160.000 Euro Schaden / Gefährlicher Pyromane?

"Feuerteufel" (21) über Strohballen-Brände: "Als hätte es Klick gemacht" - auch ein Haus soll er abgefackelt haben

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Der mutmaßliche Brandstifter (links, mit Aktenordner vor dem Gesicht), der auch in Soest, Werl und Wickede Strohballen angezündet haben soll, steht nun vor dem Dortmunder Landgericht. Rechts neben ihm: sein Verteidiger Dirk Mayer.

Immer wieder brannten Strohballen und Felder - und unter Landwirten in der Region war die Sorge groß, dass auch ihr Land als nächstes "dran" sein könnte. Die Polizei nahm im Sommer 2019 schließlich den mutmaßlichen Feuerteufel fest. Ihm wird zur Last gelegt, die Brände gelegt zu haben. Jetzt steht der 21-Jährige vor Gericht. 

  • Ein mutmaßlicher Brandstifter wird beschuldigt, in elf Fällen Strohballen angezündet zu haben
  • In einem weiteren Fall soll er ein leerstehendes Haus abgefackelt haben 
  • Jetzt steht der 21-Jährige vor dem Dortmunder Landgericht

Dortmund - Im Sommer vergangenen Jahres sorgte eine Serie von Brandstiftungen auf Feldern für Angst und Sorge bei den Landwirten in der Region - nun steht der mutmaßliche Brandstifter als Angeklagter vor dem Dortmunder Landgericht. 

Er soll in elf angeklagten Fällen Strohballen auf landwirtschaftlichen Flächen in Wickede, Kamen, Iserlohn, Soest und Werl angezündet haben. Außerdem soll er in Essen ein leer stehendes Haus abgefackelt haben - Gesamtschaden durch die großflächigen ausgebreiteten Brände rund 160.000 Euro. 

Passant filmt mutmaßlichen Feuerteufel - das führt zur Festnahme

Der mutmaßliche Feuerteufel wurde nach der letzten Tat am 8. August in seiner Dortmunder Wohnung festgenommen, ein Passant hatte ihn auf einem Feld in Kamen beobachtet, gefilmt und sein Autokennzeichen notiert. 

Aufgrund seines psychisch auffälligen Verhaltens kam der 21-jährige nicht in Untersuchungshaft, sondern wurde in eine geschlossene psychiatrische Klinik für psychisch kranke Straftäter eingewiesen. 

Zu Prozessbeginn gab der schmächtige, eher kindlich wirkende Angeklagte mit kurzen abgehackten Worten einige Brandlegungen zu, an andere will er sich nicht erinnern oder bestreitet sie vehement. 

Feuerzeug an ausgedörrten Strohballen - "als wenn ein Schalter umgelegt wird!"

"Es war immer, als wenn es plötzlich Klick gemacht hatte. Als wenn ein Schalter umgelegt wird!" versuchte er, den Richtern seine innere Verfassung zu erklären, wenn er ein Feuerzeug an einen ausgedörrten Strohballen hielt. 

Er sei damals in einer "traurigen Verfassung" gewesen, habe immer an schlimme Erlebnisse in der Kindheit gedacht und sei zur Ablenkung von Dortmund aus ziellos mit seinem Auto durch Felder und Wälder gefahren.

Ist der Angekagte ein krankhafter und gefährlicher Pyromane?

Bei einem Ackerbrand verschmorte das Heck seines Autos. Hier ging er als vermeintlich unbeteiligter Zeuge zur Polizei, um den Brand zu melden und machte Fotos seines beschädigten Wagens für die Versicherung.

Ein Gutachter muss im Verlauf des mehrtägigen Prozesses klären, ob der Angeklagte ein krankhafter und für die Gemeinschaft gefährlicher Pyromane ist und für längere Zeit stationär behandelt werden muss.

Kurz nach der Aufklärung wieder ähnliche Fälle

Kaum war die Serie von Brandstiftungen im Sommer 2019 aufgeklärt, brannte es wieder. Auch in diesen weiteren Fällen ging die Polizei von Brandstiftung aus.

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