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Immer weniger Schnelltests in NRW zur Verfügung: Jetzt droht eine Knappheit

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Von: Daniel Schinzig

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Immer mehr Menschen wollen sich in NRW wieder auf Corona testen lassen oder selbst testen. Doch das Angebot an Schnelltests wird langsam knapp.

Hamm - Viele hatten gehofft, es nun hinter sich zu haben. Doch die stetig steigenden Corona-Zahlen machen es wieder notwendig: Die Menschen müssen sich testen lassen, um an einem Großteil des Lebens teilnehmen zu können. Vor allem Ungeimpfte können ohne ein negatives Testergebnis nahezu gar nichts mehr machen. Aber auch Geimpfte müssen immer mal wieder das Test-Angebot in Anspruch nehmen. Doch könnte es in NRW bald ein Problem geben? Denn die Nachfrage ist derzeit größer als das Angebot.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17.925.570

Problem in NRW: Immer weniger Corona-Schnelltests vorrätig

Noch vor wenigen Wochen war es an den vielen Teststellen in NRW oft ziemlich leer. In den Regalen der Geschäfte lagen die Selbsttests massenhaft herum. Doch mit der sich immer weiter verschlechternden Corona-Situation nimmt auch wieder die Nachfrage nach den verschiedenen Testangeboten zu. Spätestens, seit die Testzentren die Bürgertestung wieder gratis anbieten, werden die Warteschlangen dort länger. Auch die Selbsttests sind derzeit fast überall ausverkauft. Und wer das Glück hat, einen zu ergattern, muss deutlich mehr zahlen als noch vor einigen Wochen.

Die Situation könnte sich noch weiter verschlechtern. Eventuell kann bald in den Testzentren nicht mehr jeder getestet werden, der sich testen lassen will. „Corona-Tests sind oft knapp. Ein Ende der Lieferengpässe ist noch nicht abzusehen“, erzählt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der Rheinischen Post.

Laut Preis nehmen wöchentlich die Zahlen in den Testzentren um zehn Prozent zu. Die Zahl der Stellen, an denen Bürgertests angeboten werden, steigt ebenfalls immer weiter. Viele Menschen benötigen die Tests mittlerweile, um ihren Berufen weiter nachgehen zu können oder mit Bus und Bahn zu fahren - in besagten Bereichen gilt jetzt 3G.

Aber auch ein großer Teil der Geimpften lässt sich mittlerweile wieder vermehrt testen. Sei es, weil man bei Erkältungssymptomen überprüfen will, ob man mit Corona infiziert ist. Oder weil man vor einem Besuch bei Verwandten oder Freunden etwas mehr Sicherheit haben möchte.

Knappheit an Corona-Schnelltests - Lieferengpässe und auslaufende Sonderzulassung

Nicht nur die höhere Nachfrage ist der Grund für die Knappheit an Schnelltests in NRW. Auch auslaufende Sonderzulassungen haben damit zu tun. „Bisher waren viele Tests als Sonderzulassung im Verkauf“, erklärt Thomas Preis der Rheinischen Post. „Diese Sonderzulassungen werden nicht mehr verlängert. Das sorgt auch für weitere Engpässe“.

In einer Teststation werden immer mehr Corona-Tests gemacht.
Viele Bürger lassen sich derzeit auf Corona testen. Doch die Schnelltests in NRW werden langsam knapp (Symbolfoto) © Hauke-Christian Dittrich / dpa

Außerdem wird ein Großteil der Corona-Schnelltests nicht in Deutschland produziert, sondern in Fernost. Die Frachtmöglichkeiten von dort seien aber nicht problemlos möglich. Und wenn die Tests in Deutschland eingetroffen sind, dauert es, bis der Zoll sie freigibt. Ein weiteres Problem: Laut Thomas Preis könnte es sein, dass viele Händler die hohe Nachfrage im Winter nicht vorhergesehen und nicht genug Schnelltests vorbestellt haben.

Zwar kommt es derzeit mitunter zu langen Wartezeiten an den verschiedenen Teststellen, doch noch konnte die Nachfrage der Bürger bedient werden. Eine Frage, die sich vielen Menschen aber stellt: Wie oft darf man eigentlich zum Bürgertest? *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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