Bei Markus Lanz

Corona-Politik in NRW: Armin Laschet nach heftiger Merkel-Kritik in der Bredouille

Armin Laschet, NRW-Ministerpräsident, hat bei Markus Lanz (ZDF) auf die scharfe Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an seiner Corona-Politik reagiert.

NRW - Die Maßnahmen der Regierung in der Corona-Krise versprachen in den vergangenen Tagen und Wochen eine Menge Konfliktpotenzial. Insbesondere bei der Umsetzung der Notbremse hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine andere Vorstellung als NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der nun versucht hat, bei Markus Lanz (ZDF) seine Strategie zu verteidigen. (News zum Coronavirus)

LandNordrhein-Westfalen
Fläche34.098 km²
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Armin Laschet (NRW) und Angela Merkel wegen Corona-Notbremse im Streit

Ursprung der Meinungsverschiedenheiten zwischen Angela Merkel und Armin Laschet war der jüngste Corona-Gipfel, bei dem die Regierung beschloss, die angepeilte Notbremse in Regionen mit einer Corona-Inzidenz von über 100 wie geplant durchzuführen. Doch nicht alle Bundesländer setzten diese Maßgabe genauso um. Hatte Armin Laschet zu Beginn noch angekündigt, die Corona-Notbremse eins zu eins umsetzen zu wollen, wählte die NRW-Landesregierung für das bevölkerungsreichste Bundesland einen anderen Weg.

Demnach gibt es in NRW seit Montag eine Strategie, wonach etwa Einzelhändler oder Betriebe mit körpernahen Dienstleistungen ihre Geschäfte nicht schließen müssen. Stattdessen können Kunden, die einen negativen Test vorweisen, die Angebote wie gehabt wahrnehmen. Die Notbremse tritt dementsprechend nur für diejenigen in Kraft, die keinen Corona-Test vorweisen können. Zudem will Armin Laschet mit sogenannten Modellregionen in NRW Öffnungsprojekte wagen.

Eine Strategie, die Bundeskanzlerin Angela Merkel sauer aufstieß, wie sie mit ihrer Kritik an der NRW-Corona-Politik bei Anne Will (ARD) deutlich machte. Das Land Nordrhein-Westfalen habe Merkel zufolge eine Umsetzung der Notbremse gewählt, die Ermessensspielraum mit sich bringt in einem Sachverhalt, der eigentlich gar keinen Spielraum erlaubt.

Armin Laschet verteidigt bei Markus Lanz (ZDF) NRW-Corona-Politik nach heftiger Merkel-Kritik

Bei Markus Lanz (ZDF) äußerte sich der CDU-Parteivorsitzende Armin Laschet nun zur Kritik der Kanzlerin. Wie fr.de* berichtet, brachte Armin Laschet Markus Lanz zunächst mit einer Aussage zum Gespräch zwischen Anne Will und Angela Merkel (ARD) zum schmunzeln*.

Doch die Diskussion wurde damit nicht unbedingt aufgelockert. Vielmehr versuchte Laschet beharrlich zu rechtfertigen, dass die Maßnahmen der Corona-Politik in NRW überhaupt unter die Kategorie Notbremse fallen. Im weiteren Verlauf der ZDF-Sendung betonte er dann immer wieder, dass es sich lediglich um eine kleine Meinungsverschiedenheit zwischen Angela Merkel und ihm in einem feinen Detail handle.

„Ich habe meine Position. Die kann auch mal anders sein als die der Kanzlerin. Das Ziel ist exakt das gleiche. Aber bei dieser einen Frage haben wir eine unterschiedliche Position“, betonte der NRW-Ministerpräsident. Moderator Markus Lanz wollte es jedoch nicht als eine kleine Frage oder als ein wenig bedeutsames Detail abtun, sondern deutete auf die Verunsicherung in der Bevölkerung vor den Fernsehbildschirmen (ARD/ZDF), wenn sich CDU-Chef und Bundeskanzlerin in diesem Punkt nicht einig seien.

Markus Lanz (ZDF) findet deutliche Worte zu Merkel-Statement - So reagiert Armin Laschet

„Sie (Angela Merkel, Anm. d. Red.) beschädigt sie - als CDU-Chef und auch als möglichen Kanzlerkandidaten“, kommentierte Markus Lanz das Merkel-Statement in seiner ZDF-Talkshow. „Ich empfinde das nicht so“, antwortete Armin Laschet, der schließlich aber eine Sache einräumte, nachdem Markus Lanz entscheidend nachgebohrt hatte. „Ich habe mich nicht gefreut“, gab der NRW-Ministerpräsident in Bezug auf die Worte der Kanzlerin zu.

Im Laufe der ZDF-Sendung kam auch die Astrazeneca-Krise zur Sprache - die Impfungen mit dem Vakzin wurden bekanntlich am Dienstag für unter 60-Jährige gestoppt. Auch hier musste Laschet zugeben, dass das Vertrauen in die Corona-Impfungen damit nicht gerade gestärkt würde. - *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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