Neue Regeln seit dem 31. Mai

NRW-Schulen: Fast überall Präsenzunterricht – Ministerin Gebauer setzt auf Corona-Konzept

Fast ganz NRW kehrt am Montag (31. Mai) zum Präsenzunterricht zurück. Doch Corona ist noch nicht vorbei. Wie will Schul-Ministerin Yvonne Gebauer erneute Infektionen verhindern?

Dortmund – Schule live und in Farbe: Tausende Schüler in NRW kehren seit Montag (31. Mai) wieder zurück zum Präsenzunterricht. Dabei ist die Corona-Pandemie* längst nicht vorbei. Landesweit lag die Inzidenz zur Rückkehr in die Klassenräume bei 40,2. RUHR24* erklärt, was jetzt der Plan von Schul-Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) ist.

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Corona-Inzidenz40,2 (Stand 31. Mai)
Aktuell infiziert26.900

NRW: Schüler kehren zurück in den Präsenzunterricht – Regeln sollen Corona-Infektionen verhindern

Bis auf Hagen und Remscheid, wo die 7-Tage-Inzidenz am Montag (31. Mai) noch nicht an fünf Werktagen in Folge unter 100 war, sitzen nun wieder alle Schüler vor der Tafel statt vor dem Laptop im Kinderzimmer. In voller Klassenstärke wohlgemerkt. Wie soll das funktionieren?

Die NRW-Landesregierung setzt seit Ende März auf Corona-Tests an Schulen. Seit Ende der Osterferien gibt es pro Schüler zwei davon pro Woche. In den Grundschulen gibt es seit dem 10. Mai zudem die einfacher zu handhabenden Lolli-Tests. Das Ganze kombiniert mit der weiterhin bestehenden Maskenpflicht (auch am Sitzplatz) und weiteren Hygienemaßnahmen soll Corona-Infektionen möglichst gering halten.

Corona in NRW: Yvonne Gebauer will Präsenzunterricht bis zu den Sommerferien

Gesunkene Inzidenzzahlen in ganz NRW – gleich 15 Städte und Kreise lagen am Montag (31. Mai) unter 30 – sowie die wachsende Zahl geimpfter Lehrer stimme das Schulministerium in Düsseldorf zuversichtlich, dass die Schulen die Wochen bis zu den Sommerferien am 5. Juli geöffnet bleiben können.

Ausschließen, dass es aber auch wieder zu Wechselunterricht kommen könnte, will Yvonne Gebauer nicht. Denn für unter 12-Jährige gibt es noch keine Impfstoff-Freigabe seitens der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA). Und für Kinder ab zwölf Jahren sollen ab dem 7. Juni zwar Impfungen möglich sein*, aber kein zusätzlicher Impfstoff dafür zur Verfügung stehen. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt es dafür obendrein auch nicht.

Zudem schwingt die Gefahr durch neue Corona-Mutationen und die erneute rasante Ausbreitung des Virus – wie jüngst etwa in Vietnam entdeckt – wie ein Damokles-Schwert über der NRW-Schulpolitik. Die Rückkehr zum Wechselunterricht in einzelnen Städten erscheint aktuell unwahrscheinlich, ist aber möglich.

Corona erfordert in NRW mehr Personal bei Prüfungen – Unterrichtsausfall nicht ausgeschlossen

Außerdem stehen in weiterführenden Schulen in den kommenden Wochen Abschlussprüfungen an, die aufgrund der Hygienemaßnahmen mehr Personal binden, wie es aus Düsseldorf heißt. Es sei also nicht ausgeschlossen, dass an diesen Tagen für bestimmte Klassen und Jahrgangsstufen der Präsenzunterricht nicht in vollem Umfang erteilt werden könne. Das Land versuche indes, die Personalengpässe durch befristete Verträge mit zusätzlichen Lehrern aufzufangen.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will die Schulen für den Präsenzunterricht möglichst bis zu den Sommerferien offen halten.

Indes gibt es seitens des Lehrerverbands NRW „Lehrer NRW“ und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Kritik am Vorgehen der Landesregierung. Der Verband halte die Öffnung der Schulen ab einer stabilen Inzidenz unter 100 für verfrüht, heißt es in einer Mitteilung, die auf die noch hohe Inzidenz unter den zehn- bis 19-Jährigen verweist.

Und gerade an den weiterführenden Schulen hätten sehr viele Beschäftigte noch keine erste Impfung bekommen. Voller Präsenzunterricht* solle daher erst ab dem Wert von unter 50 stattfinden. In NRW ist das zur Rückkehr in den Präsenzunterricht in 45 von 53 Städten und Kreisen der Fall. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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