Hubschrauber im Einsatz

20 Verletzte bei Brand in Pflegeheim: Feuer wurde gelegt - Bewohner unter Verdacht

Brand in Senioren- und Pflegeheim in Nümbrecht: Viele Verletzte - Brandstiftung vermutet
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Das Zimmer eines Heimbewohners brannte in der Nacht zu Dienstag vollständig aus.

20 Menschen werden bei einem Brand in einem Pflegeheim verletzt, drei von ihnen schwer. Jetzt ist klar: Das Feuer wurde offenbar gelegt. Ein Bewohner steht unter Verdacht.

Update vom 11. August, 12.57 Uhr: Der Brand in einem Pflegeheim in Nümbrecht im Oberbergischen Kreis (NRW) ist offenbar gelegt worden. Das hätten die bisherigen Ermittlungen ergeben, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Bei dem Feuer am Sonntagabend wurden insgesamt 20 Menschen verletzt, drei von ihnen schwer.

GemeindeNümbrecht
LandkreisOberbergischer Kreis
Einwohner17.068 (31. Dez. 2020)

Unter Tatverdacht steht nach Polizeiangaben ein 34-jähriger Bewohner der Einrichtung. In seinem Zimmer sei der Brand ausgebrochen, er selbst habe leichte Verletzungen erlitten. „Das zuständige Amtsgericht hat bis zur Prüfung einer Einweisung in eine forensische Klinik zunächst die zwangsweise Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung angeordnet“, erklärte die Polizei.

Brand in Senioren- und Pflegeheim in Nümbrecht: Viele Verletzte - Brandstiftung vermutet

[Erstmeldung vom 10. August] Nümbrecht - Ein Zimmerbrand in einem Senioren- und Pflegeheim im Oberbergischen Kreis entwickelte sich in der vergangenen Nacht zu einer Mammutaufgabe für den Rettungsdienst. Brandstiftung wird vermutet.

Um 22.35 löste die Brandmeldeanlage des Senioren- und Pflegeheims in Nümbrecht aus, und als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, stand ein Zimmer im Erdgeschoss bereits lichterloh in Flammen.

Während Löschangriffe von außen starteten, kämpften Trupps unter schwerem Atemschutz gegen den starken Rauch in den Fluren an, um die Bewohner und Pflegekräfte zu evakuieren. Aus dem brennenden Zimmer eines 34-jährigen geistig Behinderten musste eine Person gerettet werden, dazu wurde auch die Tür aufgebrochen. Unklar ist allerdings, ob es sich dabei tatsächlich um den Bewohner handelt, denn der wurde lediglich leicht verletzt.

Schlimm getroffen hat es hingegen einen ebenfalls in der Einrichtung lebenden 36-Jährigen, der aufgrund seiner schwersten Verletzungen mit einem Rettungshubschrauber in eine Kölner Spezialklinik geflogen wurde. Schwerverletzt wurden auch eine 61-jähre Pflegerin sowie eine über 90 Jahre alte Heimbewohnerin.

Nichts mehr zu retten: Das Zimmer stand in Vollbrand.

Die Löscharbeiten erwiesen sich für die Feuerwehr in der Nacht tatsächlich als die kleinste Herausforderung: „Den Brand konnten wir schnell löschen“, erklärt Einsatzleiter Udo Müller. „Das Zimmer ist allerdings komplett zerstört, da ist sogar schon Putz von der Wand abgeplatzt“.

Brand in Senioren- und Pflegeheim in Nümbrecht: Großeinsatz für die Rettungskräfe

Das Brandgeschehen konnte im Wesentlichen auf den Raum beschränkt werden, der Gebäudetrakt ist allerdings aufgrund von Rauchgasen vorläufig unbewohnbar. Neben den 70 Kräften von sechs Nümbrechter Feuerwehr-Einheiten war auch das THW vor Ort, vor allem aber wurden Rettungskräfte und Notärzte aus dem gesamten Kreisgebiet zusammengezogen.

Neben zahlreichen Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr war auch das THW vor Ort.

Unzählige Rettungswagen waren im Einsatz, auch vier Notärzte. Der Leitende Notarzt sowie der organisatorische Leiter des Rettungsdienstes waren vor Ort und mussten dutzende Personen untersuchen.

Brand in Nümbrecht: Viele Heimbewohner verletzt - Brandstiftung vermutet

Schlussendlich galten 17 weitere Bewohner und Pflegekräfte als leichtverletzt, mussten aber nicht weiter behandelt werden. Allerdings kamen einige Heimbewohner ins Krankenhaus, damit sie untergebracht werden konnten. Es wurden alle Register gezogen, um die Bewohner der betroffenen Zimmer auf umliegende Einrichtungen sowie leerstehende Räume zu verteilen. Da es sich dabei häufig um gehbehinderte oder gar bettlägerige Menschen handelt, fuhren die Rettungswagen etliche Male.

Zur Brandursache hat nun die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Polizeipressesprecher Michael Tietze schließt Brandstiftung nicht aus. Wie die Polizei der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen mitteilte, wird ein 34-jähriger Bewohner verdächtigt, in der Nacht zu Dienstag das Feuer in seinem Zimmer gelegt zu haben.

Zwar würde auch weiter nach einem möglichen technischen Auslöser des Feuers gesucht, aber derzeit gäbe es in diese Richtung keinerlei Hinweise.

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