Neue Verordnung

Corona-Quarantäne in NRW: Eigene Regeln für Geimpfte

Die Quarantäne-Regeln ändern sich - jedoch nicht für alle. Stattdessen können sich lediglich Geimpfte in NRW über fortan weniger einschneidende Maßnahmen freuen.

NRW - Privilegien für Geimpfte? Geht es nach der Ansicht zahlreicher Experten, sollte es diese nicht geben, da sie das Potenzial mitbringen, die Gesellschaft in der Corona-Krise zu spalten. In Nordrhein-Westfalen greift nun allerdings eine Verordnung, die es Geimpften ermöglicht, die häusliche Quarantäne unter Umständen früher zu verlassen. Ein Überblick. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Einwohner17.947.221 (31. Dezember 2019)

Corona-Quarantäne in NRW: Sonderregeln für geimpfte Kontaktpersonen

Anfang dieser Woche hat die Bundesregierung einen Beschluss gefasst, den die NRW-Landesregierung nun umgesetzt hat. Demnach gibt es eine neue Corona-Test-und-Quarantäneverordnung. Die Änderung in der Quarantäneverordnung beinhaltet ein wichtiges Detail für all diejenigen, die bereits gegen das Coronavirus geimpft worden sind.

Demnach müssen symptomlose Personen, die bereits eine Zweitimpfung erhalten haben, künftig nicht mehr in Quarantäne, obwohl sie Kontaktperson einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person sind. Denn gemäß der Definition des Robert-Koch-Instituts (RKI) verfügen jene Geimpfte bereits „über einen vollständigen Impfschutz“.

Neue Corona-Test-und-Quarantäneverordnung: Privileg erst 14 Tage nach Impfung

Hierzu führt die Verordnung aus: „Bei symptomlosen Personen, die über einen gemäß RKI-Definition vollständigen Impfschutz gegen eine SARS-CoV-2-Infektion mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff verfügen, entfällt die Quarantänepflicht.” Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts müssen jedoch 14 Tage nach der Zweitimpfung ins Land gehen, ehe eine Person den vollständigen Impfschutz vorweisen kann. Auch wer trotz Zweitimpfung Symptome hat, muss sich nach wie vor sofort in Corona-Quarantäne begeben.

Die Änderung der Corona-Test-und-Quarantäneverordnung äußert sich zudem noch in einer weiteren Weise. Wie das Ministerium mitteilt, muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern künftig mindestens zwei Corona-Tests pro Woche zur Verfügung stellen, sofern die Arbeitnehmer in einem Hochinzidenzgebiet wohnen.

Beschäftigter hält Corona-Quarantäne ein und wird gekündigt - Gericht hebt Betriebsentscheidung auf

In Köln wurde einem Beschäftigten seine strenge Disziplin in der Corona-Quarantäne zum Verhängnis. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat dort ein Beschäftigter die vorgeschriebene Quarantäne lediglich eingehalten und dafür die Kündigung bekommen. Nun hat das Arbeitsgericht Köln die Kündigung für unwirksam erklärt.

Demnach hatte der Arbeitnehmer im vergangenen Oktober vom lokalen Gesundheitsamt die Anweisung bekommen, sich in Quarantäne zu begeben, nachdem der Bruder seiner Freundin positiv getestet worden war. Sein Chef glaubte ihm das nicht, sondern dachte, er wolle sich nur vor der Arbeit drücken. Er verlangte eine schriftliche Bestätigung vom Gesundheitsamt. Als diese nach wenigen Tagen noch nicht bei ihm vorlag, kündigte er dem Mitarbeiter.

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa

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