„Inzidenzstufe 0“

Wegen Regel-Lockerungen in NRW: Karl Lauterbach äußert arge Bedenken

Das Land NRW hat seine Corona-Regeln gelockert. Die neue Schutzverordnung ist ein großer Schritt in Richtung Normalität. Karl Lauterbach kritisiert den Zeitpunkt.

Hamm - Nordrhein-Westfalen hat die Regeln zur Bekämpfung des Coronavirus weiter gelockert. Das Land macht der ab Freitag geltenden Aktualisierung der Corona-Schutzverordnung einen großen Schritt in Richtung Normalität gemacht. Doch es ist einer, der für Karl Lauterbach zu früh kommt. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Corona-Regeln in NRW gelockert: Karl Lauterbach kritisiert „Inzidenzstufe 0“

Für den Gesundheitsexperten der SPD kommen die Lockerungen der Corona-Regeln in NRW zu früh. Er kritisiert den Zeitpunkt deutlich. „Denn wir sind in einer Phase, in der die Fallzahlen wieder steigen und sich der Impffortschritt verlangsamt“, sagte Karl Lauterbach im Gespräch mit WDR2. „Der Zeitpunkt der Lockerungen hat mich überrascht, ich hätte einen späteren Zeitpunkt besser gefunden.“

Nach Stand vom 7. Juli (13.20 Uhr) haben 59,8 Prozent der Bürger in Nordrhein-Westfalen mindestens eine Erstimpfung erhalten. Doch das Tempo ist längst nicht mehr so hoch. Mittlerweile bleiben Tausende Impftermine in den Impfzentren des Landes NRW frei.

Mit der Einführung der Inzidenzstufe 0 im Zuge der Regel-Lockerungen gibt die NRW-Landesregierung von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) das Signal: ‚Wir haben es geschafft, wir können uns verhalten wie früher.‘ Für Karl Lauterbach ist es eindeutig das falsche Signal. „Ich hätte mich gefreut, wenn wir mit dem Impfen weiter gewesen wären. Nun werden wir und mehr Delta-Fälle ins Land holen und im Herbst eine größere Gefahrenlage haben“, sagte er.

NRW lockert Corona-Regeln: Karl Lauterbach hält Zeitpunkt für verfrüht

Daher plädierte der Epidemiologe erneut dafür, mehr Impfaktionen anzubieten - vor allem mit Blick auf Kinder und Jugendliche. „Wir müssen die Impfungen dort hinbringen, wo die Menschen sind“, so Karl Lauterbach. Angebote vor Cafés oder Shisha-Bars könnten eine Option sein, meinte er.

Die ab Freitag (9. Juli) geltende neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW sieht eine weitgehende Normalisierung vieler Lebensbereiche vor. Discos, Kirmes und Volksfeste werden mit kleinen Auflagen wieder erlaubt. In vielen Bereichen fallen zudem Kontaktbeschränkungen, Masken- und Nachverfolgungspflichten weg.

Die Bürger in NRW sollten sich dennoch weiterhin Corona konform verhalten und sich an die AHA-Regeln halten. Der Rat von Karl Lauterbach: „So viel wie möglich draußen machen und drinnen vorsichtig sein: Maske tragen und Abstand halten. Draußen kann man sehr viel weniger vorsichtig sein. Dann kommt man gut durch.“

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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