Impftermine, Priorität, Zulassungen

Corona-Impfung in NRW: So soll es jetzt weitergehen

Wer wird wann in NRW geimpft? Karl-Josef Laumann erklärt, wie es mit den Corona-Impfungen und den Priorisierungen weitergehen soll. Es gibt Änderungen in der Impfreihenfolge.

Düsseldorf - Für Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrer und Lehrerinnen an den Grundschulen, Förderschulen und Sonderschulen heißt es bald aufatmen: Familienminister Joachim Stamp hat bereits bekannt gegeben, dass sie ab dem 8. März gegen Corona geimpft werden. Wie der Impfungen in NRW weitergeht und wer in der Priorität steigt - dazu sprach Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. (News zum Coronavirus)

Diese Impfstoffe gibt es derzeit in NRW:Hersteller:
ComirnatyComirnaty von BioNTech
mRNA-1273mRNA-1273 von Moderna
AZD1222AstraZeneca

Corona-Impfung in NRW? Gesundheitsminister Laumann zur Impfreihenfolge und aktuellen Lage

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann äußerte sich in der Pressekonferenz in der Staatskanzlei zum Stand der Schutz-Impfungen und sagt, wie die aktuelle Corona-Lage in NRW derzeit ist.

Der NRW-Gesundheitsminister berichtete, dass 26.800 Menschen in Nordrhein-Westfalen derzeit als mit Corona infiziert gelten, das führt zu einer Wochen-Inzidenz von 64,4. „Man kann von einer Seitwärtsbewegung sprechen“, sagte der Gesundheitsminister. Dafür sei die Lage in den Krankenhäusern derzeit relativ entspannt, landesweit seien über 1000 Intensivbetten frei.

Corona-Impfungen in NRW: Personal in Arztpraxen soll noch in dieser Woche einen Impftermin erhalten

Auch mit den Corona-Impfungen geht es weiter. „Durch die Altenheime sind wir mit den Impfungen so gut wie durch“, sagte der Gesundheitsminister. Ganz könne man das nicht sein, weil immer wieder neue Bewohner oder neues Personal in die Senioreneinrichtungen kämen. Laumann sieht die Entscheidung, zuerst die Bewohner der Altenheime zu impfen, als richtig an. Der Blick auf die Zahlen der Corona-Toten zeige, dass jeder Zweiter in einem Altenheim gelebt habe.

Der Impfstoff von Biontech wird in NRW fast ausschließlich Menschen, die über 80 Jahre alt sind, verimpft. Der Moderna-Impfstoff sei in den Universtitätskliniken verimpft worden. Es habe nur wenige Impfdosen für NRW gegeben.

Die Kreise bereiten vor, dass in dieser Woche allen Menschen, die in Arztpraxen arbeiten, ein Impf-Angebot gemacht wird. Gleichzeitig impfe man mit Astrazeneca in den Krankenhäusern weiter - es handelt sich dabei um etwa 200.000 Menschen. Dazu kommen noch Mitarbeiter in der Blutspende, den Testzentren und Gesundheitsdiensten.

Corona-Impfung in NRW: Diese Personen werden jetzt geimpft

  • ambulant tätiges medizinisches Personal mit direktem Patientenkontakt (etwa Praxispersonal, (Zahn-)Ärzte, Hebammen, Heilmittelerbringer
  • Personal des öffentlichen Gesundheitsdienstes
  • Personal von Blut- und Plasmaspendediensten
  • Personal in Corona-Impfzentren und Corona-Testzentren

Prioritätsstufe 2: Impf-Termine im März für diese Berufsgruppen in NRW

„Wir wollen einfach impfen, was das Zeug hält“, sagte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Astrazeneca habe den großen Vorteil, dass der Impfkorridor auf 12 Wochen gestreckt werden sollte. So kann man schneller bei den Erstimpfungen werden. „Ich würde schrecklich gerne ein Angebot an die gesamte Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen machen, aber uns fehlt einfach die Menge“, sagte der Gesundheitsminister. Er stellte den Impfplan für die nächsten vier Wochen vor.

