Polizisten „kurzfristig sprachlos“

Das teuerste Knöllchen der Stadtgeschichte? 14.220 Euro Bußgeld nach Parkverstoß

Von „Bochums bislang teuerstem Parkverstoß“ berichtet die Polizei. Der Fahrer eines Lkw muss sich jetzt warm anziehen - denn es kam ein Bußgeld von sage und schreibe 14.220 Euro zusammen.

Bochum - Da klingt sogar die Polizei in ihrem eigenen Bericht etwas fassungslos: „Dass ein Parkverstoß eines Lkw-Fahrers (57) vermutlich ein Bußgeld von über 14.000 EUR nach sich ziehen wird, hatten wir so in Bochum auch noch nicht!“, heißt es da. Doch wie kam es dazu? Die Erklärung, wie es zu diesem rekordverdächtigen Knöllchen kam, liefern die Beamten natürlich gleich mit.

Stadt Bochum
Fläche145,4 km²
Bevölkerung 364.742 (2016)

Seit drei Monaten bestreife die Kontrolltruppe Sonderverkehr der Polizei Bochum regelmäßig einen Bereich namens Opelring sowie das engere Umfeld in Altenbochum, heißt es. Grund sei, dass es dort wegen abgestellter Lkw und Sattelzugmaschinen häufig zu gefährlichen Verkehrssituationen komme.

Bochum: Teuerstes Knöllchen überhaupt - Lkw-Fahrer wegen Parkverstoßes kontrolliert

„14.220 Euro - Bochums teuerster Parkverstoß!“ - das schreibt die Polizei zu dem saftigen Bußgeldbescheid, den ein Lkw-Fahrer verursacht hat.

„Geh- und Radwege, aber auch Hauseinfahrten, werden regelmäßig zugeparkt, Einmündungsbereiche sind teilweise nur sehr schlecht für die Fahrzeugführer einsehbar“, heißt es weiter. Insgesamt hätten die Polizeibeamten in diesem Bereich bislang mehr als 200 Verkehrsverstöße festgestellt und geahndet.

Auch am Dienstag, 19. Januar, war die Kontrolltruppe demnach gegen 8 Uhr wieder dort auf Streife und stellte erneut mehrere Parkverstöße fest. Die Beamten sprachen dabei einen Lkw-Fahrer aus dem Raum Nürnberg an, wie sie weiter berichten. Der 57-Jährige parkte demnach mit seinem Gespann auf dem beschilderten Radweg, wodurch es nicht mehr möglich war, diesen zu befahren. Der Mann zeigte sich allerdings völlig uneinsichtig und teilte lautstark seine Missachtung über die polizeiliche Kontrolle mit.

Bochum: Teuerstes Knöllchen der Geschichte - diese Vergehen trieben Bußgeld auf 14.220 Euro

Doch wie konnte das Knöllchen denn nun so teuer werden? Dazu schreibt die Polizei: „Umgehend kleinlauter wurde der Trucker allerdings, als er merkte, dass bei der Überprüfung auch das digitale Kontrollgerät (Fahrtenschreiber) seines Lkws ausgelesen und ausgewertet wurde.“

Und was die Polizisten dabei entdeckten, hat es in sich. Im Kontrollzeitraum von 28 Kalendertagen stellten die eingesetzten Polizisten ihrer Mitteilung zufolge etliche Geschwindigkeitsüberschreitungen fest. Noch schwerwiegender sei jedoch, dass der Fahrer nahezu täglich deutlich gegen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten verstoßen habe.

Teuerstes Knöllchen in Bochum: 14.220 Euro - Polizisten „kurzfristig sprachlos“

„Kurzfristig sprachlos waren die eingesetzten Polizeibeamten, als die digitale Auslesesoftware ein Bußgeld in Höhe von 14.200 Euro errechnete. Nicht zu vergessen: zusätzlich 20 Euro für den eigentlichen Parkverstoß“, heißt es weiter.

Letzteren hätte der Fahrer laut Polizei liebend gern vor Ort beglichen, doch jetzt erwartet ihn und den Speditionsunternehmer jeweils eine Ordnungswidrigkeitenanzeige. Ob Fahrer und Spediteur gegen den Bußgeldbescheid angehen werden, ist bislang nicht überliefert.

In diesem Fall droht auch richtig Ärger: Ein junger Mann machte sich einen Spaß daraus, mit einem unterschlagenen Leihwagen 20 Mal viel zu schnell an einem Standblitzer vorbeizufahren und Grimassen zu schneiden. Jetzt ist die Polizei dem Verkehrssünder per Zufall auf die Schliche gekommen.

Rubriklistenbild: © Polizei Bochum

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