Dilemma bei der Vergabe

Corona-Ärger um ungenutzte Impftermine in NRW: Laumann spricht Klartext

Ungenutzte Impftermine bremsen die Impfkampagne gegen das Coronavirus aus. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ist deswegen alles andere als begeistert.

Düsseldorf – Stand Montag (10. Mai) wurden in Nordrhein-Westfalen* 34,6 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus* geimpft. Die Impfkampagne geht in NRW somit schneller voran als in den meisten anderen Bundesländern. Dennoch gibt es mit Blick auf das Tempo Luft nach oben, berichtet RUHR24*.

BundeslandNordrhein-Westfalen
LandeshauptstadtDüsseldorf
RegierungschefMinisterpräsident Armin Laschet (CDU)
Regierende ParteienCDU und FDP

Corona-Impftermine in NRW bleiben regelmäßig ungenutzt – Laumann appelliert

Denn im bevölkerungsreichsten Bundesland bleiben regelmäßig Impftermine ungenutzt. Allein in Düsseldorf seien laut einem Bericht der Rheinischen Post von Ende April zuletzt täglich zwischen drei und fünf Termine nicht angetreten worden. Auch die Stadt Duisburg hatte sich zuletzt wegen ungenutzter Corona-Impftermine* an das Gesundheitsministerium gewandt.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) weiß um die Problematik. Dass Impftermine ungenutzt bleiben, sei vor allem deshalb ärgerlich, weil die zur Verfügung stehenden Impfstoffmengen nach wie vor begrenzt seien. „Vor diesem Hintergrund appelliere ich an alle, die bereits einen Termin zur Impfung erhalten haben: Nehmen Sie die Termine wahr!“

Corona: Unterschiedliche Organisationswege werden in NRW zum Impf-Problem

Im Gesundheitsministerium glaubt man den Grund für die ungenutzten Impftermine zu kennen. Es seien keineswegs nur Bequemlichkeit oder Vergesslichkeit dafür verantwortlich. Vielmehr scheinen die unterschiedlichen Organisationswege bei der Terminvergabe in den Impfzentren des Landes und bei den Hausarztpraxen zu ärgerlichen Ausfällen zu führen.

Denn die Termine für die Corona-Impfung* in den Impfzentren werden über das Land Nordrhein-Westfalen, die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kommunen organisiert. Die eingesetzten Impfstoffe werden vom Bund an das Land geliefert.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) appelliert an alle, die einen Impftermin haben.

Die Terminvergabe in den Arztpraxen erfolgt dagegen in Eigenregie der Patienten und des jeweiligen Arztes. Die in den Arztpraxen eingesetzten Impfstoffe werden den Ärzten über die Apotheken direkt vom Bund zur Verfügung gestellt. Viele Impfwillige versuchen sowohl im Impfzentrum als auch bei ihrem Hausarzt einen Termin zu ergattern – und nehmen dann den, der früher klappt.

Laumann appelliert wegen ungenutzter Corona-Impftermine: „Eine Frage der Fairness“

Da es kein zentrales System zur Erfassung gibt, kann nicht abgeglichen werden, wer sich wo angemeldet hat. Wenn die Impfwilligen also ihren früheren Termin beim Hausarzt vorziehen und den vereinbarten Termin im Impfzentrum nicht absagen, erfahren das die Impfzentren erst am Tag des Termins selbst – nämlich dann, wenn der Impfwillige nicht erscheint (mehr Corona-News aus NRW* auf RUHR24).

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann appelliert deshalb, in einem solchen Fall den vereinbarten Termin im Impfzentrum umgehend abzusagen. Das gehe sowohl über die Kassenärztlichen Vereinigungen als auch über das jeweils zuständige Impfzentrum. „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit und der Fairness gegenüber denjenigen Menschen, die nach wie vor auf einen Termin warten“, so der CDU-Politiker. Auch wa.de* berichtet über Termin-Schwänzer, die den Turbo bei den Corona-Impfungen in NRW dämpfen.

Gegenwärtig sind die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen laut Gesundheitsministerium voll ausgelastet. Alle für den Mai vorgesehenen Termine seien aktuell ausgebucht. Der vom Bund für den Monat Mai zur Verfügung gestellte Impfstoff ist in den Impfzentren vollständig verplant. *RUHR24 und wa.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa

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