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Impfstart beim Hausarzt: NRW will früh mit Corona-Impfungen in Praxen beginnen

Der Impfstart in Praxen steht bundesweit im April bevor. In NRW soll es schon vorher erste Corona-Impfungen beim Hausarzt geben - eigentlich.

Update vom 15. März, 16.39 Uhr: Das Land NRW will mit einem „Vorsprung“ bei den Corona-Impfungen in Praxen das Impf-Tempo erhöhen. Geplant sind vom 19. März und dem 18. April pro Woche 150.000 Dosen für Hausärzte und Gynäkologen. Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe soll es sich dabei um Impfstoff von Astrazeneca handeln - die Impfungen mit dem Vakzin sind allerdings vorerst in Deutschland und somit auch in NRW ausgesetzt worden. Inwieweit das den Plan der Landesregierung durcheinander wirft, ist noch unklar. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sagte, das Aussetzen werde die Impfpläne durcheinander bringen. „Das wird viele Strategien wieder verändern“, sagte er im ZDF.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Einwohner17,93 Millionen (2019)

Impfstart beim Hausarzt: NRW beginnt vorzeitig mit Corona-Impfungen in Praxen

[Erstmeldung] Hamm - Das Tempo soll beschleunigt werden. Um die Menschen schneller gegen das Coronavirus impfen zu können, sollen bald die Hausärzte mit einbezogen werden. Die Gesundheitsminister haben sich auf einen bundesweiten Impfstart in Praxen spätestens ab dem 19. April geeinigt. In Nordrhein-Westfalen soll es voraussichtlich schon vorher erste Corona-Impfungen beim Hausarzt geben. (News zum Coronavirus)

Bund und Länder wollen sich am Mittwoch (17. März) zu einem Impfgipfel treffen. Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs um NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wollen über den Einbezug der Hausärzte in die Corona-Impfungen beraten. Bei der Telefonkonferenz solle es darum gehen, wie ein Einstieg der Hausärzte in die Impfkampagne „ab Anfang, Mitte April“ zu organisieren wäre, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin.

Voraussetzung für den Impfstart beim Hausarzt ist laut dem Ministerium von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn eine gewisse wöchentliche Mindestmenge an Impfstoff. Die Länder hätten den Wunsch geäußert, ihre Impfzentren wie bisher auszulasten. Verfügbarer Impfstoff soll weiter zuerst an die bestehenden Impfzentren der Länder gehen.

Impfstart beim Hausarzt: NRW startet vorzeitig mit Corona-Impfungen in Praxen

Laut der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in NRW sollen die zugelassenen Corona-Impfstoffe ab Mitte April in steigender Menge verfügbar sein. Dann könnten die Vakzine über Pharma-Großhandel bezogen werden. Schon vorher möchte Nordrhein-Westfalen die Hausärzte im Land mit Corona-Impfstoff beliefern. Laut KVWL handelt es sich um das Vakzin von Astrazeneca.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland soll es also schon deutlich vor dem 19. April mit den Corona-Impfungen beim Hausarzt losgehen. Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann ankündigte, stellt das Land circa 150.000 Dosen pro Woche für ganz Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. Die KVWL spricht von 100 Dosen, die Hausärzte und Gynäkologen einmalig zwischen dem 19. März und dem 18. April erhalten sollen.

Impfstart beim Hausarzt: Corona-Impfungen für chronisch Kranke und Begleitpersonen von Schwangeren

Dabei ist vom Land vorgegeben, wer die Impfungen in den Praxen im ersten Schritt erhalten soll. Beim Hausarzt sollen chronisch Kranke geimpft werden. Die Hausärzte seien aufgefordert, ihre chronisch kranken Patienten zu informieren, dass sie als erste einen Anspruch hätten. Wer das konkret sei, entscheide der Arzt, sagte Laumann.

Beim Gynäkologen sollen zwei Begleitpersonen von Schwangeren - also Menschen aus ihrem Umfeld - die Corona-Impfung in der Praxis erhalten. Frauen, die ein Kind erwarten, sollen aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden. Die Impfreihenfolge in NRW ist vom Land festgelegt. Über 70-Jährige sollen ab Anfang April Terminangebote für beide Impfungen bekommen, Mitte April soll es dann los gehen. Diese 1,6 Millionen Senioren umfassende Impfgruppe soll nach Jahrgängen gestaffelt versorgt werden.

Impfstart beim Hausarzt: NRW plant Losverfahren für Corona-Impfung in Praxen

Dabei möchte das Land an den Impfzentren festhalten und nicht allein auf Hausärzte setzen. Alle Strukturen würden bis August auf jeden Fall gebraucht, betonte Laumann. Er setze auch auf das Einverständnis von Arbeitgebern ihre Belegschaften während der Arbeitszeit von Betriebsärzten durchimpfen zu lassen.

Laut der KVWL müssen sich Hausärzte und Gynäkologen, die schon vorzeitig gegen Corona impfen möchten, registrieren. Das Land NRW werde mögliche Teilnehmer auswählen. Ein Losverfahren wäre denkbar. 1500 Praxen in NRW sind mit der genannten Impf-Menge für den Testlauf möglich*, berichtet ruhr24.de*. Beliefert werden sollen die Praxen direkt aus dem Zentrallager des Landes. - *ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann/dpa (Symbolbild)

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