Klassik trifft Kölsch-Rock

Festival im Autokino: "Drive-in-Arena" im Sauerland bietet viele Highlights - und eine Weltpremiere

Mit Blasmusik, Kölsch Rock und Klassik: Die Beteiligten stellten in Olpe die "Brings-Drive-in-Arena" vor.
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Mit Blasmusik, Kölsch Rock und Klassik: Die Beteiligten stellten in Olpe die "Brings-Drive-in-Arena" vor.

Ein Höhepunkt nicht nur für "Kölsche Jungs": In Olpe im Sauerland findet diesen Sommer ein Autokino-Konzert-Festival statt - von und mit der Kultband "Brings". Die "Brings Drive-in-Arena" bietet viele Highlights - und eine Weltpremiere.

Olpe (NRW) – „Vor einem Jahr hätten wir vermutlich noch vor einem leeren Autokino gespielt und die Leute hätten uns für verrückt erklärt,“ schmunzelte Stefan Kleinehr, Manager der Gruppe Brings am Dienstagnachmittag bei der Pressekonferenz zur „Brings-Drive-in-Arena“ im Olper Rathaus. Was da noch utopisch war, macht die kölsche Kultband heute möglich: Vom 26. Juni bis 5. Juli öffnet die „Brings-Drive-in-Arna“ ihre Pforten – auf dem Gelände der Firma Hufnagel am „Rothen Stein“ auf der Olper Griesemert.

„Kultur soll gerade in diesem Zeiten zusammenhalten – so gibt es hier eine einzigartige Mischung an Musik: Klassik mit dem Beethoven-Orchester aus Bonn gemischt mit Kölschen Tön von den Bläck Fööss und Brings, Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten, die Paveier, zwei Konzerte von Brings sowie Frühschoppenkonzerte mit dem Musikzug der freiwilligen Feuerwehr Olpe und dem Musikverein Neuenkleusheim", erläuterte Stefan Kleinehr.  

Drive-in-Arena in Olpe: Brings von Solidarität der Fans gerührt

Die Idee im Autokino zu spielen stammt tatsächlich von "Brings" – am 17. April spielten sie das „vermutlich weltweit erste Autokino-Konzert in Köln-Porz“,  so Stefan Kleinehr weiter. Seither nutzen viele Musiker diese Idee und treten in Autokinos auf. Die Initiative zur „Drive-in-Arena" kam von Drummer Christian Blüm. Der Kontakt nach Olpe über Marcel Kappestein - Olper, Wahl-Kölner und Kommandant der Prinzen-Garde Köln. Dieser wandte sich spontan an Bürgermeister Peter Weber, der natürlich sofort seine volle Unterstützung zusicherte.

„Im Autokino zu spielen – das war erst mal ein bisschen so, als ob man vorm Altar steht und die Braut fehlt“, flachste Peter Brings und schlug prompt ernstere Töne an: „Aber die Solidarität der Fans war der einfach unglaublich – da kommen mir wirklich fast die Tränen. Jetzt darf man ja auch aussteigen und feiern - auf Abstand natürlich. Das Gefühl wieder gemeinsam auf der Bühne zu stehen hatte nahezu etwas jungfräuliches.“ Die Kultur komme jetzt gerade wie eine zarte Blume aus dem Beton: „Ich bin ganz sicher, dass wir ein paar tolle Tage erleben werden.“ 

Dem konnte sich Dirk Kaftan, Dirigent des Beethoven-Orchesters aus Bonn nur anschließen: „Jetzt gerade sollten wir eigentlich ein Konzert in Seoul spielen“, erklärte er. „Aber alles ist anders im Beethovenjahr – umso wichtiger ist das Signal, dass wir mit der Konzertreihe setzen. Musik öffnet den Horizont, es gibt keine Grenzen.“ Mit dem Auftritt gibt es eine Weltpremiere: Erstmals wird ein komplettes Sinfonieorchester unter Einhaltung der Corona-Regeln öffentlich auftreten - das heißt zwischen den Musikern muss zwei Meter Abstand gewährleistet sein. Dementsprechend riesig wird die Bühne auf dem Gelände sein. 

Drive-in-Arena in Olpe: Pavaier haben Erfahrung im Autokino

Am Samstag, 27. Juni, stehen außerdem die Bläck Fööss in ihrem 50. Jubiläumsjahr auf der Bühne. 

Bereits Erfahrung mit Autokino-Konzerten haben hingegen die Jungs der Paveier. „Das war schon merkwürdig, mit Autos zu sprechen“, lachte Frontmann Sven Welter. „Aber dann bin ich bei ,Heimat es‘ in Publikum gegangen – und da merkt man erst mal, was für ein Glück wir haben, so viele Konzerte spielen zu dürfen und so viele Menschen zu erreichen. Die Stimmung war unglaublich.“ Da die Paveier mit Johannes „Johnny“ Gokus einen „Wendschen Jung“ in ihren Reihen haben und viele Konzerte hier gespielt haben, waren die beiden sich sicher, dass die Sauerländer richtig gut feiern können. 

In eine völlig andere musikalische Richtung geht's am Sonntag, 5. Juli, mit "Ernst Hutter & Die Egerländer Musikanten“. Hutter war extra aus dem Allgäu angereist und freute sich sichtlich über die Idee der Konzertreihe. „Eigentlich sollten wir auf Europa-Tournee sein, aber gerade hier gibt es so viele Freunde der Blasmusik, dass ein neustart im Sauerland sehr passend für uns ist“, sagte Hutter. „Wir hier zusammen – das ist wirklich ein Statement der Künstler.“

Drive-in-Arena in Olpe: Das Konzertprogramm

  • Freitag, 26. Juni, 19.30 Uhr: Beethoven Orchester Bonn (Gäste: Brings) 
  • Samstag, 27. Juni, 19.30 Uhr: Beethoven Orchester Bonn (Gäste: Bläck Fööss) 
  • Sonntag, 28. Juni, 12 Uhr: Musikverein Neuenkleusheim 
  • Sonntag, 28. Juni: 19.30 Uhr: Paveier 
  • Freitag, 3. Juli, 19.30 Uhr: Brings 
  • Samstag, 4. Juli, 19.30 Uhr: Brings 
  • Sonntag, 5. Juli,  11 Uhr: Musikzug der freiwilligen Feuerwehr Olpe 
  • Sonntag, 5. Juli, 19.30 Uhr: Ernst Hutter & die Egerländer Musikanten. 

Karten (62,50 Euro pro Auto) gibt es ausschließlich online. Die Konzerte der heimischen Orchester sind kostenfrei, es wird allerdings gebeten ein "Park-Ticket" zu reservieren (Olpe Aktiv, Tel. 02761/83-0)

Es stehen 500 Stellplätze zur Verfügung, in die Ordner vor Ort einweisen. Der Veranstalter hält sich das Recht vor, größere Autos (Bullis) in die hinteren Reihen zu lotsen, um die Sicht nicht zu versperren. Für ein Catering vor Ort ist gesorgt. Hauptsponsor der Veranstaltung die die Deutsche Telekom, weitere Sponsoren sind die Firmen Gizeh, Gaffel Kölsch und Hufnagel Service. 

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