L707 bald wieder zu?

Biker-Strecke Nordhelle: Jetzt entscheidet das Gericht über Sperrung für Motorräder

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Vorübergehend war die Überquerung der  Nordhelle für Motorradfahrer verboten.

Meinerzhagen - Es wird ernst: In den kommenden Wochen will das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster im Beschwerde-Verfahren um die aufgehobene Sperrung der Nordhelle für Motorräder eine Entscheidung treffen. Kommt das Aus für Biker?

Zur Erinnerung: Am 1. April 2018 sperrte der Märkische Kreis die unfallträchtige Strecke auf der Landesstraße 707 für Zweiräder. Gegen diese Anordnung stellte der Bundesverband der Motorradfahrer einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht (VG) Arnsberg und forderte die Aufhebung dieser Maßnahme. Am 30. Mai 2018 hob das VG tatsächlich die Anordnung auf. Gegen dieses Urteil legte der Märkische Kreis Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht Münster ein. 

Seitdem ruhte das Verfahren, die Motorradfahrer brausen wieder über die Nordhelle, sehr zum Ärgernis der Anwohner, die sich durch den Lärm der Biker gestört fühlen.

Doch jetzt könnte Bewegung in den Streit um die Nordhelle kommen. „Möglicherweise wird der 8. Senat noch im Mai einen Beschluss fassen“, sagte der stellvertretende OVG-Pressesprecher Dirk Rauschenberg nach Rücksprache mit einem der zuständigen Richter, der am Donnerstag nicht in das zweitägige Verfahren der Deutschen Umwelthilfe auf Fortschreitung der Luftreinhaltepläne für die Städte Aachen, Bonn und Köln eingebunden war.

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Allerdings wird es um die Nordhelle keinen öffentlichen Prozess mehr geben. Der Senat entscheidet im schriftlichen Verfahren und wird seinen Beschluss nur noch öffentlich verkünden. Im Anschluss daran kommt wieder das Verwaltungsgericht Arnsberg zum Zug, wo das Hauptsacheverfahren anhängig ist. Allerdings gibt es keinen Zwang, dieses Verfahren noch zu führen. „Wenn der Senat die Entscheidung aus Arnsberg bestätigt, kann es sein, dass die Luft im Hauptsacheverfahren raus ist“, spekulierte OVG-Pressesprecher Rauschenberg. 

Möglicherweise zieht dann der Märkische Kreis dauerhaft seine Sperrung für die Nordhelle zurück. Ursula Erkens, stellvertretende Pressesprecherin, wollte sich aber an solchen Spekulationen nicht beteiligen. „Das macht keinen Sinn“, sagte sie. „Wie wir weiter verfahren, werden unsere Juristen entscheiden“, fügte sie hinzu. Zunächst einmal müsse die Begründung des Oberverwaltungsgerichts geprüft werden. 

Biker-Bundesverband kündigt Widerstand an

Michael Wilczynski, 2. Vorsitzender des Bundesverbandes der Motorradfahrer, weiß hingegen schon genau, wie seine Vereinigung reagieren wird, sollte das OVG die Sperrung als rechtmäßig betrachten. „Wir werden weiter kämpfen“, erklärt er. Vermutlich werde der Verband aber zunächst einmal das Gespräch mit der Kreisverwaltung suchen.

Im digitalen Zeitalter müsse es doch Möglichkeiten geben, die „schwarzen Schafe“ technisch dauerhaft zu überwachen. Und auch gegen die massiv Lärm verursachenden Biker gebe es doch andere Wege als die Streckensperrung für alle Motorradfahrer. Die Fahrzeuge könnten aus dem Verkehr gezogen und stillgelegt werden, sagt Wilczynski. „Das Problem ist nur, man kommt an die Leute schlecht ran.“ 

Bundesweit 158 Straßensperrungen

Streckensperrungen sind in Deutschland das gängige Mittel, Biker auszugrenzen. Wilczynski, im Verband dafür zuständiger Referent, weiß bundesweit von 158 Straßensperrungen. Darunter fallen sowohl zeitig begrenzte als auch dauerhafte Fahrverbote.

Ganz präsent ist ihm in Bayern der Mickhauser Berg (Kreis Augsburg), wo es nach einer einjährigen zu einer durchgehenden Sperrung in einer Fahrtrichtung kam. Das möchte der passionierte Motorradfahrer an der Nordhelle unbedingt verhindern. Er hat bereits mit Mitgliedern des Landtags über die Problemstrecke gesprochen.  - Von Angela Walser

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