Immunisierung soll geprüft werden

Abgelaufener Impfstoff in NRW gespritzt: Landkreis sucht Rat bei Stiko und Biontech

In einem Landkreis in NRW ist Bürgern abgelaufener Corona-Impfstoff von Biontech gespritzt worden. Den Geimpften wird nun ein Antikörper-Test angeboten.

Kreis Steinfurt - In Nordrhein-Westfalen haben mittlerweile gut 72 Prozent der Bevölkerung eine erste Dosis des Corona-Impfstoffes erhalten. Damit sind mehr als zwei Drittel der NRW-Bürger mindestens einmal geimpft. Im Kreis Steinfurt ist jetzt bei einer internen Kontrolle aufgefallen, dass einige Impfwillige einen abgelaufenen Impfstoff von Biontech erhalten haben. (News zum Coronavirus)

LandkreisSteinfurt
Fläche1.795,76 km²
Einwohner448.19

Abgelaufener Corona-Impfstoff in NRW gespritzt: Landkreis sucht Rat bei Stiko und Biontech

Das teilte der Landkreis am Montag mit. Zuvor hatten die Westfälischen Nachrichten berichtet. Laut Mitteilung sind 74 Menschen betroffen. Das vorgesehene Verwendungsdatum des Impfstoffes sei zum Zeitpunkt der Impfung kurz überschritten gewesen. In 43 Fällen war der Corona-Impfstoff um zwei Tage, in zwei Fällen um drei Tage und in 29 Fällen um neun Tage abgelaufen.

Glücklicherweise kann der Kreis Steinfurt die Betroffenheit gut eingrenzen. So seien ausschließlich mobile Impfaktionen mit dem Vakzin von Biontech betroffen, die zwischen dem 12. und dem 22. September an den Berufskollegs in Rheine und Steinfurt sowie auf der Ausbildungsmesse in Rheine stattgefunden haben.

Am Freitag (24. September) seien Informationsschreiben an die Betroffenen verschickt worden. „Für deren Gesundheit besteht keine Gefahr“, stellt der Landkreis klar. Doch was bedeutet das überschrittene Haltbarkeitsdatum für den Impfschutz?

Abgelaufener Impfstoff in NRW gespritzt: Kreis Steinfurt kontaktiert Stiko und Biontech

Man habe Experten aus dem Umfeld der Ständigen Impfkommission (Stiko) und der Firma Biontech zu Rate gezogen, schilderte ein Kreissprecher auf dpa-Anfrage. Demnach sei es sehr wahrscheinlich, dass das Vakzin trotz des überschrittenen Verwendungsdatums noch eine ausreichende Schutzwirkung entfalte.

Das Gesundheitsamt habe alle Betroffenen angeschrieben und ihnen drei Wochen nach der Zweitimpfung eine Untersuchung auf Antikörper angeboten. Die Kreisverwaltung wolle sichergehen, dass ein ausreichender Impfschutz aufgebaut sei. In einem externen Labor werde festgestellt, ob eine Immunisierung erreicht worden sei. Alle Maßnahmen seien für die Betroffenen kostenfrei.

Der Kreis Steinfurt bedauere den Vorfall sehr und hat für weitere Fragen der Betroffenen eine ärztlich besetzte Hotline geschaltet.

Trotz vollständiger Impfung infizieren sich immer mehr Menschen in Deutschland mit Corona. Doch woher kommt die gestiegene Anzahl der Impfdurchbrüche? In einem Pflegeheim im Sauerland sind zwei Menschen nach einem Corona-Ausbruch gestorben. 14 Bewohner hatten sich trotz Impfung infiziert.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpas

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