Fehlende Anweisungen vom Land NRW

Impf-Frust in Dortmund: Stadt kämpft mit neuer Priorisierung von Lehrern

Die Dortmunder Corona-Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner kritisiert das Land NRW für sein Vorgehen bei den Impfungen.
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Die Dortmunder Corona-Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner kritisiert das Land NRW für sein Vorgehen bei den Impfungen.

Die Corona-Impfreihenfolge wurde geändert. Lehrer und Erzieher gehören jetzt zur Priorisierungsgruppe zwei. In Dortmund wartet man nun auf klare Anweisungen vom Land NRW.

Dortmund - Das Thema Corona-Impfung ist in aller Munde. Das liegt unter anderem daran, dass die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) ursprünglich festgelegte Impfreihenfolge nun doch nicht beibehalten werden soll. An der einen oder anderen Stelle sehen Bund und Länder Anpassungsbedarf, berichtet RUHR24.de.*

ImpfzentrumImpfzentrum Dortmund (Phoenix West)
Kapazitätmax. 2.400 Impfungen pro Tag
AdressePhoenixplatz, 4, 44263 Dortmund

Geänderte Impfreihenfolge in NRW: Lehrer und Erzieher rücken in Prio-Gruppe zwei vor

Wie genau eine solche Anpassung in der Impfreihenfolge aussieht, das hat sich am Montag (22. Februar) gezeigt. Mit den Schul- und Kita-Öffnungen* wurden die Forderungen nach vorgezogenen Impfungen für Lehrer und Erzieher immer lauter. Die Ministerpräsidenten der Länder reagierten darauf. Nach Absprache mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) folgte der Beschluss, das Personal in Grund- und Förderschulen sowie Kindergärten- und tagesstätten in der Impfreihenfolge vorzuziehen.

Lehrer und Erzieher sind demnach von der Gruppe drei in die Gruppe zwei vorgerückt. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass es in Einrichtungen, die von kleineren Kindern besucht würden, im Alltag schwierig sein könnte, Abstandsregeln und andere Hygienemaßnahmen durchgehend einzuhalten.

Lehrer und Erzieher sollen Corona-Impfung früher bekommen: In Dortmund wirft das Fragen auf

Doch wie soll die Umsetzung der neuen Impfreihenfolge in der Priorisierungsgruppe zwei eigentlich aussehen? Diese Frage stellt man sich auch in Dortmund. Corona-Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner erklärte am Dienstag (23. Februar) zwar über die Pläne der Landesregierung unterrichtet worden zu sein, viel mehr wisse man in den Kommunen und Städten bislang aber nicht (mehr Corona-News aus Dortmund* auf RUHR24.de).

Und das, obwohl Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef-Laumann (CDU) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag verkündeten, dass die Lehrer und Erzieher schon im März geimpft werden sollen.

Jens Spahn ging sogar noch einen Schritt weiter. Laut des Bundesgesundheitsministers können Lehrer und Kita-Beschäftigte bereits ab Mittwoch (24. Februar) das Vakzin gegen das Coronavirus* bekommen. „Beschäftigte in Kitas, in der Kindertagespflege, in Grund- & Förderschulen können ab morgen von den Ländern geimpft werden“, schrieb der Bundesgesundheitsminister am Dienstag bei Twitter. Die entsprechende Verordnung solle bald in Kraft treten. 

Kritik aus Dortmund: Umsetzung der neuen Impfreihenfolge ist unklar

Konkrete Details zum Prozedere der Impfungen von Lehrkräften, Erziehern und Tageseltern wurden allerdings nicht bekannt. Hinsichtlich des Vorgehens gebe es in Dortmund deshalb einige offene Fragen. Dabei ginge es zum einen um die Verteilung des Corona-Impfstoffes und die Frage, wer innerhalb der Prio-Gruppe zwei dann nach hinten rutscht.

Weitere Hinweise zu einem konkreten Impf-Fahrplan hätten die Stadt bislang nicht erreicht. Das sorgt aktuell für Kritik: „Wir warten darauf, dass aus dem Mags (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) Informationen für eine vernünftige Planung kommen. Das ist so im Moment nicht möglich“, erklärte Birgit Zoerner am Dienstag. Die Stadt warte deshalb auf klare Anweisungen für die Vergabe der Impftermine.*

Video: Schnellere Impfungen für Erzieher und Lehrer geplant

Corona-Impfung für Lehrer und Erzieher: Krisenstab in Dortmund fragt nach konkreter Reihenfolge

Die Dortmunder Sozialdezernentin wies darauf hin, dass vor den Lehrern und Erziehern „ja eigentlich noch andere Personengruppen dran“ seien. Laut der geltenden Impfpriorisierung in Deutschland sind das unter anderem Menschen über 70, enge Kontaktpersonen von Schwangeren sowie Mitarbeiter in Wohngruppen oder Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen.

Auch viele Polizeikräfte warten schon auf ihre Corona-Impfung. Polizisten, die im Dienst einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, etwa bei Demos, sollten als nächstes geimpft werden. Andere wäre in der Gruppe drei dran. Sie rutschen nun aber nach hinten - einige fühlen sich deshalb bereits vernachlässigt.*

Die vorgezogenen Corona-Impfungen für Friseure, die in vollstationären Pflegeeinrichtungen tätig sind, kamen für die Corona-Krisenstabsleiterin in Dortmund hingegen nicht überraschend. Diese Personengruppen gehörten schon immer zur Prio-Gruppe 1, das sei vom Land NRW nun einfach weiter expliziert worden, so Zoerner. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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