Schmallenberger Wehr "entsetzt"

Brandserie aufgeklärt: Feuerteufel war ein Feuerwehrmann

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[Update, 20.45 Uhr] Gleidorf - Ermittlungserfolg für die Polizei: Nach drei Bränden in Gleidorf haben die Ermittler den Täter gefunden. Er hat gestanden - und ist Mitglied der Feuerwehr.

Der entscheidende Durchbruch gelang der Polizei nach eigenen Angaben nach dem Brand einer Lagerhalle am 10. März: Demnach brachte die Auswertung der Überwachungskamera einer Tankstelle in der Nähe des Brandorts den entscheidenden Hinweis auf den jungen Mann. 

"Da dieser auch Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war, erfolgte eine offene und enge Zusammenarbeit zwischen den Brandermittlern und der Schmallenberger Wehrführung. Die anschließenden Vernehmungen führten schließlich zum Geständnis des Mannes", teilt die Polizei mit.

Die Schmallenberger Feuerwehr zeigte sich "entsetzt". "Es ist einer der schlimmsten Fälle, der in einer Freiwilligen Feuerwehr geschehen kann. Ein Brandstifter in den eigenen Reihen", heißt es in einer Pressemitteilung

Ausschluss zuvorgekommen

Der junge Mann habe seit 2014 seinen aktiven Dienst in der Löschgruppe Gleidorf getan. Die Feuerwehr beschreibt die Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei als "eng und vertrauensvoll". Auch Bürgermeister Bernhard Halbe sei detailliert informiert worden und habe sofort ein Disziplinarverfahren eingeleitet mit dem Ziel des sofortigen Ausschlusses aus der Feuerwehr. Der 22-Jährige habe aber nach seinem Geständnis bei der Polizei auch seinen Austritt aus der Löschgruppe erklärt. 

„Man weiß nicht, aus welchen Beweggründen ein Mensch solche Taten begeht. Ich habe gehofft, dass so etwas nie in unserer Feuerwehr passiert und unser Ansehen durch kriminelle Handlungen eines Einzelnen beschädigt wird. Die die Mitglieder der Feuerwehr der Stadt Schmallenberg haben so etwas nicht verdient“, zeigte sich Stadtbrandinspektor Rudolf Schramm betroffen. 

Bürgermeister Halbe betonte, dass die Feuerwehr Vertrauen und Unterstützung verdiene: „Über den schnellen Ermittlungserfolg freue ich mich, da dadurch die Angst vor weiteren Brandstiftungen wegfällt.“ 

22-jähriger vorerst auf freiem Fuß 

Neben der Brandstiftung der Lagerhalle habe der junge Mann auch die Brandlegung eines Holzstapels am 8. November im Bereich der Gleidorfer Vogelstange sowie die Entzündung eines Papiercontainers am 14. Januar auf der Jahnstraße eingeräumt. 

"In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Arnsberg wurde der Mann entlassen", berichtete die Polizei.

Ihm drohen nach Angaben der Schmallenberger Feuerwehr nun erhebliche strafrechtliche Folgen und umfangreiche Schadensersatzforderungen. Auch die Stadt Schmallenberg werde ihm als Brandstifter nach dem Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz sämtliche Kosten für alle drei Einsätze in Rechnung stellen müssen. 

Nächtlicher Feuerwehr-Einsatz: Großbrand in Lagerhalle in Gleidorf

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