Auf die Straße genau

Forscher aus Bochum wollen Wetter-Vorhersagen revolutionieren

Revolutionäre Innovation oder Zukunftsvision? Ein Forscherteam aus Bochum will Unwetter und Starkregen in NRW auf die Straße genau voraussagen.

Bochum – Das vom Bund geförderter Forschungsprojekt „25square“ will die Unwetter- und Starkregen-Vorhersage revolutionieren, wie RUHR24* berichtet. Vorhersagen sollen auf die Straße genau und auch zeitlich präzisiert werden.

BundeslandNRW
EreignisseUnwetter und Starkregen
Projekt25square

Unwetter in NRW: Bochumer Forscher tüfteln an Vorhersage-Projekt für Starkregen

„Stellen Sie sich vor, von Unwettern betroffene Bürger hätten 60 Minuten Zeit, ihre Kostbarkeiten aus den Kellern zu retten“, heißt es in einer Mitteilung des Bochumer Forscherteams „25square“. Aktuell sei das nicht möglich. Aber man wolle das ändern. Doch wie?

Mit einem günstigen, engmaschigen und KI-basierten Sensorennetzwerk, das Stärke und präzise die Zugrichtung von Unwetter und Starkregen bestimmt. Alle 500 Meter soll ein engmaschiges Netzwerk von Sensoren Daten sammeln und so durch eine Künstliche Intelligenz einen präzisen Verlauf und die Intensität einer Regenwolke analysieren und vorhersagen.

Doch was bedeutet das im Ernstfall für die Bürger, die um Hab und Gut vor oder im Haus bangen? Sie hätten bei Unwetter und Starkregen Zeit, um sich oder Wertsachen in Sicherheit zu bringen. Denn, so heißt es in der Mitteilung von „25square“, die Bürger sollen einen freien Zugang zu den Daten haben.

Unwetter-Vorhersage in NRW: Bürger sollen durch „25square“ bis zu 60 Minuten Zeit haben

Im Ernstfall sehe es dann so aus: Es gibt beispielsweise eine Unwetter-Vorhersage mit Starkregen für Teile von NRW*. Bürger, die in diesen Gebieten wohnen, nutzen die Daten von „25square“ und wissen circa 60 Minuten vorher, dass genau ihre Straße von einem Starkregenereignis heimgesucht wird.

Doch sollen die Bürger nicht nur ihren Keller besser sichern können. Die Feuerwehr könne davon profitieren, wenn zum Beispiel schon vorher klar ist, dass U-Bahn-Station oder Tiefgarage evakuiert oder andere Bereiche der Stadt mit Sandsäcken gesichert werden müssen.

Das Projektteam von „25square“. Tabea Röthemeyer von Auto-Intern (kniend, links).

Die Stadtentwässerung könne ihre Pumpen genauer einstellen. Landwirte und Versicherungen profitieren ebenfalls, da die Daten Erkenntnisse über Versicherungsschäden liefern können.

Starkregen-Vorhersage in NRW: Forscherteam aus Bochum will Ruhrgebiet bis 2023 abdecken

Aktuell gibt es in Bochum als Projektstadt schon die ersten Sensoren. Frankfurt am Main und Bielefeld haben Interesse angekündigt. Im Jahr 2023 soll in NRW das gesamte Ruhrgebiet* flächendeckend mit Sensoren von „25square“ ausgestattet werden.

Die Folgen des Unwetters und Hochwasser bekommt das Ruhrgebiet aktuell zu spüren. Hagen ist für Monate Hochwassergebiet* und auch die fünf Stauseen bleiben vorerst gesperrt*.

Doch wie können die Bürger die Daten nutzen? „Wir planen, die Ergebnisse als Open Data zu veröffentlichen“, sagt Tabea Röthemeyer. Gegenüber RUHR24 äußerte sich Tobias Kestin, Executive Director PR von Auto-Intern: „Die Daten werden wir einmal via REST API zur Verfügung stellen zudem werden wir auch eine Webplattform erstellen, damit Interessierte die Daten abrufen können.

Für den allgemeinen Katastrophenfall hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zudem die Einführung des sogenannten „Cell Broadcasting“ für 2022* angekündigt.

Unwetter in NRW: Bislang kann Starkregen nur regional vorhergesagt werden

Bislang gibt es zwar Unwetterwarnungen vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Diese sind aber meistens unpräzise und decken höchstens eine Region ab.

Zu dem Projektteam um „25square“ gehören Okeanos Consulting, das für die Entwicklung der ausgewerteten Software und der Künstlichen Intelligenz zuständig ist. Auto-Intern, das sich um die Entwicklung der Sensoren und der Software kümmern und das Bochumer Institut für Technologie BO-I-T, das die Serverstruktur zur Verfügung stellt. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa, 25quare; Collage: RUHR24

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