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Angst vor Corona: 15-Jähriger seit Herbst 2021 nicht in der Schule

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Von: Simon Stock

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Ein Jugendlicher aus NRW war seit Herbst 2021 nicht mehr in der Schule, weil er Angst vor Corona hat. Nun hat ein Gericht ein Machtwort gesprochen.

Hamm - Die Angst vor dem Coronavirus sitzt offenbar tief: Der Schüler eines Gymnasiums in der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf geht mit dieser Begründung seit gut zehn Monaten nicht mehr in die Schule. Die Bezirksregierung hat der Mutter ein Zwangsgeld von 2.500 Euro angedroht, falls der 15-Jährige weiter dem Unterricht fernbleibt. Jetzt hat ein Gericht Klarheit geschaffen.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Corona-Angst: Jugendlicher aus NRW geht seit 2021 nicht mehr in die Schule

Seit November 2021 verweigert der Schüler den Besuch seines Gymnasiums - aus Sorge, sich und seine Angehörigen zu infizieren. So schildern es WDR und Rheinische Post. Die Mutter stellte für ihren Sohn Anträge auf Befreiung vom Präsenzunterricht, doch die wurden von der Schule abgelehnt. Eine Entscheidung, die durch gerichtliche Eilverfahren in zwei Instanzen bestätigt wurde.

Weil der 15-Jährige dennoch zu Hause blieb, handelte die Bezirksregierung. Sie erließ eine Ordnungsverfügung, in der mit einem Zwangsgeld in Höhe von 2.500 Euro gedroht wurde, falls der Jugendliche nicht wieder in die Schule kommt. Erneut ging die Mutter vor Gericht. Jetzt (5. August) entschied das Verwaltungsgericht Düsseldorf: Die Androhung des Zwangsgeldes war rechtens.

Corona-Angst bei Gymnasiast: Gericht sorgt für Klarheit

In der Begründung heißt es, dass das Risiko, sich mit Corona zu infizieren, durch die zur Verfügung stehenden Corona-Schutz-Maßnahmen hinnehmbar sei. Das Gericht verwies in diesem Zusammenhang auch auf Maske und Impfung. Im Verhältnis zwischen Schüler und Staat bestehe kein Anspruch auf einen absoluten Ausschluss einer Infektion mit dem Coronavirus.

Gegen den Beschluss kann die Mutter nun noch Beschwerde beim NRW-Oberverwaltungsgericht in Münster einlegen. Sollte der Jugendliche weiterhin nicht zur Schule gehen, könnte die Mutter dazu verpflichtet werden, das angedrohte Zwangsgeld von 2.500 Euro zu zahlen. Im schlimmsten Fall könnte der Schüler laut WDR außerdem zwangsweise in die Schule gebracht werden. Erster Schultag nach den Sommerferien in Nordrhein-Westfalen ist der 10. August.

Mit Blick auf den Herbst gibt es eine neue Corona-Schutzverordnung in NRW. Darin wird die Teststrategie in Schulen und Kitas erläutert - und wie Lehrer und Erzieher durchgreifen können. Wie zuverlässig sind Corona-Schnelltests? Forscher haben jetzt die Erkenntnisse einiger Studien zusammengefasst und die Frage beantwortet.

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