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Lauterbach: Sollten Corona-Zahlen in NRW stark ansteigen, ist Köln schuld

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Von: Benjamin Stroka

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Karneval Köln: Das Chaos am 11.11. im überfüllten Zülpicher Viertel sorgt weiter für Kopfschütteln. Jetzt hat Karl Lauterbach die Stadt Köln scharf kritisiert.

Köln – Der Start in den Karneval am 11.11. ist in Köln seit jeher schon fast ein Feiertag. Der Beginn der „fünften Jahreszeit“ lockt Jecken aus ganz Deutschland in die Domstadt. Doch in den Tagen nach der Sessionseröffnung für den Kölner Karneval 2023 gibt es vor allem lautstarke Kritik an der Stadt Köln. Besonders die Zustände in der berüchtigten Party-Zone im Zülpicher Viertel sorgen bei vielen immer noch für Fassungslosigkeit. „Die Stadt hat auf ganzer Linie versagt“, bilanziert unter anderem der Kölner FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite gegenüber 24RHEIN die Situation.

Karneval Köln: Chaos am 11.11. im Zülpicher Viertel

Der Vorwurf: Das von der Stadt Köln entworfene Sicherheitskonzept für den 11.11. im Zülpicher Viertel habe versagt. Das Kwartier Latäng war am 11.11. schon im Laufe des Vormittags völlig überfüllt. Auf den Straßen und Wiesen stapelte sich der Müll. Es kam sogar so weit, dass die KVB den Bahnverkehr in der Innenstadt einstellen musste. „Die komplette Innenstadt war lahmgelegt – lahmgelegt durch die Massen, die von der Stadt herbeigerufen worden sind“, kritisiert Bezirksbürgermeister Andreas Hupke (Grüne) im Gespräch mit 24RHEIN.

11.11. in Köln: Lauterbach kritisiert Zustände im Zülpicher Viertel

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Zustände am 11.11. im Zülpicher Viertel jetzt scharf kritisiert – vor allem in Bezug auf die Corona-Pandemie, berichtet 24RHEIN. Denn: Der 11.11.2022 war der erste Karnevalsstart seit drei Jahren, der ohne Corona-Regeln stattfand. „Ich bin entsetzt darüber, wie verantwortungslos und unprofessionell die Stadt Köln mit dem Infektionsschutz im Straßenkarneval umgegangen ist“, sagte Lauterbach dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Karl Lauterbach und Feiernde auf der Zülpicher Straße an Karneval (Montage).
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Stadt Köln für den Umgang mit dem 11.11. scharf kritisiert (IDZRW-Montage). © Emmanuele Contini/Imago & Thomas Banneyer/dpa

Der SPD-Politiker spricht von einem „unfassbaren Gedrängel“. Die Feiernden seien im Zülpicher Viertel „komplett unkontrolliert zusammengekommen, als ob es Corona nicht geben würde“. Zudem bemängelt Lauterbach das Fehlen eines Testangebots durch Teststationen. Der Bundesgesundheitsminister befürchtet nun, dass es dadurch steigende Corona-Zahlen in ganz NRW geben könnte. „Falls wir jetzt in NRW stark ansteigende Fallzahlen bekommen, geht das auch auf die Kappe der Stadt Köln“, so Lauterbach im Kölner Stadt-Anzeiger.

Karneval in Köln: OB Reker und Stadt ziehen positive Bilanz

Ein erstes Fazit von Oberbürgermeisterin Henriette Reker zum 11.11. im Zülpicher Viertel klang hingegen deutlich positiver. „Das Konzept der Stadt hatte zum Ziel, die Anwohnenden, die einer besonderen Belastung ausgesetzt, bestmöglich zu schützen und für die Sicherheit der Feiernden zu sorgen. Das ist uns überwiegend gelungen“, erklärte Reker am Montag (14. November) auf Nachfrage von 24RHEIN. Man wolle jetzt auswerten, was gut, und was weniger gut funktioniert habe. (bs)

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