Abriegelung der Altenheime im Frühjahr

Corona in NRW: Laschet räumt gravierenden Fehler ein: „Können nur um Verzeihung bitten“

Im Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 starben viele Menschen im Altenheim ganz allein. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet spricht von einem gravierenden Fehler.

Hamm - Weihnachten steht vor der Tür, bald endet das Jahr 2020, das unser aller Leben verändert hat. Das Coronavirus erreichte Ende Februar Europa, Deutschland und Nordrhein-Westfalen. Seither ist nichts mehr so, wie es war. 2020 wird für alle Zeiten vor allem jenen im Gedächtnis bleiben, die einen nahestehenden Menschen an Covid-19 verloren haben. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet spricht nun von einem irreparablen Fehler der Politik. (News zum Coronavirus)

NameArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961 in Aachen
AmtNRW-Ministerpräsident

Corona in Altenheimen: Armin Laschet (NRW) spricht von großem Fehler

Im März verhängte die Politik einen Corona-Lockdown. Wie wir am Ende des Pandemie-Jahres jetzt wissen, war es der erste und nicht der einzige. Aktuell sind die Corona-Zahlen extrem hoch - obwohl strenge Regeln gelten - bis hin zu Ausgangssperren in NRW.

Es gibt im neuerlichen Lockdown jedoch Unterschiede zu dem in der Frühphase der Corona-Krise. Wissenschaftler verstehen das Coronavirus Sars-Cov-2 und dessen Ansteckungswege besser. Die Forschung brachte Impfstoffe hervor, die trotz Virus-Mutation aus England einen vorsichtig optimistischen Blick auf das Jahr 2021 zulassen. Sie ermöglichte den Politikern auch, ihre Maßnahmen anzupassen, die im März teils strenger waren als jetzt. So wie die Abriegelung von Alten- und Pflegeheimen. Die treibt NRW-Landeschef Armin Laschet nach eigener Aussage noch immer um.

Corona in Altenheimen: Armin Laschet (NRW) bittet Angehörige um Verzeihung

„Im Frühling sind viele Menschen allein gestorben, weil die Heime abgeriegelt wurden“, sagte Laschet dem Spiegel. „Das ist ein Schaden, den wir nicht wiedergutmachen können. Irreparabel. Nicht korrigierbar. Da können wir Verantwortlichen in der Politik die Angehörigen nur um Verzeihung bitten“, sagte Armin Laschet.

NRW-Ministerpräsident Laschet, der aktuell gegen Friedrich Merz und Norbert Röttgen um den Vorsitz der Bundes-CDU kämpft, bekräftigte trotz hoher Infektionszahlen in Altenheimen, dass die Einrichtungen für Besucher offen gehalten werden sollten, besonders über die Weihnachtstage: „Menschen in Heimen sterben nicht nur am Virus. Manche sterben auch, weil sie den Lebensmut verloren haben, sie sterben aus Einsamkeit.“

Nordrhein-Westfalen investiert 13,8 Millionen Euro, damit über Weihnachten genügend Personal in Altenheimen für Corona-Schnelltests zur Verfügung steht. Dies sei die Voraussetzung, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Wenn man mit einem negativen Schnelltest zur Oma geht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man das Virus überträgt, nicht sehr groß.“

Corona-Impfung in NRW-Altenheimen: Ende Februar abgeschlossen?

Laumann setzt derweil darauf, dass eine Immunisierung in den Altenheimen gegen das Coronavirus bis Ende Februar weitestgehend abgeschlossen sein wird. „Dann wäre an der Covid-Front sehr, sehr viel gewonnen“, sagte Laumann am Tag vor Heiligabend in Düsseldorf. „Ich bin sicher, dass dann auch in erheblichem Umfang die Sterbefälle zurückgehen.“

In NRW werde ab dem 27. Dezember, wie überall in Deutschland, damit begonnen, zuerst Bewohner und Personal in Altenpflegeheimen zu impfen, sagte er. Das seien potenziell etwa 350.000 Menschen - soweit sie sich impfen lassen wollten. Außerdem werde in den Krankenhäusern ermittelt, wie groß die Gruppe der Ärzte und Pfleger sei, die in engem Kontakt mit Covid-Patienten stünden und deswegen auch vorrangig zu impfen seien.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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