1. wa.de
  2. NRW

Corona-Ausbrüche in Kitas in NRW: Endet der Regelbetrieb? So reagiert das Land

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Hannah Decke

Kommentare

Corona greift auch in Kitas um sich. Es gab bereits mehrere Schließungen. Kann der Regelbetrieb aufrechterhalten werden? Das sagt das Land NRW.

Hamm - Derzeit wird viel über schärfere Corona-Maßnahmen diskutiert. 3G, 2G oder 2G-plus? Bleiben Bars und Clubs geöffnet, kehrt die Maskenpflicht im Unterricht an Schulen in Nordrhein-Westfalen zurück? Die Infektionszahlen steigen, der Druck auf die Politik wächst. Wenig gesprochen wird aktuell über Kitas. Auch hier grassiert das Virus. Zuletzt mussten einige Einrichtungen geschlossen werden - auch in NRW. Sollte der Regelbetrieb bei der aktuellen Infektionslage aufrechterhalten werden?

LandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,9 Millionen

Corona-Ausbrüche in Kitas: Kommen Einschränkungen? Land NRW gibt klare Antwort

In Essen musste am Montag (29. November) eine Kita schließen, nachdem neun Mitarbeiterinnen positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Auch sieben Kinder seien infiziert, berichtet die WAZ. Die Einrichtung könne ihren Betrieb durch den Ausfall der Erzieherinnen nicht aufrechthalten.

Auch in Dortmund musste eine Kita schließen. Bereits am 15. November wurde der erste positive Fall registriert - dann vergingen anderthalb Wochen, bis sich das Gesundheitsamt bei der Einrichtung meldete und reagierte. Am Ende war die Zahl der Infizierten in der Kita auf 30 angestiegen, berichtet die Westfälische Rundschau. Das Gesundheitsamt schloss die Einrichtung.

Nach den beiden Fällen wurde Kritik laut. Die Essener Kita-Leitung fühle sich von der Politik allein gelassen, bei den Regelungen müsse genauer hingeschaut werden, schreibt die WAZ. In Dortmund schieben sich Kita und Stadt gegenseitig die Schuld zu, weshalb so spät reagiert worden sei.

Corona-Ausbrüche in Kitas in NRW: Keine Quarantäne für Kontaktpersonen

Dass sich das Virus in Kitas so schnell ausbreiten kann, hängt womöglich mit der Regelung zusammen, die laut Corona-Betreuungsverordnung greift, sobald ein positiver Fall in einer Einrichtung auftritt: Es muss nur die Person in Quarantäne, die positiv getestet wurde. Für die anderen Kinder in der Kita besteht eine Testpflicht. In den folgenden 14 Tagen müssen die Kinder mindestens drei Mal pro Woche mittels eines Schnell- oder Selbsttests zuhause getestet werden.

Herbert Stauber vom Essener SOS-Kinderdorf, Träger der geschlossenen Kita in Essen, wünscht sich flächendeckend kostenlose PCR-Testungen. Eine Infektion würde bei vielen Kindern leicht und symptomfrei verlaufen und die Selbsttests schlügen häufig nicht an, erklärt er der WAZ. So kann sich das Coronavirus ungestört in einer Einrichtung verbreiten - bis sie schließlich geschlossen werden muss.

Regelbetrieb in Kitas trotz Corona-Lage aufrechterhalten? Land gibt klare Antwort

Das Land Nordrhein-Westfalen sieht aktuell keinen Handlungsbedarf bei Kitas. Auf Nachfrage von wa.de teilt das NRW-Familienministerium mit, dass weder verpflichtende Gruppentrennungen noch Einschränkungen des Regelbetriebs geplant seien.

Für die Notbetreuung in der Kita eignen sich kleine Gruppen, die nicht mit Kindern aus anderen Gruppen durchmischt werden.
Das Coronavirus greift auch in Kitas um sich. Sollte der Regelbetrieb aufrechterhalten werden? © Monika Skolimowska/dpa

In den Kindertageseinrichtungen in NRW gelte bereits seit dem 23. August 2021 die 3G-Regelung. Nicht immunisierte Beschäftige müssten täglich einen Testnachweis erbringen. Zudem stelle das Land seit Mitte April für alle Kinder in Kitas Selbsttests zur Verfügung. Die Anwendung erfolge allerdings auf freiwilliger Basis.

„Landesseitig wurde bewusst auf eine Verpflichtung zur Vornahme der Tests verzichtet, um allen Kindern den Zugang zum Kindertagesbetreuungsangebot zu ermöglichen“, heißt es weiter. Dies sei mit allen beteiligten Akteuren besprochen. Insbesondere von Gewerkschaften sei das Testen der Kinder durch die Erzieher kategorisch ausgeschlossen worden.

Mit Blick auf die neue Virusvariante Omikron, die mittlerweile auch in NRW nachgewiesen wurde, hatte Familienminister Joachim Stamp (FDP) allerdings nicht ausgeschlossen, dass Einschränkungen wie Gruppentrennungen oder die Reduzierung der Betreuungszeiten wieder eintreten könnten. Es wäre fahrlässig, die für die Zukunft auszuschließen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare