Gerichtsurteil

Corona in NRW: Vater stark vorerkrankt - Schülerin muss trotzdem zur Schule gehen

Ein Kind lernt zuhause.
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Präsenzunterricht habe laut Verwaltungsgericht Düsseldorf grundsätzlich Vorrang vor Distanzunterricht.

Obwohl ihr Vater scheinbar eine schwere Vorerkrankung hat, muss eine Schülerin am Unterricht in ihrer Schule teilnehmen. Der Präsenzunterricht könnte in dem Fall nicht durch Distanzunterricht ersetzt werden.

Düsseldorf - Eine Schülerin aus NRW muss auch dann während der Corona-Pandemie am Präsenzunterricht teilnehmen, wenn ihr Vater an Vorerkrankungen leidet, unter denen sich eine Infektion mit dem Coronavirus gefährlich erweisen könnte. Das entschied das Düsseldorfer Verwaltungsgericht am Dienstag. (News zum Coronavirus in NRW)

UnterrichtsformDistanzunterricht
Zielgleichwertige Form des Schulunterrichts
AuftretenIn Krisenzeiten (etwa während einer Pandemie)
VerbindlichkeitSchulpflicht

Vater stark vorerkrankt - Schülerin muss trotzdem zur Schule gehen

In dem Fall hatte die betroffene Schülerin einen Eilantrag gestellt, um vom Präsenzunterricht befreit zu werden. Die Richter lehnten diesen Antrag ab (Aktenzeichen: 18 L 2278/20). Die Ablehnung wurde damit begründet, dass die Antragstellerin nicht ausreichend belegt, wie gravierend der Vater vorerkrankt ist. Es sei nicht eindeutig geklärt, ob das Gesundheitsrisiko für den Vater der Schülerin tatsächlich so groß ist, dass ihr ob der Corona-Lage Distanzunterricht erteilt werden müsse.

Sofern die ärztlichen Bescheinigungen nicht aussagekräftig genug sind, habe der Präsenzunterricht immer Vorrang. Das Verwaltungsgericht beruft sich mit dieser Entscheidung unter anderem auf den staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Zudem ließen sich durch die vom Gesetzgeber im Schulbereich vorgesehenen Hygiene-Maßnahmen Infektionsrisiken auch für Angehörige von Schülern verringern.

Es wird nahegelegt, Vorerkrankte auch durch bestimmte Vorsorgemaßnahmen im Haushalt vorzunehmen. Gegen den Gerichtsbeschluss kann die Schülerin noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingelegt werden.

Dass man Corona auch ohne Vorerkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte, demonstriert der Krankheitsverlauf einer Familie aus dem Kreis Unna. Die Familie sieht das Virus inzwischen mit anderen Augen.

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