Blindgänger in Derendorf

Bombe in Düsseldorf entschärft: 11.000 Menschen wurden evakuiert

Entschärfung Blindgänger in Düsseldorf
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Die 10-Zentner Bombe wurde in einer Baugrube im Düsseldorfer Ortsteil Derendorf entschärft.

Wegen einer Weltkriegsbombe hat es in Düsseldorf eine der größten Evakuierungen der vergangenen Jahrzehnte gegeben. Mitten im Stadtteil Derendorf kam am Freitag bei Bauarbeiten ein Blindgänger ans Licht. Die Entschärfung war in der Nacht erfolgreich abgeschlossen worden.

  • Im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf wurde am Freitag eine Weltkriegsbombe gefunden.
  • Der 500-Kilogramm-Blindgänger wurde noch am Abend erfolgreich entschärft. 
  • Von den Sicherheitsmaßnahmen sind fast 31.000 Menschen betroffen.

[Update, Samstag] Düsseldorf - Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist in Düsseldorf in der Nacht zum Samstag entschärft worden. Das teilte die Feuerwehr am frühen Samstagmorgen mit. Der 500 Kilogramm schwere Blindgänger war bei Bauarbeiten auf dem Gelände einer ehemaligen Justizvollzugsanstalt im Stadtteil Derendorf entdeckt worden.

Der Umkreis von 500 Metern um den Fundort wurde evakuiert. Mehr als 11.000 Menschen waren unmittelbar betroffen. Dutzende Krankenwagen waren vor Ort, um zwei Altenheime zu evakuieren. Die Senioren wurden noch in der Nacht zurück in die Einrichtungen gebracht.

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Düsseldorf müssen fast 12.000 Menschen ihre Wohnungen vorübergehend verlassen, Seniorenheime werden evakuiert. (Symbolbild)

Auch die Anwohner kehrten in der Nacht in ihre Häuser zurück, die Straßensperren wurden aufgehoben. "Am frühen Morgen war der Einsatz dann endgültig beendet", sagte ein Feuerwehrsprecher. Nach Angaben der Stadt waren rund 500 Einsatzkräfte an den Arbeiten rund um die Entschärfung beteiligt.

Weltkriegsbombe musste noch am Abend entschärft werden

Der 500 Kilogramm schwerer Blindgänger war bei Bauarbeiten auf dem Gelände einer ehemaligen Justizvollzugsanstalt im Stadtteil Derendorf entdeckt worden. Die Weltkriegsbombe sollte noch am Abend entschärft werden. 

Der 500-Meter-Radius um den Fundort im Stadtteil Derendorf musste laut Feuerwehr bis 22 Uhr geräumt sein. "Danach beginnen wir mit den Kontrollen", sagte ein Sprecher am Freitagabend. Erst danach könne die eigentliche Entschärfung erfolgen. Den späten Zeitpunkt begründete er mit den umfangreichen Vorbereitungen und den aufwendigen Maßnahmen. So seien Dutzende Krankenwagen aus mehreren Städten angefordert worden, um zwei Altenheime zu evakuieren.

Die Evakuierung im Umkreis von 500 Metern um den Fundort betraf nach Feuerwehr-Angaben rund11.600 Menschen. Darunter waren rund 200 Senioren aus zwei Altenheimen, die zwischenzeitlich in anderen Einrichtungen untergebracht werden sollten. Im Umkreis von bis zu 1000 Metern sollten Fenster und Türen geschlossen bleiben. 

Bombenentschärfung: 20.000 Anwohner müssen in ihren Wohnungen bleiben

Die fast 20.000 Anwohner in dem äußeren Bereich durften in ihren Wohnungen bleiben, sich dort aber nicht im Freien aufhalten, wie die Stadt mitteilte. Durch alle Sicherheitsmaßnahmen zusammen genommen waren damit den Angaben zufolge rund 31.000 Menschen von der Entschärfung betroffen.

Am späten Nachmittag wirkte die Situation in Derendorf auf den ersten Blick ganz normal. Etwa an der Metzer Straße führten Spaziergänger ihre Hunde aus, Anwohner schleppten ihre Einkäufe nach Hause. Ungewöhnlich waren jedoch die ersten acht Rettungswagen vor einem Altenheim und die Zehn-Zentner-Bombe hinter dem Mehrfamilienhaus auf der anderen Straßenseite. Gegen 16.45 Uhr brachten die Einsatzkräfte die ersten Heimbewohner mit Rollatoren und auf Tragen in die Einsatzwagen.

Evakuierung in Düsseldorf - Bahn soll weiter fahren

Während die Evakuierung des Altenheimes schon anlief, bekommen Andere in der Nähe von der großen Evakuierungen in Düsseldorf noch nichts mit. Ein Gymnasium wurde als Anlaufstelle für die Betroffenen geöffnet. Zahlreiche Busse und Straßenbahnen mussten indes umgeleitet werden.

Für die Entschärfung sollte der Bahnverkehr auf der vielbefahrenen Strecke in Richtung Duisburg hingegen nicht eingestellt werden, wie die Stadt mitteilte. Allerdings könne der S-Bahn-Bahnhof Derendorf während der Entschärfung nicht angefahren werden.

Erst am vergangenen Wochenende erlebte Dortmund eine der größten Evakuierungen der vergangenen Jahrzehnte. Mehr als13.000 Anwohner mussten das Klinikviertel räumen.

Am Mittwoch, 22. Januar 2020 wurde in Köln bei Bauarbeiten auf dem Gelände der Unikliniken im Stadtteil Lindenthal erneut eine Bombe entdeckt, deren Entschärfung für Donnerstag, 23. Januar angesetzt wurde. - dpa

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