Corona-Lage angespannt

Kitas in NRW: Minister appelliert an Eltern - Kinder sollen möglichst zuhause bleiben

Kitas in NRW werden trotz angespannter Corona-Lage und drohendem Lockdown geöffnet bleiben. Aber: Familienminister Joachim Stamp richtet einen Appell an die Eltern.

  • Die Coronavirus-Krise in NRW betrifft auch die Arbeit in Kindergärten und Kitas.
  • Trotz drohendem Lockdown und angespannter Corona-Lage soll es eine Betreuungsgarantie geben.
  • Aber: Familienminister Joachim Stamp appelliert an die Eltern, ihre Kinder möglichst zuhause zu lassen. (News zum Coronavirus)

Update vom 13. Dezember, 11 Uhr: Der Lockdown in NRW kommt ab Mittwoch (16. November). Das hat Bundeskanzlerin am Sonntagmittag nach dem Bund-Länder-Gipfel bekannt gegeben. Wichtigster Punkt: Der Einzelhandel wird offenbar vom 16. Dezember bis 10. Januar weitgehend geschlossen. Auch für die Schulen und Kitas gibt es Pläne. An den Schulen und Kitas sollen die Kontakte deutlich eingeschränkt werden. Kinder sollen dieser Zeit wann immer möglich zu Hause betreut werden. In Kindertagesstätten wird analog verfahren. Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen.

Update vom 11. Dezember, 13.36 Uhr: Kindergartenkinder in NRW sollten wegen der aktuellen Corona-Lage möglichst zwischen dem 14. Dezember und dem 10. Januar nicht in die Kita gebracht werden. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) appellierte am Freitag in Düsseldorf an die Eltern, das Angebot nur zu nutzen, wenn es absolut notwendig sei und ihre Kinder ansonsten möglichst zu Hause zu lassen. Grundsätzlich bleiben die Einrichtungen aber offen - soweit sie in dem Zeitraum nicht ohnehin Betriebsferien geplant hatten. Landesweit einheitliche Weihnachtsferien gibt es für Kitas nicht. „Wir werden kein Betretungsverbot für Schulen und Kitas aussprechen“, versicherte der stellvertretende Ministerpräsident. Die Betreuungsgarantie werde trotz Pandemie aufrechterhalten: Jedes Kind, für das der Kita-Besuch unverzichtbar sei, werde ein Betreuungsangebot bekommen.

Das gilt vom 14. Dezember bis zum 10. Januar für die Kindertagesbetreuung:

  • Die geplanten Schließzeiten werden umgesetzt (Update vom 8. Dezember, 13.02 Uhr).
  • Die Angebote der Kindertagesbetreuung werden darüber hinaus nicht geschlossen. Es wird kein Betretungsverbot (wie im Frühjahr) ausgesprochen.
  • Die Betreuungsgarantie gilt: Kinder, für die der Besuch in ihrem Kindertagesbetreuungsangebot unverzichtbar ist, bekommen ein Betreuungsangebot.
  • Wenn Eltern Hilfe und eine Betreuung brauchen, bekommen Sie diese. Das gilt ausdrücklich auch für private Gründe. Kein Kind soll durch diesen Lockdown Schaden nehmen.
  • Der Betrieb soll aber auf ein Minimum reduziert werden.
  • Es geht daher der dringende Appell an alle Eltern, dieses Angebot nur zu nutzen, wenn es absolut notwendig ist.

NRW-Kitas dürfen Betreuungszeit um mehrere Stunden kürzen - 95 Prozent trotz Corona geöffnet

Update vom 10. Dezember, 12.42 Uhr: Nach Angaben der Landesregierung waren im November 1838 Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen zeitweise geschlossen - darunter 747 komplett. Das geht aus einem Bericht von NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) hervor, den er am Donnerstag dem Fachausschuss des Düsseldorfer Landtags vorgelegt hat. Im Schnitt seien damit aber rund 95 Prozent der 10 500 Kitas vollständig geöffnet gewesen.

„Ich bleibe bei meiner Zusage, dass es mit mir keine landesweiten Schließungen von Kinderbetreuungseinrichtungen geben wird“, sagte Stamp. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) möchte angesichts hoher Corona-Infektionszahlen einschneidende Kontaktbeschränkungen nach den Feiertagen umsetzen und wirbt für einen bundesweiten Jahreswechsel-Lockdown.

Update vom 8. Dezember, 13.02 Uhr: Die NRW-Landesregierung eröffnet den Kindertagesstätten in Nordrhein-Westfalen erweiterte Möglichkeiten, den Betrieb an die Corona-Lage anzupassen. Als letzte Möglichkeit könne die Betreuung in Kitas mit angespannter Personal- und Infektionslage um bis zu sechs Wochenstunden reduziert werden, sagte Familienminister Joachim Stamp (FDP).

Corona an Kitas in NRW: Keine flächendeckenden Schließungen, aber Einschränkungen möglich

Zudem könnten Gruppen getrennt, Bring- und Abholzeiten gestaffelt, Öffnungszeiten angepasst und die Betreuung in Randzeiten eingeschränkt werden. Auch der Umgang mit kranken Kindern könne enger ausgelegt und die Maskenpflicht unter Erwachsenen ausgeweitet werden.

