Kreuzimpfung

Wahl-Option bei Corona-Kreuzimpfung: Hausärzte sind verärgert

Nach der Erstimpfung mit Astrazeneca empfiehlt die Stiko unabhängig vom Alter als zweite eine mRNA-Impfung mit Biontech oder Moderna. Hausärzte sind deshalb verärgert.

Hamm - Das Telefon steht in vielen Hausarztpraxen derzeit kaum noch still. Ein Durchkommen für Patienten ist kaum möglich. Denn die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die Empfehlung für die Corona-Schutzimpfung aufgrund der sich rasant ausbreitenden Delta-Virusvariante geändert. Das bedeutet für die Hausarztpraxen einen erheblichen Mehraufwand. (News zum Coronavirus)

KrankheitCovid-19
ErregerSars-Cov-2. Coronavirus
Symptome (unter anderem)Fieber, trockener Husten, Müdigkeit

Mehraufwand für Hausärzte: Stiko ändert Empfehlung für Corona-Impfung

Die Stiko empfiehlt: Wer mit Astrazeneca erstgeimpft ist, soll bei der Corona-Zweitimpfung ein anderes Vakzin bekommen. Zwei verschiedene Impfstoffe gegen das Coronavirus seien laut Gesundheitsminister Jens Spahn besonders wirksam. Unabhängig vom Alter sollen betroffene Personen dann eine Impfung von Biontech oder Moderna erhalten. Umsetzen müssen diese neue Stiko-Empfehlung vor allem Hausärzte. Die klagen nun über die neue Belastung.

Die sogenannte Kreuzimpfung mit Atrazeneca und Biontech oder Moderna stellt viele Hausärzte vor Herausforderungen. Denn viele Patienten seien nun verunsichert und möchten sich beim Hausarzt genauer informieren, sagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Die Änderung der Impf-Empfehlung habe schon am ersten Tag für einen enormen Mehraufwand gesorgt.

Mehraufwand für Hausärzte: Stiko ändert Empfehlung für Corona-Impfung

Laut Weigeldt werfe die Mitteilung der Stiko viele Fragen für Patienten auf. Häufige Fragen sind beispielsweise was die Empfehlung für bereits zweimal mit Astrazeneca geimpfte Patienten bedeutet und was bei der Kreuzimpfung mit zwei verschiedenen Corona-Vakzinen der maximale Abstand sei. Die Stiko hatte in ihrer jüngsten Empfehlung den Mindestabstand zwischen der Astrazeneca-Erstimpfung und einer mRNA-Zweitimpfung it Biontech oder Moerna auf vier Wochen verkürzt.

Nach der überraschenden Äußerung der Ständigen Impfkommission zu Astrazeneca sollen alle mit einer ersten Impfung dieser Art nun eine Zweitimpfung mit Biontech oder Moderna bekommen.

Der verkürzte Abstand zwischen den zwei Corona-Impfungen ist vor allem für diejenigen relevant, die in den Sommerferien verreisen möchten. Denn ob sie neun bis zwölf Wochen auf ihre Zweitimpfung warten, oder eben nur vier, könnte dem einen oder anderen Impfling einen besseren Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf wegen Corona ersparen. Vor allem mit Blick auf die sich immer weiter ausbreitende Delta-Varinate, soll die Kreuzimpfung einen besseren Schutz bieten.

Mehraufwand für Hausärzte: Stiko ändert Empfehlung für Corona-Impfung

Dass die Hausarztpraxen mit diesem Problem nicht alleine gelassen werden sollten, findet der Vizechef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) Stephan Hofmeister. Um Hausärzte zu entlasten ist es bereits im Märkischen Kreis möglich, sich einen Impftermin für die Zweitimpfung gegen das Coronavirus mit einem mRNA-Impfstoff im Impfzentrum zu buchen, obwohl die Erstimpfung beim Hausarzt stattfand. Für alle anderen gilt vorerst, sich beim Hausarzt zu informieren.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nannte die Kreuzimpfung „besonders wirksam“. Sie biete einen „sehr, sehr hohen Impfschutz“. Es sei auch ausreichend Impfstoff gegen das Coronavirus vorhanden, um die Empfehlung umzusetzen, so Spahn. Die Kreuzimpfung sei prinzipiell ab sofort möglich - je nach Verfügbarkeit von Impfstoffen der Vakzine von Biontech und Moderna. Die Bundesländer hatten am Freitag (2. Juli) zugesagt, die am Vortag veröffentlichte neue Stiko-Empfehlung sofort umzusetzen.

„Das Virus stellt uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Wir können aber mittlerweile schnell reagieren. Durch heterologe Impfungen können wir den Impfschutz für Menschen, die eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, merklich steigern“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) laut einer Mitteilung des Landes. Personen, die im Impfzentrum ihre Corona-Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, würden demnach Impfzentren die betreffenden Personen zum Zweck einer Änderung des Zweitimpftermins automatisch kontaktieren.

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare