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Schulen in NRW: Es gibt keine Corona-Regeln mehr - trotz steigender Inzidenz

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Für Kinder an Schulen in NRW geht es nach den Osterferien ohne Maskenpflicht und Corona-Tests weiter. Kaum ein anderes Bundesland hat so lasche Regeln.

Hamm - Erst fiel die Maskenpflicht an Schulen in Nordrhein-Westfalen, nun ist auch Schluss mit den obligatorischen Corona-Tests. Seit es am Montag (25. April) nach den Osterferien mit dem Unterricht weiterging, haben Schüler nur noch sehr wenige Corona-Regeln zu befolgen. Kaum ein anderes Bundesland ist so sorglos.

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohner17,93 Millionen
HauptstadtDüsseldorf

Corona-Regeln an Schulen in NRW: Jetzt ohne Schnelltest

Die Inzidenzen sinken in NRW, doch von Entwarnung in der Corona-Krise kann kaum die Rede sein. Seit Montag gehen Millionen Kinder und Jugendliche erstmals nach fast zweieinhalb Wochen Osterferien in die Schule. Sie sind direkt mit dem Unterricht gestartet, denn einen gemeinsamen Corona-Test, wie er für Ungeimpfte dreimal pro Woche vorgeschrieben war, gibt es erstmals nach vielen Monaten nicht mehr.

Das Ende der „anlasslosen Testungen“ - so wie auch das Ende der Maskenpflicht eine Woche vor dem Start der Ferien - hat NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer bereits Mitte März verkündet. Korrekturen an diesem „vorausschauenden und behutsamen Weg zurück in die Normalität“, wie es in der Mail des NRW-Bildungsministeriums an die Schulen formuliert wurde, gab es trotz Kritik nicht.

Das Parlament in Düsseldorf stimmte etwa gegen einen Antrag der SPD-geführten Opposition, NRW zum Hotspot zu erklären und so u.a. die Maskenpflicht in Schulen aufrechtzuerhalten. In der Tat machten von dieser im geänderten Bundesinfektionsschutzgesetz vorgesehenen Möglichkeit nur Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern Gebrauch. Bei Corona-Tests an Schulen haben jedoch die Bundesländer die Entscheidungsmacht. Und in diesem Punkt steht Nordrhein-Westfalen im Vergleich mit Restdeutschland ziemlich alleine da.

Keine Corona-Tests mehr an Schulen: Sorgloses NRW

Viele Länder lassen an ihren Schulen zumindest in der Zeit direkt nach den Osterferien weitertesten, um Unsicherheiten, die durch die neue Maskenfreiheit oder Urlaubsaufenthalte der Schüler entstehen, zu minimieren. Bundesländer wie Hamburg, Thüringen und das Saarland setzen die Tests auf zunächst unbestimmte Zeit fort. Niedersachsen lässt in der Woche nach den Ferien sogar täglich testen und ruft die Schüler zudem auf, weiterhin Maske zu tragen.

Nordrhein-Westfalen und Sachsen lassen dagegen keine verpflichtenden Antigen-Schnelltests mehr durchführen. Sachsen wies jedoch darauf hin, dass an den Schulen Selbsttests vorhanden sind. In NRW werden mit dem Ende der anlasslosen Testpflicht in den Schulen nach den Osterferien dagegen keine Testmaterialien zur Verfügung gestellt. „Es bleibt jedem unbenommen, die vorhandenen Testmöglichkeiten und die gut ausgebaute sonstige Testinfrastruktur zu nutzen“, heißt es laut Kölner Stadt-Anzeiger aus dem Ministerium.

Ein Junge zeigt einen negativen Corona-Selbsttest.
Ein Junge zeigt einen negativen Corona-Selbsttest. © Julian Stratenschulte/dpa

Der Verband Bildung und Erziehung kritisierte: „Die Landesregierung in NRW setzt auf das Prinzip Hoffnung und die Eigenverantwortung der Schulgemeinschaften.“ In den benachbarten Bundesländern würden die Testungen immerhin im direkten Anschluss an die Osterferien noch weiter durchgeführt, betonte VBE-Landeschef Stefan Behlau. Ob der NRW-Weg gerade zu Beginn der nun auch anstehenden Abschlussprüfungen ein verantwortungsvoller Weg sei, „ist zumindest fragwürdig“. Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Ayla Celik, sagte: „Das Schulministerium bleibt sich treu. Das Verhalten ist konsequent leichtsinnig.“

Wer sich vor Corona schützen möchte, muss also weiter Maske tragen. Schulen dürfen eine Maskenpflicht zwar nicht vorschreiben, wie Schulministerin Yvonne Gebauer deutlich machte, aber das freiwillige Tragen von Masken sei erlaubt. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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