1. wa.de
  2. NRW

Harte Corona-Regeln für Großveranstaltungen in NRW - was ab sofort gilt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nina Büchs

Kommentare

Die Corona-Zahlen steigen auch in NRW. Daher gelten nun härtere Regeln in Nordrhein-Westfalen - auch für Großveranstaltungen. Das müssen Sie jetzt wissen.

Hamm – Angesichts der angespannten Corona-Lage kommen nun schärfere Corona-Regeln auf die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen zu. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Donnerstag (2. Dezember) wurden auch allgemeingültige Verschärfungen für Großveranstaltungen beschlossen. Demnach dürfen zukünftig maximal 30 bis 50 Prozent der Kapazitäten genutzt werden. In Innenräumen ist die Höchstzahl auf 5000 Personen und im Außenbereich auf 15.000 Personen begrenzt. Da dies als „Mindeststandard“ gilt, könnte es in einigen Städten und Kreisen unter Umständen auch noch strengere Regeln geben.

Corona NRW: Strengere Regeln für Großveranstaltungen – weniger Zuschauer im Stadion

CDU-Landtagsfraktionschef Bodo Löttgen hatte bereits am Mittwoch in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags zur Corona-Krise angekündigt, dass es ab Samstag (4. Dezember) eine deutliche Beschränkung der Zuschauerzahlen bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen geben soll. Die neue Corona-Schutzverordnung, die nun am 3. Dezember veröffentlicht wurde, bestätigt die bisherigen Vermutungen.

Zuletzt sorgten Fotos von etwa 50.000 Fans im RheinEnergie-Stadion für Aufruhr, die dort das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach verfolgten und zum Teil auch keine Maske trugen.

Strengere Corona-Regeln – Stadien sollen nur zu einem Drittel ausgelastet werden

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte zuvor weitere geplante Einschränkungen angekündigt – unter anderem die Schließung von Clubs und Diskotheken. Auch die Maskenpflicht im Schulunterricht wird wieder eingeführt. Bei den konkreten Vorgaben will Wüst zunächst auf möglichst bundeseinheitliche Standards setzen. An diesem Donnerstag soll es dazu erneut eine Bund-Länder-Runde tagen.

Was gilt aktuell in NRW bei Großveranstaltungen? (ab 4. Dezember)

„Bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauenden (Sportveranstaltungen, Konzerten, Musikfestivals und ähnlichem) darf die Auslastung bei höchstens 50 % der gesamten regulären Höchstkapazität oder oberhalb einer absoluten Zahl von 1000 Zuschauenden die zusätzliche Auslastung bei höchstens 30 Prozent der über 1000 Personen hinausgehenden regulären Höchstkapazität liegen; insgesamt sind aber höchstens 5000 Zuschauende in Innenräumen und 15000 Zuschauende im Freien zulässig. Stehplätze dürfen nicht besetzt werden“, heißt es in der aktuellen Corona-Schutzverordnung NRW.

Helge Braun, geschäftsführender Kanzleramtschef, sagte zuletzt, dass Großveranstaltungen, zum Beispiel Bundesligaspiele, wieder ohne Besucher stattfinden sollten. Das Robert-Koch-Institut hatte bereits vor einigen Wochen zu einer Absage von Großveranstaltungen geraten. In NRW wird es aber wohl keine Geisterspiele in der Bundesliga geben, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, der sich auf „CDU-Kreise“ bezieht. Stattdessen sei auch dort die Begrenzung auf ein Drittel der Zuschauerkapazität geplant.

Coronavirus NRW: 2G und 2G+ bei Veranstaltungen – das gilt aktuell

Laut der aktuellen Coronaschutzverordnung NRW gilt für Veranstaltungen im Kultur- und Freizeitbereich derzeit eine 2G-Regel. Das betrifft zum Beispiel Konzerte, Theater, Kinos, Restaurants, Tierparks, Freizeitparks und Weihnachtsmärkte. Auch bei Sportveranstaltungen müssen sich Zuschauer nach der 2G-Regel richten. Bei Tanzveranstaltungen oder Karnevalsveranstaltungen müssen Geimpfte und Genesene sogar zusätzlich einen negativen Test vorzeigen (2G+). Ab dem 4. Dezember gilt zudem 2G im Einzelhandel. Clubs und Diskotheken müssen dann sogar komplett schließen.

Coronavirus NRW: 50.000 Fans im RheinEnergie-Stadion, tausende Jecken beim Kölner Karneval

Fakt ist: Wo viele Menschen aufeinander treffen, ist auch das Infektionsrisiko besonders hoch. Beim Kölner Karneval feierten am 11.11. tausende Jecken dicht an dicht auf den Straßen – wenn auch unter 2G-Bedingungen. Trotzdem ist die Inzidenz seitdem stark angestiegen und liegt in Köln aktuell sogar bei über 350 (Stand: 30. November; Quelle: RKI).

Am vergangenen Samstag schauten wieder viele Menschen ungläubig nach Köln, als über 50.000 Fans das Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach live im Rheinenergie-Stadion verfolgten. Der FC stellte vorab einen Antrag dafür, der auch genehmigt wurde. Virologen kritisierten, dass dies in der derzeitigen Situation noch möglich ist. Sie fordern sogenannte Geisterspiele. In Baden-Württemberg oder Sachsen wurde dies bereits umgesetzt, doch in Köln und anderen Städten in NRW sind Zuschauer weiterhin erlaubt. Die Frage bleibt nun: Wie viele und wie lange noch? (nb mit dpa) 24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Dieser Artikel wurde am 3. Dezember aktualisiert. Neuerung: Inhaltlich anhand der neuen Corona-Schutzverordnung aktualisiert.

Auch interessant

Kommentare