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Corona-Plan für NRW: 3G und Maskenpflicht drohen - klare Haltung zu Schließungen

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Von: Hannah Decke

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Die NRW-Landesregierung hat einen Fahrplan für den Corona-Herbst 2022 erstellt. Die Rede ist von „verhältnismäßigen Schritten“. Was das bedeutet.

Hamm - Die Leitlinien der Corona-Strategie in Nordrhein-Westfalen stehen fest: Nach Aussage der Landesregierung soll das gesellschaftliche Leben so normal wie möglich weitergehen, aber mit „konsequenter Vorsorge“ für mögliche kritische Entwicklungen. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) spricht von „verlässlichen, verständlichen und verhältnismäßigen Schritten“.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Corona-Fahrplan für den Herbst in NRW: Keine flächendeckenden Schulschließungen

In ihrer Kabinettssitzung am 5. Juli hat die NRW-Landesregierung einen „grundlegenden Rahmen“ zum weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie beraten. Man habe sich auf einen Fahrplan verständigt, hieß es am Dienstag aus Düsseldorf.

„Flächendeckende Schließungen von Schulen und Kitas darf es nicht mehr geben. Vorausschauend, umsichtig, für alle nachvollziehbar – so sollte der Umgang mit Corona an unseren Schulen sein“, wird Hendrik Wüst in einer Mitteilung zitiert. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte jüngst noch gesagt, er schließe Schulschließungen nicht kategorisch aus.

Seitens der neuen Schulministerin Dorothee Feller hieß es ebenfalls, dass die Schulen offen bleiben sollen. Eine ihrer ersten Amtshandlungen sei ein Corona-Koordinierungsstab gewesen. Es soll ein Konzept für Herbst und Winter erarbeitet werden. Maskenpflicht und Testungen könnten je nach Infektionslage zurückkehren. Geprüft werden soll auch eine flächendeckende Anschaffung von CO₂-Messgeräten für Schulen.

Corona-Maßnahmen im Herbst 2022: Maskenpflicht und 3G könnte zurückkommen

Die Corona-Maßnahmen im ÖPNV sowie in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die derzeit als einzige Basisschutzmaßnahmen gelten, sollen beibehalten werden. „Sollte es zu einer deutlichen Belastung der medizinischen Einrichtungen kommen, können besondere zusätzliche Hygieneregelungen eingesetzt werden“, hieß es weiter. Konkret genannt werden die Maskenpflicht in Innenräumen und Zugangsbeschränkungen mit Test. Seit Juli 2022 sind die Bürgertests nicht mehr kostenlos.

Darüber hinaus verwies die NRW-Regierung mit Blick auf konkrete Corona-Maßnahmen auf den Bund und „maßgebliche Rahmenbedingungen“. So müsse auf Bundesebene ein gesetzlicher Rahmen gestaltet werden, um verschärfte Maßnahmen in NRW umsetzen zu können. Im September läuft die Rechtsgrundlage für die Basismaßnahmen aus.

Abhängig machen möchte die Landesregierung weitere Schritte von verschiedenen Indikatoren. Der Blick soll sich vor allem auf die Zahl der Patienten in Krankenhäusern und die Auslastung der Intensivstationen richten. Darüber hinaus sollen aber auch Infektionszahlen etwa in Pflegeheimen, die 7-Tage-Inzidenz, alters-spezifische Inzidenzen, der R-Wert und die Positivquote bei Testungen betrachtet werden.

Corona-Lage in NRW: „Lage auf unseren Intensivstationen derzeit beherrschbar“

Zudem soll es beim Thema Impfen mit Blick auf die kalten Jahreszeiten wieder vorangehen. Der Schwerpunkt der Impfungen werde weiterhin in den Arztpraxen liegen. Aber auch niederschwellige Angebote in den Kreisen und Städten sollen zur Not wieder hochgefahren werden.

Derzeit sei die Lage auf den Intensivstationen laut NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann beherrschbar. „Das ist einerseits erfreulich, andererseits kann uns heute niemand sagen, was uns im Herbst und Winter dieses Jahres erwartet“, wird Laumann am Dienstag zitiert. Man müsse auf den Fall der Fälle vorbereitet sein.

Aktuell sorgt die Omikron-Variante BA.5 für eine Sommerwelle in NRW und Deutschland. Und während die Infektionszahlen steigen, ist bereits die nächste Corona-Mutation auf dem Vormarsch: BA.2.75.

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