Fragen und Phrasen

Best-of der Corona-Sätze 2020: So hat das Virus unser Reden verändert

„Hast du deine Maske dabei?“ Wer hätte gedacht, dass uns Fragen wie diese mal so oft begegnen würden - im Alltag, nicht in einem schlechten Porno. Die Sätze des Corona-Jahres 2020.

Hamm - 2020 war anders. Ein Jahr voller Schließungen, Absagen, Sorgen und Ängsten liegt hinter uns. Die Corona-Pandemie hat das alltägliche Leben verändert. Aber nicht nur das: Das Coronavirus hat auch unser Reden verändert. Es war seit Jahresbeginn das Gesprächsthema schlechthin. Es gab es Aussagen, Phrasen und Fragen, von denen wir nie gedacht hätten, dass sie uns so oft über die Lippen kommen. (News zum Coronavirus)

Sars-CoV-2Medizinische Bezeichnung des Virus
Covid-19Bezeichnung für die durch das Virus ausgelöste Krankheit
Coronaviren/CoronaBezeichnung für eine Familie von Erregern. Es gibt unterschiedliche Corona-Stämme

Das Corona-Jahr: Best-of der Sätze 2020 - so hat das Virus unser Reden verändert

Es war keine Überraschung, dass die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden den Begriff „Corona-Pandemie“ zum Wort des Jahres gekürt hat. Auch Lockdown, Verschwörungserzählung, systemrelevant, Triage, Geisterspiele und „Bleiben Sie gesund!“ sowie AHA (Abstand halten, Hygiene beachten, Alltagsmasken tragen) standen in der Liste der Wörter des Jahres.

Aber nicht nur einzelne Wörter haben unser Reden im Corona-Jahr geprägt. Manche gehen uns immer noch oft über die Lippen, andere können wir nicht mehr hören. Ein Best-Of der Sätze 2020:

  • „Wie sind die Zahlen?“ war im Corona-Jahr 2020 das neue „Wie wird das Wetter?“. Das tägliche (mehrfache) Checken von Daten des Robert Koch-Instituts oder der Johns-Hopkins-Universität gehörte für viele zum Alltag.
  • „Dein Mikro ist aus!“, „Könnt ihr mich hören?“, „Du musst das Mikrofon anmachen!“, „Du bist eingefroren“ - Typische Sätze aus Videokonferenzen mit Menschen im Homeoffice. Auf einen Schlag wurde das Arbeitsleben durch und durch digital.
  • „Verantwortung tragen“ - nichts haben Politiker und Wissenschaftler von Anfang an öfter gepredigt. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie sollte jeder seinen Teil dazu beitragen, dem Schrecken ein Ende zu setzen.
  • „Wir haben schon Schlimmeres überstanden.“ - Die ältere Generation hat noch den Weltkrieg im Nacken und verweigerte sich dem Jammern.
  • „So, 20 Minuten sind wieder rum. Jacken anziehen, wir lüften.“ - Ein Satz, mit dem Lehrer in Corona-Zeiten ihre Schüler in Klassenräumen quälen mussten.
  • „Hast du deine Maske dabei?“ - Es könnte ein Satz aus einem schlechten Porno sein. Im Corona-Jahr 2020 hat diese Frage aber jeder mindestens einmal gestellt oder gestellt bekommen.
  • „Sind Sie das Ende der Schlange?“ - Fast wie beim britischen Klischee übten sich Menschen im Anstehen. Bei deutlich größerem Abstand war aber manchmal unklar, wer vielleicht nur wartet.
  • „Pro Person ein Wagen“ - Neben dem Anstehen mussten viele Menschen auch lernen, mit Einkaufswagen in den Supermarkt zu gehen, um Abstände einzuhalten. Die Erfahrung zeigt: Auch neun Monate nach Pandemie-Beginn hat sich dieser Satz noch nicht bei jedem eingebrannt.
  • „Hier in Deutschland ist es ja auch ganz schön.“ - Urlaubspläne mussten in diesem Jahr geändert werden. Statt Mallorca und Türkei zog es viele an die Ostsee oder in die Alpen. Da ist es schließlich auch ganz schön.
  • „Aber Urlaub muss sein.“ - Ganz aufs Verreisen zum Schutz vor einer Ansteckung wollten viele aber nicht verzichten.
  • „Ich kann Corona nicht mehr hören.“ - Der Satz ging vielleicht nicht jedem über die Lippen, zumindest aber hatte ihn jeder einmal im Kopf. Die Medien überschlugen sich mit ihrer Berichterstattung, bei keinem Treffen kam das Thema nicht auf den Tisch.
  • „Bleiben Sie gesund!“, „Bleiben Sie zuversichtlich!“ - Solche Wünsche wurden zum neuen Standard für Grußformeln.
  • „Wenn das alles vorbei ist...“, „Wenn der Impfstoff erstmal da ist...“, „Wenn dann genug Menschen geimpft sind...“ - Frei nach dem Motto „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ fingen mit der Zeit die ersten an, Pläne für 2021 zu machen.

Rubriklistenbild: © Hannah Decke

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