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Brandserie in Hamm: Nach Strohballen steht plötzlich alter Rittersitz in Flammen

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Von: Florian Forth

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Seit Mitte Juli sorgt eine Brandserie in Hamm für Angst, vor allem unter Landwirten. Jetzt wurde ein historisches Gebäude angezündet. Wer ist der Feuerteufel?

Hamm – Zwölf Feuer sind in den vergangenen zwei Wochen in Hamm gelegt worden. Die Landwirte machen sich Sorgen, die Polizei hofft auf einen Durchbruch. Statt Strohballen brannte am Sonntag (31. Juli) zum ersten Mal ein historisches Gebäude.

Stadt:Hamm
Vorfall:Brandserie
Behörde:Polizei Hamm

Brandserie in Hamm: Feuer auf Feldern und alten Hof – Polizei jagt Brandstifter

Mit einem brennenden Auto und einem in Flammen stehenden Stoppelfeld hat am 15. Juli alles begonnen. Seitdem bricht die Brandserie in Hamm nicht ab. Mittlerweile hat es zwölf Brände gegeben, in denen die Polizei Hamm wegen Brandstiftung ermittelt. Zuletzt hatte es auch in NRW einig Waldbrände gegeben.

Feuer Hamm Strohballen 19. Juli 2022 Brandstiftung Brandserie
In Hamm hatte ein Unbekannter Mitte Juli 220 Strohballen angezündet. © Polizei Hamm

In der Nacht auf Montag (1. August) hat der Fall eine neue Dimension erreicht. Erstmals ist ein leerstehendes Gebäude in Brand gesteckt worden. Das ehemalige Wasserschloss „Haus Hohenover“ nahe der Grenze zum Kreis Soest wurde durch ein Feuer schwer beschädigt. Auch hier vermutete die Polizei Brandstiftung als Ursache.

Auffällig dabei ist: Nur rund 20 Minuten vorher brannte es unweit des alten Rittersitzes ebenfalls. Am Nieliesberg, wo bereits vor rund zwei Wochen 220 Heuballen brannten, hatte jemand am selben Abend weitere 100 Ballen angezündet. Ein Zufall? Der Schaden geht jedenfalls erneut in die Tausende Euro.

Brände in Hamm: Polizei schließt nicht aus, dass es sich um Einzeltäter handelt

Die Polizei Hamm hat bereits am Mittwoch (27. Juli) eine Ermittlungskommission eingerichtet, die sich nur mit der Brandserie in Hamm beschäftigt. „Wir ermitteln, ob es Zusammenhänge gibt“, sagt ein Polizeisprecher am Montag (1. August) gegenüber RUHR24.

Noch ist unklar, in wie vielen Fällen es sich um denselben Täter handelt. Laut dem Leiter der Ermittlungskommission sei „nicht auszuschließen“, dass es sich um einen Serienbrandstifter handelt. Die ersten Taten könnten aber ebenso gut Nachahmer auf den Plan gerufen haben.

Die Polizei Hamm geht bereits einigen Hinweise von Zeugen nach, will sich bei den Ermittlungen aber nicht zu tief in die Karten schauen lassen. Dennoch hat die Polizei Hamm ein besonderes Auge auf die Brandstifter.

NRW: Brandorte in Hamm zeigen einige Auffälligkeiten – Karte liefert Überblick

Ein gewisses Muster lassen die Taten indes erkennen, wirft man die bisherigen Brandorte in Hamm auf eine Karte. Hier sind alle mutmaßlichen Brandstiftungen seit dem 15. Juli 2022 aufgeführt. Ein Klick auf die Symbole zeigt Details zum Feuer an.

An diesen Orten wurden seit dem 15. Juli in Hamm Brände gelegt:

Dabei fallen gleich mehrere Dinge auf:

Brände in Hamm: Landwirte haben Angst – und wollen mit Kameras aufrüsten

Unter den Landwirten in Hamm macht sich langsam die Angst breit, wie Radio Lippewelle berichtet. Denn mit dem Stroh verbrennt ihnen auch das Futter, das sie für ihre Tiere im Winter eingeplant hatten. Ein Bauer hatte bereits Dutzende Strohballen bei einem Feuer verloren. Als er neue nachgekauft hatte, sollen diese wenig später erneut in Flammen gestanden haben.

Was tun also? Bis der Brandstifter gefasst ist, wollen die Bauern ihr zum Verkauf gedachtes Stroh an die betroffenen Landwirte weitergeben. Laut dem Bericht denken die Bauern in Hamm bereits darüber nach, ihre Felder mit Kameras zu überwachen. Überführt sich der Feuerteufel so am Ende vielleicht selbst?

Hinweise zur Brandserie in Hamm

Zeugenhinweise zu der Brandserie nimmt die Polizei Hamm entgegen:

Telefon: 02381/9160

E-Mail: hinweise.hamm@polizei.nrw.de entgegen.

Oder im Hinweisportal.

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