EMA-Richtlinen

Corona-Impftermine: Verunsicherung wegen Empfehlung zu Biontech-Impfstoff

Die zweite Corona-Impfdosis soll binnen drei Wochen nach der ersten erfolgen - so lautet eine neue Empfehlung. Die Menschen in NRW sind verunsichert, bei einigen ist die Zeitspanne zwischen den Impf-Terminen länger.

NRW – Eine aktuelle Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) sorgt für Verunsicherung bei Menschen, die sich in NRW gegen Corona impfen lassen wollen. Die Behörde hat die Richtlinien für die Anwendung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontech verschärft. Danach sollte die zweite Dosis binnen drei Wochen gespritzt werden. Sie rät davon ab, die Zeitspanne zu verlängern. Bürger, die bereits geimpft wurden oder zwei Impf-Termine haben, die mehr als 21 Tage auseinander liegen, machen sich Sorgen. (News zum Coronavirus)

BundeslandNordrhein-Westfalen (NRW)
Einwohnerca. 17,9 Millionen
MinisterpräsidentArmin Laschet

Corona-Impftermine: Empfehlung zu Biontech-Impfstoff sorgt für Verunsicherung

In der Tat erfolgt derzeit bei der Corona-Impfung in den Impfzentren in NRW der Zweittermin in der Regel in einem Zeitraum von 21 bis 26 Tagen nach der Erstimpfung. Dies teilte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) auf Anfrage mit. Die Entscheidung der EMA kommentierte sie so: „Sowohl die Fachinformation des Impfherstellers, in diesem Fall also Biontech, als auch die Ständige Impfkommission berichten, dass eine Zweitimpfung innerhalb eines Zeitraums von 42 Tagen nach der Erstimpfung erfolgen darf.“ Sollte der empfohlene Abstand überschritten worden sein, könne die Impfserie fortgesetzt werden. „Eine Impfung nach vier Wochen ist demnach zulässig“, betonte eine Sprecherin der KVWL. Das NRW-Gesundheitsministerium äußerte sich am Freitag nicht zur Entscheidung der EMA.

In Westfalen-Lippe wurden bisher 479 000 Impf-Termine (Erst- und Zweittermine) vergeben. Fast 240 000 impfberechtigte Bürger in der Region haben also einen Impf-Termin erhalten. Das sind fast Zweidrittel der insgesamt rund 350 000 über 80-jährigen Bürger in Westfalen-Lippe, die Zuhause leben und ein Impfzentrum aufsuchen können. An diesem Wochenende werden sukzessive weitere Terminkontingente freigeschaltet. Dies geschieht stets in Abhängigkeit der zugesagten Impfstoffmenge. In Kürze wird laut KVWL zudem das Termin-Buchungsfenster bis Ende April geöffnet, sodass deutlich mehr Termine zur Verfügung stehen werden.

Corona-Impftermine: Erstimpfungen werden in NRW-Altenheimen wieder aufgenommen

Eine weitere gute Nachricht: Das Land NRW nimmt, wie angekündigt, an diesem Samstag wieder Erstimpfungen in den Alten- und Pflegeheimen des Landes auf. Wegen Lieferschwierigkeiten beim Pharma-Unternehmen Biontech waren Erstimpfungen seit dem 20. Januar ausgesetzt worden. Zweitimpfungen seien aber weiter verabreicht worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Bislang habe es in NRW 347 177 Erst- und 142 268 Zweitimpfungen gegeben. Auch die Corona-Impfungen in Krankenhäusern und Unikliniken könnten in der nächsten Woche wieder aufgenommen werden.

Die Erstimpfungen in Alten- und Pflegeheimen werden ab Samstag fortgesetzt.

Die KVWL entschuldigte sich am Freitag für die Probleme und technischen Störungen bei der Impfvergabe. Einige wurden mittlerweile behoben. So konnte beispielsweise das Problem des fehlenden zweiten Impf-Termins am Mittwoch pragmatisch gelöst werden: Wer einen Ersttermin gebucht, aber keinen Zweittermin erhalten hat, soll den Ersttermin wahrnehmen. Die betroffenen Bürger erhalten dann während des Ersttermins im Impfzentrum den zweiten, sie müssen im Vorfeld nicht selbst aktiv werden.

Bund und Länder haben für Montag, 1. Februar, 14 Uhr, einen Impfgipfel einberufen. Dort wollen sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und weitere Minister per Videokonferenz mit den Herstellern der Impfstoffe beraten.

Ehe die Corona-Impfungen in NRW am 8. Februar anlaufen, sind aktuell vor allem mobile Impfteams unterwegs und impfen Bewohner von Alten- und Pflegeheimen. Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte aber an, noch in diesem Jahr werde man jedem Deutschen ein Impfangebot machen können. Wann das so weit sein könnte? Ein Rechner für persönliche Impf-Termine im Internet gibt zumindest eine grobe Antwort.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld / dpa

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