Langfristige Pläne

Corona-Regeln an NRW-Schulen: Eltern fordern jetzt klare Änderung

Die Situation der Schulen in NRW bleibt wegen Corona angespannt. Öffnungen und Schließungen orientieren sich am Inzidenzwert. Eltern fordern jetzt ein Umdenken.

NRW – Seit Monaten herrscht in den Schulen in Nordrhein-Westfalen* ein ewiges Hin und Her. In der einen Woche dürfen Schüler und Lehrer zum Unterricht im Klassenzimmer antreten, kurze Zeit später soll dann wieder zu Hause gelernt werden. Elternverbände sind sauer – und bereits in Sorge um das nächste Schuljahr, berichtet RUHR24.*

BundeslandNRW
BildungsministerinYvonne Gebauer (FDP)
Sieben-Tage-Inzidenz (20. April)170,5

Viel Distanzunterreicht in NRW-Schulen: Land gibt Corona-Inzidenzwert als Obergrenze vor

Kein Wunder, denn die Vorgaben des Landes haben die Schulen in NRW in den vergangenen Monaten oft unvorbereitet und nur sehr kurzfristig erreicht (mehr Corona-News aus NRW* auf RUHR24). Nach dem Ende der Osterferien fand der Unterricht zunächst zu Hause statt. Seit Montag (19. April) kehrten einige Schüler dann in ihre Klassenzimmer zurück – aber nur tageweise und im Wechselunterricht.

Die Rückkehr zum Präsenzunterricht fand jedoch nicht in ganz NRW statt.* Der Grund: Weil mehr als 20 der insgesamt 53 Städte und Kreise drei Tage zuvor über einer Corona-Inzidenz von 200 lagen, befinden sich viele Schüler nach wie vor im Homeschooling. Denn laut aktueller Vorgaben des Landes müssen Schulen ab diesem Wert in den Distanzunterricht wechseln.

Einige Kommunen hatten zudem auf der Grundlage eigener Verfügungen an den Schulschließungen festgehalten. Auch in Dortmund sind die Schulen bis auf Weiteres geschlossen.* Laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind landesweit sogar in rund 40 Prozent der Kreise und kreisfreien Städte die Schulen derzeit im Homeschooling-Betrieb.

Corona-Fahrplan für Schulen in NRW: Eltern sind besorgt um das nächste Schuljahr

Viele Eltern sind jetzt besorgt, wie es im kommenden Schuljahr an den Schulen in NRW weitergehen soll. Spätestens ab dem Sommer müsse es neue Lösungsansätze geben. Denn der Elternverband LEK (Landeselternkonferenz) erwartet wegen der anhaltenden Corona-Pandemie* auch nach den Sommerferien keinen Normalbetrieb.

„Schulen müssen jetzt unbedingt in Ruhe langfristig ihr Konzept entwickeln können“, sagte Anke Staar, LEK-Vorsitzende, am Dienstag (20. April). Die Schulen würden in dem ewigen „Rein und Raus ersticken“. Die Bedürfnisse von Schülern und ihren Familien würden zudem völlig ausgeblendet.

Dortmunds Kinder- und Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger hält derzeit an den Schulschließungen fest.

Corona in NRW: Eltern fordern eigene Inzidenz für Schüler

Der Elternverband halte pauschale Vorgaben des Landes „von oben herab“ für falsch. Schulleitungen und Kommunen sollten mehr Spielraum erhalten, um eigene Konzepte zu entwickeln. Kritik vonseiten der LEK gibt es vor allem für die starre Orientierung an der Sieben-Tage-Inzidenz. Dieses Vorgehen sei „unsinnig“.

Der NRW-Verband fordert deshalb eine drastische Änderung, wenn es um den Corona-Fahrplan für Schulen geht. So müsse es für Schüler eine eigene Altersgruppen-Inzidenz geben. In den letzten Wochen habe es steigende Infektionszahlen mit ernsthafteren Erkrankungen auch in der Altersgruppe der Schüler gegeben, mahnt die Landeselternschaft.

„Sie müssen aber jetzt und längerfristig besonders geschützt werden, weil für die unter 16-Jährigen in absehbarer Zeit kein Impfstoff zur Verfügung steht.“

165er-Inzidenz für Schulen „aus der Luft gegriffen“: Gewerkschafft will Wert von 100 für NRW-Schulen

Laut des geänderten Infektionsschutzgesetzes des Bundes, das noch in dieser Woche verabschiedet werden soll, ist als Schwelle für Schulschließungen eine Wocheninzidenz von 165 die Vorgabe. Dieser Wert sei noch zu hoch, meint die Landeselternschaft der Gymnasien NRW.

„Wir halten die neue 165er Inzidenz für Schulschließungen für aus der Luft gegriffen“, heißt es vonseiten der GEW. Die Gewerkschaft fordert für Schulen eine Orientierung an einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100.

Laut Anke Staar sei außerdem ein täglicher, aber kürzerer Unterricht in den Klassen denkbar – etwa an Grundschulen drei Stunden vormittags für eine Klassenhälfte und drei Stunden nachmittags für die andere. Man müsse sich etwas vom Stundenplan lösen und auch die Anzahl der Klassenarbeiten solle reduziert werden. mit dpa-Material *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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