Die Maßnahmen sind Teil des neuen Konzepts „Kindertageseinrichtungen im Pandemiebetrieb“, auf das sich das Familienministerium mit den kommunalen Spitzenverbänden verständigt hat.

Die Entscheidungen über individuelle Anpassungen des Kita-Betriebs in der Corona-Krise sollen im Einvernehmen von Trägern, Beschäftigten und Eltern vor Ort - Stamp: „kita-scharf“ - getroffen werden. Flächendeckende Kita-Schließungen werde es nicht geben.

Corona an Kitas in NRW: Familienminister Joachim Stamp zu neuem Konzept

Update vom 8. Dezember, 12.45 Uhr: Kindertageseinrichtungen und ihre Träger können im Pandemie-Betrieb mit Rückendeckung des Ministeriums Gruppen trennen, Öffnungszeiten anpassen und - in Absprache mit Eltern und Behörden - Betreuungszeiten reduzieren. Stamp spricht von bis zu sechs Stunden pro Woche. Das sei aber „Ultima Ratio“ - das letzte Mittel, so Stamp. Der Urlaub vieler Eltern sei aufgebraucht und ihre Lage schwierig. Es werde keine landesweit einheitliche Regelung geben, so Stamp. Die Entscheidung falle vor Ort.

Update vom 8. Dezember, 12.34 Uhr: NRW-Familienminister Joachim Stamp schließt Schließungen von Kindertageseinrichtungen aus. Gleichwohl brauche es Regelungen, um durch die kommenden Wochen und Monate der Corona-Pandemie zu kommen, sagt er zum Auftakt der Pressekonferenz.

Update vom 8. Dezember, 12.13 Uhr: Familienminister und Vize-Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) will sich gleich zur Corona-Situation in den Kitas und Kindergärten in NRW äußern. Er betonte zur Frage nach weiteren Maßnahmen: „Landesweite Kita- oder Schulschließungen wird es nicht geben.“ Möglich ist aber, dass Kindertageseinrichtungen künftig bei Personalengpässen die Betreuungszeit reduzieren können.

Corona an Kitas in NRW: Bald weniger Kindergärten bald weniger Stunden geöffnet

Erstmeldung vom 7. Dezember: Hamm - Schließen Kindergärten und Kindertagesstätten in NRW bald früher? Bei Personalproblemen in der Coronavirus-Krise könnte es dazu kommen, dass Kindertageseinrichtungen weniger Stunden pro Woche geöffnet haben. Das sieht ein Entwurf des Familienministeriums vor.

Bei coronabedingten Personalengpässen sollen Kitas nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Düsseldorf den Betreuungsumfang mindern dürfen. Dies sei „als ultima ratio“ um bis zu sechs Stunden wöchentlich möglich, heißt es in einem Entwurf zu „Kindertageseinrichtungen im Pandemiebetrieb“.. NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) will am Dienstag (8. Dezember) um 12.30 Uhr über Einzelheiten informieren.

Neue Corona-Regeln noch vor Weihnachten: Kanzlerin Angela Merkel hat am Montag weitere Maßnahmen angekündigt.

Corona an Kitas in NRW: Familienministerium will sich zu Plänen äußern

Das Papier ist das Ergebnis von Beratungen des NRW-Familienministeriums mit den Kita-Träger der Kommunen und der Wohlfahrtsverbände. Offenbar ist dabei nicht in allen Punkten Konsens erzielt worden. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Öffentlichen und Freien Wohlfahrtspflege hatte für bis zu zehn Stunden Reduzierung geworben. 

Corona verändert alles - auch an den Schulen in NRW. Es gelten strenge Regeln. Die Weihnachtsferien könnten länger dauern.

Der stellvertretende Ministerpräsident Joachim Stamp (FDP) appellierte an die Vernunft der Menschen.

Die Kita-Träger könnten freiwillig und im Einvernehmen mit den Eltern den individuellen Betreuungsumfang mindern, heißt es in dem Papier des NRW-Ministeriums. Kindeswohl und Kinderschutz seien dabei zu berücksichtigen. Eine Abstimmung mit den Landesjugendämtern sei nicht erforderlich. Grundsätzlich werde an „Bildungs- und Betreuungsgarantie“ nicht gerüttelt. 

Corona an Kitas in NRW: Auch Trennung von Gruppen möglich

Auch Gruppentrennungen seien möglich - ohne NRW-landesrechtliche Vorgaben. Die Entscheidung sollen die Kita-Träger gemeinsam mit den Beschäftigten treffen. Entlastung könne auch organisiert werden durch eine Anpassung der Öffnungszeiten und der Betreuung in den Randzeiten sowie Streichungen bei Ausflügen, Festen, besonderen Projekten und Weiterbildung.

Die Corona-Pandemie könne „in organisatorischer und personeller Hinsicht zu erheblichen Belastungen führen“, heißt es in dem Entwurf. Viele Erzieher blieben aus Infektionsschutzgründen auch mit milden Erkältungssymptomen zu Hause. Gleichzeitig müsse der Betrieb aufrechterhalten werden, da „die Kindertagesbetreuung für Kinder und ihre Familien unverzichtbar ist“. Das Konzept solle dafür Gestaltungsspielräume definieren.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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