Keine Briefmarken für alle

Briefe-Skandal in Bergkamen: Post wird verschickt - und weiter?

+

Overberge – Im Laufe der kommenden Woche werden die Overberger vermutlich viel Post bekommen: Die Deutsche Post hat damit begonnen, die in Oberaden gefundenen Sendungen an die rechtmäßigen Empfänger beziehungsweise Absender zu verschicken. Doch was passiert jetzt weiter?

„Anfang nächster Woche sollten dann alle Briefe mit einem entsprechenden Begleitschreiben auf dem Weg sein“, sagt Pressesprecher Rainer Ernzer auf WA-Anfrage. 

Ärger pur nach dem Skandal

Wer dann etwas vermisse, solle über den Absender einen Nachforschungsantrag stellen lassen. Wie viele Briefe in den 64 gefundenen Kisten lagen, die ein Briefträger unter anderem in seiner Wohnung lagerte, statt sie zuzustellen, kann Ernzer nicht sagen. 

Keine Statistik, welche Post fehlt

„Das ist für Polizei und Staatsanwaltschaft relevant, denn je nach Art der Post unterscheiden sich auch die Straftatbestandteile.“ Auch hätte man keine Statistik erstellt, ob der Briefträger die gesamte Post eines Tages zuhause gehortet habe oder ob es nur Restbestände gewesen seien, die sich über die vergangenen sechs Monaten anhäuften.

Die Post wird nun an die Empfänger versendet, ein kleinerer Teil aber auch an den Absender, zum Beispiel, wenn die Post geöffnet worden war. 

Für Post ist der Fall abgeschlossen, oder?

Für die Post, so Ernzer, sei der Fall dann abgeschlossen. Von dem Briefträger habe man sich natürlich getrennt. Alles Weitere sei Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft, sagt Ernzer, der sich sicher ist, „dass der Fall vor Gericht landen wird“. 

Bei der Kreispolizeibehörde staunt man über diesen Verweis auf die Zuständigkeit: „Wir haben die Postkisten am vergangenen Freitag freigegeben. Es ist nun Sache der Post, zu ermitteln, was da in welchem Umfang passiert ist“, sagte Sprecherin Ute Hellmann. 

Briefmarken bekommen nicht alle

Auf eine Entschädigung seitens der Post können die Betroffenen nicht hoffen: „Wir haften nicht für gewöhnliche Post“, sagt Ernzer. Dass einige Haushalte in Overberge Briefmarken-Sets erhalten hätten, sei eine Sache des Kundencenters. „Das ist lediglich als eine kleine Entschuldigung gedacht, wenn sich jemand bei uns beschwert hat.“ 

Der einzige Weg mögliche Weg zu einer Entschädigung sei das zivilrechtliche Vorgehen gegen den Zusteller. Zugeben muss Ernzer jedoch, dass man an der Kommunikation im Hause arbeiten muss: „Die Wege sind eigentlich klar und kurz. Warum der Kundenservice nicht geklappt hat, müssen wir noch prüfen.“ Die Call-Center hätten eigentlich einen direkten Draht zu den Qualitätsmitarbeitern vor Ort.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare