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Booster-Impfung für Kinder und Jugendliche: Das ist in NRW möglich

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Von: Simon Stock

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Die Booster-Impfung erhöht den Schutz vor einem schweren Corona-Verlauf. Auch Kinder und Jugendliche hätten gerne die Auffrischung. Was in NRW möglich ist.

Hamm - Die Corona-Welle rollt durch Deutschland. Die Inzidenz-Werte steigen durch die Omikron-Variante rasant an. Eine Booster-Impfung gilt als weitgehender Schutz gegen einen schweren Verlauf der Krankheit. Viele Eltern würden auch gerne ihre Kinder ein drittes Mal impfen lassen - aus Angst etwa vor einer Ansteckung im engen Klassenzimmer. Nun hat der Bund für mehr Klarheit gesorgt - zumindest für eine Altersgruppe.

BundeslandNordrhein-Westfalen
HauptstadtDüsseldorf
Bevölkerung17,93 Millionen

Booster-Impfung: Anspruch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren

Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren hätten „unabhängig von den Empfehlungen“ der Ständigen Impfkommission (Stiko) grundsätzlich einen Anspruch auf Auffrisch-Impfungen, heißt es in einem Schreiben von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Im Falle von Impfschäden bei Kindern und Jugendlichen garantiert der Bund einen Versorgungsanspruch, sofern ein für diese Personengruppe zugelassener mRNA-Impfstoff wie etwa Biontech verwendet werde.

Die Stiko des Robert-Koch-Instituts empfiehlt derzeit noch keine Auffrischungsimpfung für diese Altersgruppe. Eine Ausnahme gilt bei Kindern und Jugendlichen mit Immunschwäche (Immundefizienz/ID). „Allen Personen ab 12 Jahren mit ID soll frühestens 3 Monate nach einer COVID-19-Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden“, heißt es im Epidemiologischen Bulletin der Stiko. Ähnliches gilt auch für „schwer immundefiziente“ Kinder ab 5 Jahren.

Booster-Impfung für Kinder und Jugendliche: Stiko ohne Empfehlung

Auffrischimpfungen in der Altersklasse der 12- bis 17-Jährigen erfolgen mit dem Imfpstoff Cominarty von BioNTech/Pfizer. Der Impfstoff von Moderna, der ebenfalls für Personen ab 12 Jahren zugelassen ist, soll laut Stiko-Empfehlung jedoch nur für Personen ab 30 Jahren verwendet werden.

Die Bundesländer reagierten schnell auf die Klarstellung zu haftungsrechtlichen Fragen aus Berlin. Das Land Nordrhein-Westfalen etwa ermöglichte per Impferlass zeitnah die Auffrischungsimpfung von 12- bis 17-Jährigen in den Impfstellen der Kreise und kreisfreien Städte. Die Spritze gibt es jedoch nur nach ärztlicher Aufklärung. Sie ist Pflicht.

Grünes Licht für Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren
Aufgezogene Spritzen mit Biontech-Impfstoff liegen in einer Schale. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für die Zulassung des Corona-Impfstoffes der Hersteller Pfizer/Biontech für Kinder ab fünf Jahren in Europa. © Matthias Bein/dpa

„Der Bedarf nach Auffrischungsimpfungen in dieser Altersgruppe ist sehr groß“, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Wir tragen damit dem Wunsch der Jugendlichen wie auch deren Eltern Rechnung und weiten das Angebot zum Boostern für 12- bis 17-Jährige aus.“ Bisher konnte diese Gruppe nur von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten geboostert werden.

Der Booster bekommt in Deutschland einen größeren Stellenwert. Personen, die eine dritte Impfung bekommen haben, sind in NRW bei der immer wichtiger werdenden 2G-plus-Regel im Freizeitbereich von der Testpflicht befreit. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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