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Booster-Impfung in NRW nach vier Wochen: Ein Fehler in doppelter Hinsicht - Kommentar

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Von: Alexander Schäfer

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NRW ermöglicht die Booster-Impfung nun schon vier Wochen nach der zweiten Impfdosis - zum Ärger von vielen Experten. Ein Kommentar.

Hamm - Nordrhein-Westfalen ist ein großes Land, das sich unter seinem Regierungschef Hendrik Wüst mit einem zweiten Platz bei der Booster-Quote hinter dem Saarland nicht zufriedengibt – koste es, was es wolle. Der Booster-Erlass, der in NRW nun eine Auffrischungsimpfung gegen Corona bereits nach vier Wochen (!) ermöglicht, ist nicht nur kommunikativ ein Fehler, sondern auch medizinisch.

BundeslandNordrhein-Westfalen
Bevölkerung17,93 Millionen (2019)
HauptstadtDüsseldorf

Kommentar zur Booster-Impfung in NRW: Rasches Handeln ja, aber nicht chaotisch

Kommunikativ, weil viele Menschen das hektisch nachgeschobene Kleingedruckte – es handelt sich um eine Untergrenze, die ausdrücklich keine Empfehlung darstellt – übersehen werden. Medizinisch, weil eine Booster-Impfung schon nach einem Monat aus Sicht von Immunologen und Ärzten wenig bis keinen Sinn ergibt.

In der Corona-Krise sind Verlässlichkeit und Klarheit gefordert. Alles andere erzeugt nur Verunsicherung und Misstrauen. Rasches Handeln wenn notwendig unbedingt, aber bitte nicht chaotisch. Ja, die Virusvariante Omikron ist auf dem Vormarsch, doch wie und für wen sie besonders gefährlich ist, ist noch offen. Und ja, der Biontech-Chef hat den Booster nach bereits drei Monaten vorgeschlagen. Das allein kann jedoch nicht das Startsignal für die Politik sein, noch schneller sein zu wollen.

Allen noch frisch Geimpften, die sich jetzt schon wieder in eine Warteschlange einreihen, sei gesagt: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker – und nicht Ihren Ministerpräsidenten. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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