt“.

Neue Corona-Schutzverordnung: Gesundheitsminister Laumann äußert sich

Update vom 29. Oktober, 13.59 Uhr: Vorsichtiger Blick in die Zukunft: Sollte die epidemische Lage auf Bundesebene am 25. November enden, so brauche es laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann trotzdem eine Grundlage, auf der die Länder Regelungen wie etwa die Maskenpflicht aufrechthalten können. Sicherlich brauche es auch zukünftig Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus, sagte Laumann. Die neue Corona-Schutzverordnung in NRW gilt zunächst bis zum 24. November.

Update vom 28. Oktober, 13.32 Uhr: Die Coronaschutz-Verordnung wird im wesentlichen genauso fortgeschrieben wie zuvor. Das hat NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in einer Pressekonferenz zur Corona-Lage am Freitagmittag gesagt. Eine kleine Änderung gibt es dennoch. Bei Messen gilt in Beratungs- und Verkaufsgesprächen ab sofort keine Maskenpflicht mehr - sofern alle Beteiligten geimpft, getestet oder genesen sind und einen Abstand von 1,5 Metern einhalten.

Wie Laumann betonte, bleibt die Maskenpflicht ansonsten erhalten - etwa in Straßenbahnen, Bussen und Innenräumen. Draußen gelte die Maskenpflicht hingegen bereits nicht mehr. Auch im Schulunterricht dürfen Masken ab 2. November an den Plätzen abgesetzt werden - wenn Schüler sich im Klassenraum bewegen, müssen aber weiterhin Masken getragen werden. Darauf verwies Laumann in der Pressekonferenz erneut. Das NRW-Schulministerium hatte darüber in dieser Woche bereits informiert.

Neue Corona-Schutzverordnung in NRW: Gilt bis zum 24. November

Update vom 28. Oktober, 21.30 Uhr: Die NRW-Landesregierung hat am Donnerstagabend die neue Corona-Schutzverordnung veröffentlicht. Die bisherige Verordnung lief am Freitag aus, die neue gilt nun bis zum 24. November.

Die Änderungen, die die Landesregierung unter dem neuen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst an der Corona-Schutzverordnung vorgenommen haben, sind allerdings minimal: Neben dem Ablaufdatum hat sich lediglich eine Regel für Messen und Kongresse geändert. Wie aus der aktuellen Fassung hervorgeht, gilt bei Verkaufs- und Beratungsgesprächen auf solchen Veranstaltungen ab Freitag (29. Oktober) keine Maskenpflicht mehr - sofern die Beteiligten geimpft, getestet oder genesen sind und einen Abstand von 1,5 Metern einhalten. Alle weiteren Regeln bleiben bestehen wie bisher.

Neue Corona-Schutzverordnung in NRW: Welche Regeln erwarten uns im Winter?

[Erstmeldung] Hamm - Die Corona-Lage in Nordrhein-Westfalen spitzt sich wieder zu. Schon während der Herbstferien waren die Zahlen stetig gestiegen. Jetzt bewegt sich die 7-Tage-Inzidenz auf einen dreistelligen Wert zu. Am Donnerstagmorgen meldete das Robert Koch-Institut (RKI) eine Inzidenz von 91,7. Auch in ganz Deutschland wird die Corona-Lage dramatischer. Am Freitag (28. Oktober) läuft die aktuelle Corona-Schutzverordnung aus. Wie wird die Landesregierung auf die aktuelle Entwicklung reagieren? (News zum Coronavirus)

Es sind nicht nur die derzeit steigenden Infektionszahlen, die einen an den vergangenen Herbst/Winter 2020 erinnern. Auch die Auslastung in den Krankenhäusern steigt. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt vor einer drohenden Überlastung der Kliniken. „Wir befinden uns in einer kritischen Situation der Pandemie“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Wie reagiert Nordrhein-Westfalen auf die Entwicklung? Am Freitag (28. Oktober) wird NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann in einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Lage sprechen. Da am selben Tag die Schutzverordnung ausläuft, ist zu erwarten, dass Laumann die neue Fassung vorstellen wird.

Neue Corona-Regeln in NRW? Maskenpflicht im Unterricht fällt weg

Ob und inwieweit sich die Corona-Regeln in NRW ändern werden, ist noch vollkommen unklar. Am Donnerstag hat das Schulministerium verkündet, dass in Schulen in NRW keine Maskenpflicht mehr im Unterricht gilt. Wenn Schüler im Schulgebäude unterwegs sind, müssen sie eine Maske tragen.

Der Verband Lehrer NRW kritisierte die Entscheidung als „hochgradig riskant“. „Die Infektionszahlen steigen aktuell rasant - und zwar ganz besonders unter Kindern und Jugendlichen“, sagte der Vorsitzende, Sven Christoffer. Tatsächlich ist die Zahl der Neuinfektionen unter Kindern regelrecht explodiert.

Die 7-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe 0 bis 9 Jahren stieg innerhalb von 24 Stunden von 85,6 auf 114,9. Am höchsten liegt sie derzeit in der Altersgruppe 10 bis 19 Jahren. Laut Daten des Landeszentrums Gesundheit NRW liegt der Wert hier bei 151,8.

Neue Corona-Schutzverordnung in NRW: Kommt die 2G-Regel für den Einzelhandel?

Wird die Landesregierung wieder die Zügel anziehen? Große Änderungen sind nicht zu erwarten. So sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums vor wenigen Tagen auf Anfrage von soester-anzeiger.de*, dass derzeit davon auszugehen sei, dass es mit der Nachfolgeverordnung keine Einschränkungen für die Allerheiligenkirmes in Soest (3. bis 7. November) geben wird*. Zu der Großveranstaltung werden hunderttausende Menschen erwartet.

In Hessen war die Coronavirus-Schutzverordnung Mitte Oktober aktualisiert und verlängert worden. Die Landesregierung hatte in der neuen Version die bestehende 2G-Option auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet. Damit haben im Nachbarland auch Supermärkte das Recht, nur Geimpfte und Genesene zum Einkaufen zuzulassen. Das hatte für viel Aufsehen gesorgt. Mittlerweile haben sich aber alle Discounter und Supermärkte positioniert und ausgeschlossen, die 2G-Regel in ihren Filialen umzusetzen.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte sich damals ebenfalls klar zu dem Thema geäußert. Das zuständige Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen von Minister Karl-Josef Laumann (CDU) erklärte auf Anfrage unserer Redaktion, dass eine Einführung einer 2G-Option derzeit „weder für den Einzelhandel noch für andere Bereiche“ vorgesehen sei. Eine Verschärfung der 3G-Regel sei nicht geplant, hieß es.

Erst vor wenigen Wochen waren die Corona-Regeln mit Blick auf Großveranstaltungen, PCR-Testpflicht und Maskenpflicht gelockert worden. Seit dem 1. Oktober muss in NRW im Freien keine Maske mehr getragen werden. Zudem kann ein für Clubbesuche benötigter PCR-Test durch einen kurzfristigen Schnelltest ersetzt werden. Bei Großveranstaltungen sind mehr Zuschauer erlaubt. *soester-anzeiger.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare