BUND: Hambacher Forst in NRW-Stiftung überführen

Hambacher Forst
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Der Tagebau Hambach schiebt sich an den Hambacher Forst. Nach jahrelangem Kampf für die Rettung des Hambacher Forst plädiert der Bund für Umwelt und Naturschutz für die Aufnahme des Hambacher Forsts in die landeseigene NRW-Stiftung.

Kerpen - Der jahrelang umkämpfte Hambacher Forst am Braunkohletagebau soll aus Sicht des Umweltverbandes BUND von der öffentlichen Hand übernommen werden. Das Waldgebiet könnte an die landeseigene NRW-Stiftung gehen, schlug der Geschäftsleiter des BUND-Landesverbandes, Dirk Jansen, vor.

So könne das Waldgebiet dauerhaft als Naturrefugium erhalten werden und den Kern legen für ein Biotopverbundsystem im Rheinischen Revier, sagte Jansen der Deutschen Presse-Agentur.

Der Eigentümer RWE nahm zu dem Vorschlag zunächst nicht direkt Stellung: "Die Verhandlungen darüber, wie die Empfehlungen der Kommission genau umgesetzt werden sollen, laufen. Wir hoffen, dass es möglichst schnell zu Ergebnissen kommt. Wir prüfen sorgfältig, wie der Hambacher Forst erhalten bleiben könnte", erklärte das Unternehmen. Im Fall des Erhalts müsse gesichert sein, dass die Waldbesetzer den Wald verließen und Angriffe aus der Szene gegen Mitarbeiter und Anlagen ein Ende nehme.

Der Hambacher Forst hatte sich vor allem 2018 zum Symbol der Proteste für einen raschen Ausstieg aus der Kohleverstromung entwickelt und zum Symbol der deutschen Klimaschutz-Bewegung. Ursprünglich wollte RWE das Waldgebiet weitgehend für die Fortführung des Tagebaus Hambach abholzen.

Das OVG Münster hatte im Oktober 2018 einen vorläufigen und aktuell noch immer geltenden Rodungsstopp im Hambacher Forst verfügt und damit einem Eilantrag des Umweltverbands BUND entsprochen.

Nach den Vorstellungen des BUND soll der Hambacher Forst mit anderen inselartigen Waldstücken in der Region zusammenwachsen, entweder durch eine natürliche Entwicklung - oder wo notwendig, auch durch Aufforstung. Dadurch könne dann wieder ein größeres Waldgebiet entstehen. Wünschenswert sei die Entwicklung hin zu einer Art grünem Korridor Richtung Tagebau Garzweiler im Norden mit Wandermöglichkeiten für Tiere und einem Austausch von Arten, so der Umweltverband.

Eine breit besetzte Kommission hatte sich im Januar darauf geeinigt, bis spätestens 2038 aus der klimaschädlichen Stromproduktion mit Kohle auszusteigen und sich auch für den Erhalt des Waldes ausgesprochen. Die Bundesregierung hatte zugesagt, die Empfehlungen eins zu eins umzusetzen. Über das Gesetz zum Kohleausstieg wird innerhalb der Regierung gerungen.

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