Kurz vor dem Bund-Länder-Gipfel hatten sich bereits vergangene Woche die Gesundheitsminister darauf geeinigt, die Lehrkräfte an Grundschulen und Förderschulen sowie Kita-Erzieher und Erzieherinnen eine höhere Priorisierung in der Impfreihenfolge zu verleihen. Sie sind jetzt von Impfgruppe 3 in Impfgruppe 2 hochgestuft worden und werden mit zusammen mit vielen chronisch Kranken, den Über-70-Jährigen und Polizisten und Polizistinnen geimpft.

Insgesamt erhalten in den nächsten Tagen 750.000 Menschen jetzt ein Impfangebot, erklärte der CDU-Politiker. Es geht dabei um die Prioritätsstufe 2. Ab dem 8. März soll es beim Personal in Kinderheime, dem Kita-Personal und den Lehrerinnen und Lehrern in Grundschulen sowie Sonder- und Förderschulen losgehen.

Dazu kommen die Mitarbeiter der Polizei - beginnen soll das Impfen bei Polizisten und Polizistinnen in den Hundertschaften. Auch Menschen, die in Behindertenwerkstätten arbeiten, erhalten ab diesem Zeitpunkt einen Termin.

Corona-Impfung in NRW: Diese Menschen werden ab 8. März geimpft

  • Kitabetreuerinnen und -betreuer, Kindertagespflegepersonen
  • Lehrerinnen und -lehrer an Grund-, Förder- und Sonderschulen
  • Polizisten mit direkten Kontakt zu Bürgern (beginnend mit den Einsatzhundertschaften)
  • Personal, Bewohner und Beschäftigte der Werkstätten für behinderte Menschen und in besonderen Wohnformen

Corona-Impfung für Menschen mit Vorerkrankungen und zu Hause geimpft

Ab Ende März sollen Menschen mit Vorerkrankungen geimpft werden - das soll über die Hausärzte organisiert werden. Die Arztpraxen sollen die chronisch Kranken identifizieren und ein Angebot zur Corona-Impfung machen. Man wisse derzeit nicht, wie groß die Gruppe der chronisch Kranken sei, sagte Karl-Josef Laumann.

Parallel sollen allen Menschen, die in der Pflegestufe 5 sind, jetzt ein Impfangebot erhalten, um zu Hause geimpft zu werden. Man hoffte, den Biontech-Impfstoff, der besonders stark gekühlt werden muss, transportieren zu können. Die Impfstoffe sollen in der nächsten und übernächsten Woche verimpft werden. Danach werden die Impfungen auf die Pflegestufe 4 ausgeweitet.

Pflegende Angehörige werden sich noch gedulden müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte im Vorfeld zugesagt, dass je zwei Kontaktpersonen von Pflegebedürftige ebenfalls im Impfplan vorrücken dürften. Wie das konkret aussehen soll, steht jedoch noch nicht fest. Auf Anfrage von wa.de sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, dass man derzeit zusammen mit den Kassenärztlichen Vereinigungen an einem Konzept arbeite, wie pflegende Angehörige belegen können, dass sie zu der berechtigten Gruppe gehören, und einen Impftermin bekommen.

Corona-Impfungen in NRW: Diese Personen-Gruppen sollen so schnell wie möglich geimpft werden

  • In den nächsten zwei Wochen sollen Menschen mit Pflegestufe 5 Zuhause geimpft werden können
  • Ab Ende März sollen chronisch Kranke geimpft werden
  • Sobald wie möglich sollen auch Kontaktpersonen von Pflegebedürftige geimpft werden

Corona-Impfungen in NRW: Warten auf Johnson & Johnson

Kommt bald der Impfstoff von Johnson & Johnson? NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hofft darauf, dass ab Mitte März der weitere Impfstoff verimpft werden kann. Der Impfstoff muss nur einmal geimpft werden und wäre damit sehr praktisch, sagte Laumann.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist seit Samstag, 27. Februar, in den USA zugelassen. Das Präparat muss nicht tiefgefroren werden und könnte damit leichter verteilt werden.

Sie sind nicht von den geänderten Prioritäten betroffen? Der Impf-Rechner verrät Ihnen, wann Sie Ihre Corona-Impfung erhalten könnten.

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa

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