Neue Teststrategie

Kostenlose Corona-Schnelltests: Wer sie bekommen soll - Laumann tritt auf die Bremse

Durch eine neue Teststrategie in NRW und Deutschland sollen Öffnungen auch im Lockdown möglich sein. Dafür sollen Corona-Schnelltests kostenlos angeboten werden.

Update vom 5. März, 12.40 Uhr: Kostenlose Corona-Schnelltests werden laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann nicht sofort am Montag (8. März) flächendeckend für alle zur Verfügung stehen. Die Infrastruktur für die Schnelltests, die von geschultem Personal vorgenommen werden, müsse für das Angebot von mindestens einem Test pro Woche für jeden Bürger größer werden. Die Bundesländer sollen bis April die flächendeckende Infrastruktur schaffen. Der Bund stellt nach den Absprachen mit den Bundesländern ab dem 8. März das Geld für die kostenlosen Schnelltests bereit.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

[Erstmeldung vom 4. März] Hamm - Die Corona-Testmöglichkeiten sollen bis Anfang April deutlich ausgeweitet werden. Darauf haben sich Bund und Länder am Mittwoch (3. März) beim Corona-Gipfel geeinigt. Regelmäßige kostenlose Schnelltests sollen „mehr Normalität und sichere Kontakte“ ermöglichen, heißt es in dem Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs um NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Der kündigte bereits an, man sei dabei, eine Test-Infrastruktur für Nordrhein-Westfalen aufzubauen. (News zum Coronavirus)

Kostenlose Corona-Schnelltests: Wer sie künftig bekommen soll

Impfen, Testen, Kontaktverfolgung und Öffnungen - mit diesem Vierklang möchten Bund und Länder in den nächsten Wochen und Monaten zum einen weiter gegen das Coronavirus kämpfen und zum anderen dem Alltag wieder mehr Normalität geben.

„Für viele ist die Belastungsgrenze erreicht, bei nicht wenigen ist sie überschritten“, sagte NRW-Landeschef Armin Laschet am Donnerstag im Landtag. Er sprach von einem Perspektivwechsel, der mit den Öffnungen kommen soll. „Es ist kein klares Öffnen und es ist auch keine Fortsetzung des Lockdowns“.

Kostenlose Corona-Schnelltests bald in Testzentren oder beim Arzt möglichen

Ein wichtiger Part beim „Perspektivwechsel“ der Regierung, wie ihn auch Armin Laschet bezeichnete, soll eine neue Teststrategie sein. „Schnelltests sind inzwischen in großer Zahl verfügbar, und das Testangebot auf dem Markt wird durch kostengünstige Selbsttests erweitert“, heißt es dazu in dem Beschluss vom Corona-Gipfel mit Angela Merkel und den Länderchefs. Die Selbsttests für zuhause gibt es ab Samstag (6. März) bei Aldi zu kaufen, weitere Discounter wie auch dm wollen nachziehen.

Geplant ist für jeden Bürger mindestens einmal pro Woche ein kostenloser Schnelltest in einem zum Beispiel vom Land NRW oder der jeweiligen Kommune betriebenen Testzentrum, bei vom Land oder der Kommune beauftragten Dritten oder bei niedergelassenen Ärzten.

Die Kosten dafür übernimmt ab dem 8. März der Bund, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag im Bundestag. Die Länder hätten deutlich gemacht, dass sie das Angebot vor Ort pragmatisch umsetzen wollten. Dafür müsse der Bund auch nicht Tests zentral beschaffen, diese seien schon verfügbar.

Kostenlose Corona-Schnelltests auch in Schulen, Kitas und Unternehmen geplant

Aber auch in Schulen, Kitas und Unternehmen soll mehr getestet werden. Laut des Beschlusses von Bund und Ländern ist ebenfalls ein Angebot von mindestens einem kostenlosen Corona-Schnelltest für Schüler in ihren Präsenzwochen und Kindern in Kitas geplant. Auch Lehrer, Betreuer und anderes Personal in den Einrichtungen soll sich kostenlos testen lassen können.

Und auch Unternehmen sollen „als gesamtgesellschaftlichen Beitrag“ ihren Mitarbeitern, die nicht im Homeoffice sind, pro Woche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest machen.

Für Wirbel sorgte während des Corona-Gipfels die Nachricht, dass Jens Spahn angeblich noch keine Corona-Schnelltests bestellt habe. Bild hatte zuerst berichtet. Laut Informationen von Business Insider sei es bei der Info allerdings um die Selbsttests für zuhause gegangen. Diese könnten die Hersteller tatsächlich erst ab Anfang April in ausreichender Anzahl zur Verfügung stellen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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