Eilantrag

Corona in Schulen: Schüler aus NRW will Homeschooling einklagen

Weil die Corona-Zahlen in NRW stark ansteigen, wollte ein Schüler den Anspruch auf Homeschooling einklagen. Das Gericht hat jetzt entschieden.

Düsseldorf - Seit mehreren Wochen steigen die Corona-Zahlen in Deutschland wieder kontinuierlich an. Vor allem in Nordrhein-Westfalen ist der Inzidenz-Wert zuletzt regelrecht in die Höhe geschnellt. Für einen Schüler aus Düsseldorf war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen jetzt nach eigenem Ermessen zu hoch: Er wollte Distanzunterricht und Homeschooling einklagen. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme.

Corona in Schulen: Schüler aus NRW will Homeschooling einklagen

Die Landeshauptstadt gehört mit einer 7-Tage-Inzidenz von 166,5 (Stand 30. August) zu den Städten und Kreisen, die aktuell die höchsten Werte in ganz NRW haben. Und weil sie zuletzt dauerhaft über der Marke von 100 lag, reichte ein Schüler einer weiterführenden Schule beim Verwaltungsgericht Düsseldorf einen Eilantrag ein, weil er vom Präsenzunterricht befreit werden wollte.

Tatsächlich ist die Corona-Situation in den Schulen in NRW momentan sehr angespannt: Nach Angaben des Landeszentrums Gesundheit liegt die Inzidenz bei jungen Menschen bis 19 Jahren - also in der Altersgruppe, zu der die allermeisten Schüler gehören - bei 277,2 (Stand 30. August). Ein Immunologe sagte zuletzt sogar, dass die „Durchseuchung der Kinder“ begonnen habe. Zudem sorgen Reiserückkehrer für rasant steigende Fallzahlen.

Doch trotz der hohen Corona-Zahlen in NRW und vieler Infektionen, die in Schulen entdeckt werden, haben Schüler keinen Anspruch auf Homeschooling, wie das Verwaltungsgericht Düsseldorf jetzt entschied. Die Richter begründeten das damit, dass sich aus der Corona-Betreuungsverordnung kein solcher Anspruch herleiten lasse. Der klagende Schüler habe auch nicht mittels Attest belegen können, dass für ihn oder seine Angehörigen bei einer Corona-Infektion eine besondere Gefahr bestehe.

Corona in Schulen: Gericht sieht keine Grundlage für Homeschooling-Anspruch

Mit Blick auf den staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag habe die Durchführung von Präsenzunterricht vor dem Hintergrund der allgemeinen Infektionslage grundsätzlich Vorrang, urteilte das Gericht. Der Staat verletze hier nicht seine Pflichten zum Schutz des Lebens und der körperlichen Unversehrtheit - zumal er in der Schule mit regelmäßigen Tests, einer Maskenpflicht und Abstandsregeln hinreichende Schutzinstrumente zur Verfügung stelle.

Damit sich das Coronavirus in den Schulen nicht weiter verbreitet, rufen Gesundheitsämter Eltern dazu auf, ihre Kinder bei Symptomen zu Hause zu lassen. Doch woran erkennt man überhaupt, ob das Kind Corona oder „nur“ eine Erkältung hat? (dg mit dpa)

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler

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