Bundestagswahl 2021

CDU-Kandidat Armin Laschet: Stehaufmännchen fürs Kanzleramt - Kommentar

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2021 - trotz aller Umfragen, trotz aller Widerstände, trotz aller Anfeindungen. Ein Kommentar.

Mit seinen 1,72 Metern ist er wahrlich nicht der Größte, aber er besitzt großes Stehvermögen. Armin Laschet ist der Kanzlerkandidat von CDU und CSU – trotz aller Umfragen, trotz aller Widerstände, trotz aller Anfeindungen.

NameArmin Laschet
Geboren18. Februar 1961 in Aachen
Größe1,70 Meter
EhepartnerinSusanne Laschet
KinderJohannes Laschet, Eva Laschet, Julius Laschet

CDU-Kandidat Armin Laschet: Stehaufmännchen fürs Kanzleramt

In den vergangenen Tagen hat Laschet es all seinen Kritikern gezeigt und eine drohende Niederlage abgewendet. Nicht zum ersten Mal in seiner politischen Laufbahn. Abschreiben sollte man den 60-Jährigen nie. Der Rheinländer ist ein Kämpfer. Es ist nicht despektierlich, sondern anerkennend gemeint: Armin Laschet ist ein Stehaufmännchen.

Gleichwohl gehört es auch zur Wahrheit, dass das in der Nacht von Laschet erzwungene Abstimmungsergebnis im Vorstand der CDU zwar deutlich, aber keineswegs berauschend war. Rechnet man die Enthaltungen im Gegensatz zur Praxis der Partei nicht heraus, kommt der Vorsitzende auf nur 67 Prozent Zustimmung in seinem engsten Führungskreis. Am Rande: Dass sich in einer solch wichtigen Zukunftsfrage gleich sechs verantwortliche Mitglieder ihrer Stimme enthalten, ist bemerkenswert mutlos.

Es gab Kandidaten in der Geschichte der Bundesrepublik, die mit wesentlich mehr Rückenwind aus den eigenen Reihen und Schwung aus der Bevölkerung ins Rennen um das Kanzleramt gestartet sind. Allerdings muss das im schnelllebigen Politik-Geschäft und besonders in den ungewissen Zeiten einer Pandemie nichts heißen. Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte 2017 die SPD (auf dem Papier) zu 100 Prozent hinter sich und lag in Umfragen zwischenzeitlich sogar vor Angela Merkel. Das Ende der Geschichte ist bekannt.

Streit um Kanzlerkandidatur hat CDU-Chef Armin Laschet beschädigt

Es liegt nun an Armin Laschet, die Menschen in und außerhalb der CDU und vor allem der CSU von sich zu überzeugen. Die Partei wird sich nicht begeistert, aber im eigenen Interesse hinter ihrem Kandidaten versammeln. Mit Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) ist die Konkurrenz für die Union zu groß, um sich weiterhin nur mit sich selbst zu beschäftigen. Ob Laschet nach Hannelore Kraft, Friedrich Merz und Markus Söder auch diese beiden hinter sich lassen kann, wird wesentlich auch vom weiteren Verlauf der Coronakrise abhängen.

Der erbitterte Streit um die Kandidatur hat Laschet beschädigt. Mehr beschädigt als Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident kann sich jetzt zurücklehnen und im Fall einer Niederlage im Herbst mit dem Finger auf den dafür Verantwortlichen zeigen – Armin Laschet. Sollte die Union nach der Bundestagswahl krachend in der Opposition landen, wird 2025 an einem Kanzlerkandidaten Söder wohl kein Weg vorbeiführen.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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